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Moderne Holzheizung - Ein Update

An die moderne Holzheizung werden neben der CO2-neutralen Energiegewinnung und auch sonstiger Umweltfreundlichkeit viele weitere Anforderungen wie Unabhängigkeit, Komfort, Effizienz und Wirtschaftlichkeit gestellt. Als Nachbericht zur IFH/Intherm 2018 in Nürnberg stellen wir eine Auswahl von 14 Unternehmen und einige ihrer Neuheiten vor (ohne Anspruch auf Vollständigkeit).

Eine Scheibe eines Baumstamms, darauf liegt ein Blatt.
Quelle: Joey Kyber / https://www.pexels.com
Holzheizungen werden vermehrt mit Technologien wie Brennwerttechnik, Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) oder in Hybridlösungen, wie der Kombination mit Wärmepumpen, angeboten. Die Brennwerttechnik, bei der auch noch die im Abgas enthaltene Kondensationswärme genutzt wird, verbreitet sich immer mehr, ermöglicht sie doch höhere Wirkungsgrade und Brennstoffersparnisse.

Fröling setzt auf Brennwerttechnik

Als Vollsortimenter mit Kesseln zwischen sieben und 1.500 kW für alle Holzarten sowie Holzverstromungsanlagen mit und ohne Brennwerttechnik kann die Fröling Heizkessel- und Behälterbau Ges.m.b.H. aus Grieskirchen Projekte vom Niedrigenergiehaus bis zum Großgewerbe bedienen.

Andreas Zahrhuber, Alexander Schrom und der Hackgutkessel
Quelle: Martin Frey
Den sowohl für Hackgut als auch Pellets geeigneten Hackgutkessel "T4e" von Fröling stellten Andreas Zahrhuber und Alexander Schrom vor.

"Wir glaubten schon früh an die Brennwerttechnologie, denn sie bietet eine Ersparnis zwischen 15 und 20 Prozent sowie Emissionsminderungen bis zu 50 Prozent", hob Marketingleiter Andreas Zahrhuber hervor.

Eine Neuheit ist der sowohl für Hackgut als auch für Pellets geeignete Hackgutkessel "T4e". Zusätzlich zum 7-Zoll-Touchdisplay, mit dem alle Produkte ausgestattet sind, bietet der "T4e" einen LED-Statusrahmen, der den Kesselzustand anzeigt. Auch die Einbindung und Steuerung über Internet und App sind möglich.

Herz mit Hackgut-Brennwertgerät

Die Herz Energietechnik GmbH aus Pinkafeld zeigte ihr neues Hackgut-Brennwertgerät mit 20 und 35 kW Leistung, das auf dem technischen Konzept des Pellets-Brennwertgeräts aufbaut. Es wurde in Nürnberg erstmals in Deutschland gezeigt, nachdem es bereits auf der Energiesparmesse in Wels im Frühjahr 2018 präsentiert worden war.

Das neue Hackgut-Brennwertgerät mit 20 und 35 kW Leistung der Herz Energietechnik GmbH und Rainer Höfer auf der IFH/Intherm 2018.
Quelle: Martin Frey
Das neue Hackgut-Brennwertgerät mit 20 und 35 kW Leistung der Herz Energietechnik GmbH mit Rainer Höfer, Vertriebsleiter Deutschland.

"Herz setzt weiterhin ganz stark auf diese Brennwerttechnik. Dabei haben wir alle Abgasvorschriften bestens erfüllt und der Endkunde kann damit das Maximum an BAFA-Förderung erzielen", so Rainer Höfer, Vertriebsleiter Deutschland.

KWB verstärkt Kundendienst

Über die neue Ausrichtung und Produktneuheiten bei der KWB – Kraft und Wärme aus Biomasse GmbH aus St. Margarethen/Raab berichtete auf der IFH Geschäftsführer Dipl.-Ing. Dr. Helmut Matschnig: Man wolle den Kundendienst ausbauen und dabei innovativ vorgehen. So sollen vermehrt eigene Mitarbeiter im Namen der Installateure die Endkundenberatung übernehmen, damit diese sich aufs Installieren konzentrieren können.

KWB-Geschäftsführer Dipl.-Ing. Dr. Helmut Matschnig mit dem Pellet-Brennwertkessel
Quelle: Martin Frey
KWB-Geschäftsführer Dipl.-Ing. Dr. Helmut Matschnig mit dem "KWB Easyfire CC 4" als ersten teilbaren und tragbaren Pellet-Brennwertkessel.

Als Weltpremiere präsentierte man den "KWB Easyfire CC 4" als ersten teilbaren und tragbaren Pellet-Brennwertkessel, der im April 2018 auf den Markt kam. Die Brennwerttechnologie komme in Folge der Förderung primär im deutschen Markt zum Einsatz.

Zudem befasse man sich vermehrt mit Steuerungen, die mittels IT das Gebäude "kennenlernen", um so die Effizienz zu erhöhen. Der Markt beginne wieder anzuziehen, was sich am leicht steigenden Umsatz zeige, berichtete Matschnig.

