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Industrie legt Fokus auf die Wärmepumpe

Marktbericht von der ISH - Teil 3

3. Teil des Markt­berichts von der ISH 2019 über Messeneuheiten aus­gewählter Hersteller aus dem Marktsegment Wärmepumpen.

Power-Button auf blauem Hintergrund mit Lichtblitzen.
Quelle: intographics / https://pixabay.com
Angesichts eines Rekordabsatzes (in 2018 wurden in Deutschland rund 84.000 Heizungswärmepumpen verkauft) trat die Wärmepumpenbranche auf der ISH 2019 selbstbewusst auf und präsentierte ein umfangreiches Produktspektrum.

Die Messe ISH 2019 bot für die Wärmepumpenbranche einen idealen Marktplatz, um sich in dem Erfolg der vergangenen Jahre zu sonnen. Immerhin konnte 2018 nach Auskunft des Bundesverbands Wärmepumpe (BWP) der Absatz in Deutschland weiter gesteigert werden, um acht Prozent auf einen neuen Rekordwert von 84.000 Heizungswärmepumpen. Gemessen an den laut Bundesverband der Deutschen Heizungsindus­trie (BDH) insgesamt im vergangenen Jahr verkauften rund 730.000 Wärmeerzeugern lag ihr Anteil damit ­bereits bei 11,5 Prozent. So nutzten viele Hersteller die Messe, um das Fachpublikum über ihre Aktivitäten und Angebote in diesem zukunftsträchtigen Marktsegment zu informieren. In diesem dritten Teil des Marktberichts über Messeneuheiten ausgewählter Hersteller rundet das HeizungsJournal die Berichterstattung über das Segment Wärmepumpen von der diesjährigen ISH ab.

Remko baut Produktsparte aus

Remko baut ihre Produktsparte "Neue Energien" mit der Serie LWM aus. Die neue Luft/Wasser-Wärmepumpe in Monoblock-Ausführung sei für den Leistungsbereich bis 13 kW konzipiert. Sie stehe in drei Leistungsgrößen und zwei Design­ausführungen zur Verfügung und überzeuge durch leistungsgeregelte Invertertechnik. Als Kältemittel komme das neue R454B zum Einsatz. Alle Gerätekomponenten seien in einer montagefreundlichen, schalloptimierten Einheit vereint. Aufgrund einer kompakten Bauweise und eines leisen Betriebs eigne sie sich optimal für eine platzsparende Außenaufstellung. Aufgrund des geschlossenen Kältekreislaufs im Außen­modul seien keine kältetechnischen ­Arbeiten erforderlich. Durch die Vorlauftemperatur von bis zu 65 °C eigne sich die LWM-Wärmepumpe für den Einsatz in Neubauten und bei der Sanierung von Bestandsgebäuden. Der Heizbetrieb sei bei Außentemperaturen bis -23 °C möglich. Im Sommer könne sie zur aktiven Kühlung eingesetzt werden. Die Regelung erfolge über die Lösung Smart-­Control Touch. Zugriff auf relevante Funktionen erfolge über das im Gebäude zu installierende Display, optional auch mobil per Smartphone.

Eine Luft/Wasser-Wärmepumpe LWM.
Quelle: Verena Donnerbauer
Die neue Luft/Wasser-Wärmepumpe LWM von Remko ist für Neubau und Sanierung konzipiert.

Herz setzt auf Invertertechnologie

Der Geschäftsbereich Energietechnik von Herz Armaturen stellte die Luft/Wasser-Wärmepumpe Commotherm LWi-Split vor. Erhältlich seien die Kompaktgeräte in den Baureihen LWi 9, LWi 12 und LWi 16. Ihre hohe Leistungsdichte bei minimalem Platzbedarf erlaube es, den Aufstellungsraum auch als Arbeits- oder Wirtschaftsraum zu nutzen. So seien in den Kompaktbaureihen sämtliche Funktionen und Geräte integriert, wie Wärmepumpe, Regelung, Ausdehnungsgefäße, Pufferspeicher oder Sicherheitsarmaturen. Die Steuerung erfolge über T-Control, einem integrierten Wärmepumpen-Manager mit außentemperaturabhängiger Regelung zum Heizen und Kühlen sowie zur Warmwasserbereitung. Invertertechnologie garantiere eine "hervorragende Energieeffizienz – auch bei niedrigen Außentemperaturen". So passe der Kompressor durch Modulation die Heizleistung der Wärmepumpe an die aktuelle Außentemperatur an. Auch das Kühlen der Räume sei durch einfache Kreislaufumkehr des Wärmepumpenprozesses problemlos möglich.

