Verschiedene Systeme der Flächentemperierung effektiv kombiniert

Dezentrale Wohnungsstationen und eine Kombination aus Systemen zur Flächenheizung und -kühlung kamen beim Umbau eines alten Bahnhofsgebäudes zum Zug.

Das Bahnhofsareal und der historische Wasserturm in  Bad Salzungen.
Quelle: Uponor/Robert Wolf
Die städtische Wohnungsgesellschaft GEWOG und die Stadt Bad Salzungen gestalten das gesamte Bahnhofsareal neu. Rechts ist der historische Wasserturm zu sehen.

Es ist das derzeit größte Bauprojekt im Kurort Bad Salzungen in Thüringen: Die städtische Wohnungsgesellschaft GEWOG und die Stadt gestalten das gesamte Bahnhofsgelände neu. Zum Areal gehören drei markante Bauwerke – das Bahnhofsgebäude (Baujahr 1858), ein historischer Wasserturm und ein Pavillon samt Freiflächen. Das Ensemble wird derzeit im großen Stil umgebaut und saniert. Im Erdgeschoss des ehemaligen Bahnhofsgebäudes soll ein soziales Zentrum einziehen, in den Obergeschossen und im Dachgeschoss entstehen 13 Wohnungen mit Mietpreisbindung. Für den Bauherrn GEWOG, die S&P Sahlmann Planungsgesellschaft aus Leipzig und das IBK Ingenieurbüro Kirchner aus Bad Salzungen war klar: Die späteren Mieter sollen es möglichst behaglich haben.

Die Wahl fiel denn auch auf dezentrale Wohnungsstationen von KaMo und Flächenheizung und Flächenkühlung von Uponor in Fußböden und Decken. "Damit konnten wir gleich drei Faktoren optimieren: den Wohnkomfort, die Trinkwasserhygiene und die Energiekosten", betont Fachplaner Harald Kirchner. Die Wohnungsstationen haben den Vorteil, dass das Trinkwasser prompt und bedarfsgerecht erwärmt wird. Die Temperaturen – und damit auch die Betriebskosten – sind niedriger als bei zentralen Systemen. Weil sich in den Warmwasserleitungen weniger als drei Liter Wasser befinden, besteht keine Legionellenprüfpflicht, sodass auch hier Kosten entfallen. Die Abrechnung ist im Vergleich zur zentralen Versorgung einfacher, weil jede Wohnung ihren eigenen Kaltwasser- sowie Wärme- und Kältezähler hat. Für Flächenheizsysteme spricht, dass sie mit niedrigeren Vorlauftemperaturen arbeiten als klassische Heizkörper. Mit den Marken der Uponor-Gruppe hat das Ingenieurbüro Kirchner schon bei früheren Projekten gute Erfahrungen gemacht. "Die Systeme sind optimal aufeinander abgestimmt. Hinzu kommt, dass Uponor uns immer sehr gut beraten und betreut hat, bis hin zu Sonderanfertigungen speziell für unser Bauprojekt", erläutert Michael Kirchner, ebenfalls Fachplaner bei IBK. Berater von KaMo und Uponor haben beispielsweise das Strangschema erstellt, die Steig- und Verteilungsleitungen dimensioniert und waren auch für die Baustelleneinweisung der ortsansässigen ausführenden Firmen zur Stelle.

Paul Bartenstein, erklärt den Fachplanern Harald Kirchner und Michael Kirchner die Vorteile der KaMo-Wohnungsstation.
Quelle: Uponor/Robert Wolf
Paul Bartenstein, Technischer Fachberater bei KaMo/Uponor, erklärt den Fachplanern Harald Kirchner (li.) und Michael Kirchner (re.) die Vorteile der KaMo-Wohnungsstation. Ein wichtiges Detail: Der Verteiler wurde so positioniert, dass er sich leicht an das Deckenheizsystem anbinden lässt.

Hygienisch versorgt

Das gesamte Versorgungssystem des modernisierten Bahnhofsgebäudes ist auf Komfort und Effizienz ausgerichtet. Das Haus bezieht Fernwärme aus dem Netz der Kurstadt – diese stammt aus einer Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlage. Für Heizzwecke stehen zwei Pufferspeicher à 900 Liter bereit, für Kühlzwecke ein weiterer Pufferspeicher, der Kompressionskälte bezieht. Die dezentrale Wärmeverteilung in den 13 Wohnungen übernimmt jeweils eine Wohnungs-Kombi-Station mit 3-Leiter-Modul von KaMo. Sie funktioniert mit zwei verschiedenen Vorlauftemperaturen und einem gemeinsamen Rücklauf. Dies ermöglicht eine zentrale, außentemperaturgeführte Regelung. Zusätzliche Pumpenmodule oder Regelungskomponenten sind nicht mehr nötig. "Weil bei den 3-Leiter-Modulen die vierte Leitung wegfällt, spart man Platz im Kellergeschoss und in den Installationsschächten", erklärt Harald Kirchner. Weiter entfernte Zapfstellen in sieben Wohnungen werden von jeweils einer Trinkwasserstation "Aqua Port Compact Base" versorgt. Dadurch entfällt die Zirkulation innerhalb der Wohnung. Das verbessert nicht nur die Hygiene der Installation, sondern spart auch Energie, weil auf hohe Zirkulationstemperaturen verzichtet werden kann und die Rücklauftemperaturen niedrig sind.

Flächendeckend behaglich

"Je nach Raumhöhe, Nutzung und Bauart haben wir für die einzelnen Geschosse verschiedene Systeme zur Flächentemperierung empfohlen", erklärt Paul Bartenstein, Technischer Fachberater bei KaMo/Uponor. Für das Sozialzentrum im Erdgeschoss mit seinen vier Meter hohen Räumen war die Fußbodenheizung "Uponor Klett" optimal – insgesamt 650 m² sind damit ausgestattet. Für die Obergeschosse mit massiven Betondecken haben die Fachplaner eine oberflächennahe Bauteilaktivierung vorgesehen. Hier wurde auf 800 m² die thermische Bauteilaktivierung "Uponor Contec ON" verlegt. Dabei sind die Rohrleitungen nicht mittig in der Betonplatte, sondern am unteren Rand mit einer Unterdeckung von nur zwei Zentimetern angebracht. So lassen sich die Raumtemperaturen besonders schnell regeln. Für die 200 m² großen Holzdecken im Dachgeschoss ist das Trockenbausystem "Uponor Renovis" wie geschaffen. "Dass wir die Decken sowohl fürs Heizen als auch fürs Kühlen nutzen, ist eine Besonderheit dieses Projektes. KaMo hat uns dafür spezielle Wohnungsstationen angefertigt, bei denen die Verteiler so positioniert sind, dass sie sich perfekt an die Deckenheizsysteme anbinden lassen", berichten die Fachplaner.

Dienstag, 24.11.2020

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