ÖkoFEN zielt aufs stromautarke Haus

Ein Vorreiter bei der Brennwerttechnik ist die ÖkoFEN Heiztechnik GmbH aus Mickhausen. "Besonders großes Interesse beim Kunden sehen wir beim Thema stromautarkes Haus", berichtete Geschäftsführerin ­Beate Schmidt-Menig. Die stromerzeugende Pelletheizung mit Stirlingmotor-Einsatz werde dabei durch eine PV-Anlage und eine Solarbatterie ergänzt. Inzwischen habe man 40 Systeme davon installieren können. "Bei 250 m² braucht man dann noch etwa vier Tonnen Pellets und Brennstoffkosten von rund 800 Euro", so Schmidt-Menig.

Beate Schmidt-Menig von der ÖkoFEN Heiztechnik GmbH mit der stromerzeugenden Pelletheizung
Quelle: Martin Frey
Die stromerzeugende Pelletheizung hat laut Geschäftsführerin Beate Schmidt-Menig von der ÖkoFEN Heiztechnik GmbH großes Potential.

In diesem Jahr feiert das Unternehmen das 15-jährige Jubiläum der damals weltweit ersten Pellet-Brennwertheizung. Man habe inzwischen mit Leistungsgrößen von 4 bis 512 kW die größte Bandbreite an Pellet-Brennwertkesseln am Markt.

Außerdem biete man bei der "Pellematic Compact" jetzt neue Leistungsgrößen von 10 bis 16 kW an. Im Sommer folge die "Pellematic Air"-Warmluftheizung mit 30 kW, mit der beispielsweise Kachelöfen ideal nachzurüsten seien.

Solarfocus mit "Pellet elegance"

Neues auch von der oberösterreichischen Solarfocus GmbH aus St. Ulrich: Der Pelletkessel "Pellet elegance" in Leistungsklassen von 10 bis 24 kW sei nun optional mit einem Brennwert-Modul zu erhalten. Dadurch erhöhe sich der Wirkungsgrad von 94,8 auf etwa 104 Prozent, war auf der IFH zu erfahren.

Der Pelletkessel
Quelle: Martin Frey
Bei der Solarfocus GmbH ist der Pelletkessel "Pellet elegance" in Leistungsklassen von 10 bis 24 kW nun optional mit einem Brennwert-Modul zu erhalten.

Indem weniger Pellets verbraucht werden, spare man an Heizkosten. Zu verdanken sei dies dem Edelstahl-Wärmeübertrager an der Rückseite des Kessels. Die Reinigung von darin abgelagerten Partikeln würde durch drei Düsen wassersparend bewerkstelligt. Als Neuheit stellte man auch mit der "vampair K 15" eine größere Wärmepumpe mit 15 kW vor, welche insbesondere für Sanierungen geeignet sei.

Windhager mit neuen Geräten

Bei der Windhager Zentralheizung GmbH aus Gersthofen wurde der neue Pelletskessel "BioWIN 2 plus" mit Brennwerttechnik vorgestellt, der ab Herbst 2018 ausgeliefert wird. Das Gerät ist in vier Nennwärmeleistungen von bis zu 10 bis 28 kW verfügbar und soll 15 Prozent effizienter als moderne Heizwertkessel sein.

Außerdem sei die Serie der Hackgutheizungen "PuroWIN" auf 72 bis 103 kW erweitert worden. Bei einer Kaskade mit maximal vier Geräten erhöhe sich somit die maximale Leistung auf 412 kW.

Manfred Faustmann, Geschäftsführer der Windhager Zentralheizung GmbH, sowie Vertriebsleiter Frank Geißer vor dem neuen Pelletskessel
Quelle: Martin Frey
Manfred Faustmann, Geschäftsführer der Windhager Zentralheizung GmbH, sowie Vertriebsleiter Frank Geißer vor dem neuen Pelletskessel "BioWIN 2 plus" mit Brennwerttechnik.

Vertriebsleiter Frank Geißer erklärte, man habe ein Kompetenz-Partnerprogramm für Installateure gestartet, dessen Schulungen anbieterunabhängig, dafür aber kostenpflichtig über Windhager angeboten werden.

Wärme und Strom von Hargassner

Bei seiner neuen Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlage "KWK 60/20" setzt die Hargassner GmbH aus Weng auf Einsatzbereiche in Gewerbe und Hotellerie, im Wellnessbereich oder innerhalb von Mikronetzen. Die Hackgut-Anlage leistet 60 kW Wärme und 20 kW Strom. "Sie wurde optimal auf diese Einsatzbereiche hin entwickelt", berichtete Produktmanager Anton Hofer. Man erlebe eine extrem große Nachfrage.

Produktmanager Anton Hofer von der Hargassner GmbH präsentiert die neue Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlage
Quelle: Martin Frey
Produktmanager Anton Hofer von der Hargassner GmbH präsentiert die neue Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlage "KWK 60/20".

"Die Kunden sind sehr investitionsbereit und andere Leistungsklassen können folgen", so Hofer. Als weitere Produkte wurden unter anderem der Pellet-Brennwertkessel "Nano-PK plus" mit 6 bis 15 kW sowie der überarbeitete "Neo"-Holzvergaserkessel mit 20 bis 60 kW und einer komfortableren Aschenlade, einer automatischen Keramikzündung und einer Füllraumbeleuchtung vorgestellt.

Besonderen Wert lege man auch auf passende Smart Home Lösungen, denn der Kunde entscheide sich immer mehr zuerst für eine Regelung und erst dann für dazu passende Anlagen.

Dienstag, 10.07.2018

Martin  Frey
Von Martin Frey
Fachjournalist