Commotherm LWi-Split-Wärmepumpe.
Quelle: Verena Donnerbauer
Herz setzt bei der Commotherm LWi-Split auf Invertertechnologie.

iDM Energiesysteme ermöglicht Bedienung über Sprachsteuerung

Mit der Wärmepumpenregelung Navigator 2.0 hat iDM Energiesysteme einen vielseitigen Energiemanager mit innovativen Funktionen vorgestellt. Das System soll Kosten und Betriebszeiten optimieren, Anlagen- und Verbrauchsdaten bereitstellen und über das Internet kommunizieren. Die Bedienung erfolge direkt am Display, über die Gebäudeleittechnik oder über eine App auf dem Smartphone bzw. Tablet. Zudem sei für wichtige Funktionen auch Sprachsteuerung (Alexa) möglich. Schnittstellen für WLAN und USB machten das Gerät kommunikationsfähig. Per automatischem Update halte sich das System auf dem neuesten Stand. Für eine bedarfsgerechte Heizung würden aus dem Internet Wetterdaten bezogen und die Strompreise für den nächsten Tag eingeholt. So biete der Energiemanager die Möglichkeit, durch optimale Einstellung der Betriebszeiten automatisch die Energiebilanz zu verbessern, durch die Nutzung stundenaktueller Stromtarife sowie die Optimierung des Eigenverbrauchs von selbst erzeugtem Strom bei Einbindung einer Photovo­l­taikanlage und Batterien. Ihre modulierenden iPump Wärmepumpen mit Invertertechnik gebe es jetzt schon ab 2 kW. Die kompakten Komplettlösungen für Heizung, Kühlung und Warmwasser seien auf ­einer Grundfläche von nur 0,45 m2 ­untergebracht: die Erdwärmepumpe iPump T mit ­einem Leistungsbereich von 2 bis 13 kW, die Luftwärmepumpe iPump A mit einem Leistungsbereich von 2 bis 11 kW.

Eine iPump-Wärmepumpe.
Quelle: Verena Donnerbauer
Die Wärmepumpen iPump von iDM Energiesysteme gibt es mit Sprachsteuerung.

Nibe stellt neue Erdwärmepumpe vor

Ein Highlight bei Nibe auf der diesjährigen ISH war die Vorstellung der neuen S-Serie. Dabei feierte die leistungsvariable Erdwärmepumpe S1255 ihre Weltpremiere. Die Neuauflage des beliebten Vorgängermodells offenbare laut Nibe eine völlig neue Technologieplattform. Sie passe sich das ganze Jahr über an den Wärmebedarf des Gebäudes an, arbeite immer effizient und biete mittels Invertertechnologie optimale Einsparungen. Sie eigne sich für kleine und große Gebäude. Für die optimale Anpassung an den vorliegenden Wärmebedarf sei sie in den drei Leistungsgrößen 1,5 bis 6 kW, 3 bis 12 kW und 4 bis 16 kW erhältlich. Darüber hinaus könne sie mit Komfortmodulen zur Wohnraumlüftung oder zur Kühlung erweitert werden. Die neue S1255 sei zudem eine besonders kommunikative und intelligente Maschine. Mit inte­griertem WLAN füge sie sich in das ­vernetzte Zuhause ein und könne so drahtlos mit Heimanwendungen, wie Sensoren und intelligenten Sprachassistenten, kommunizieren.

Für Projekte, bei denen die Nutzung von Erdwärme oder der Einsatz von Luft/Wasser-Wärmepumpen nicht möglich ist, stellte Nibe als weitere Produktneuheit die neuen PVT-Kollektoren vor (PVT steht für Photovoltaic Thermal). Diese Wärmepumpenkollektoren würden eine Kombination aus einer Photovoltaikanlage und einem Luftkollektor darstellen. Das heißt, sie könnten zum einen Solarstrom erzeugen und zum anderen Wärme aus der Umwelt für Sole/Wasser-Wärmepumpen zur Verfügung stellen. "PVT ist ein Wärmequellensystem, mit dem die Wärmeenergie der Luft auf dem Dach geräuschlos gewonnen und anschließend mithilfe unserer Erdwärmepumpen veredelt werden kann", erläuterte Sven Hallbeck, Produktmanager für den Bereich Solarenergie bei Nibe. PVT sei eine "Allroundlösung", die nicht nur das Nutzungspotential der Wärmepumpe optimal erschließe, sondern zeitgleich auch Strom aus Sonnenenergie erzeuge.

Eine Erdwärmepumpe S1255.
Quelle: Verena Donnerbauer
Zu den Neuheiten bei Nibe zählten die leistungsvariable Erdwärmepumpe S1255 und die PVT-Wärmepumpenkollektoren.

"Es ist eine Systemlösung, mit der unter guten Bedingungen die Notwendigkeit, Strom zur Wärme- und Kälteerzeugung einzukaufen, nahezu vollständig entfallen kann."

Donnerstag, 26.09.2019

Von Robert Donnerbauer
Redaktion, Heizungs-Journal Verlags-GmbH