Erneuerbare Energien

Wärmepumpen-Kaskade für alt-ehrwürdiges Hofgut

Freitag, 24.05.2024

In der Wärme- und Energiewende spielen Wärmepumpen als Ersatz für Heizungsanlagen auf Basis fossiler Brennstoffe eine zentrale Rolle.

Ein ehemaliger Pferdehof bei Schwarme wird seit Kurzem mit Raumwärme und Trinkwarmwasser versorgt, ohne dafür fossile Brennstoffe zu nutzen.
Quelle: Mitsubishi Electric
Ein ehemaliger Pferdehof bei Schwarme wird seit Kurzem mit Raumwärme und Trinkwarmwasser versorgt, ohne dafür fossile Brennstoffe zu nutzen.

Dabei ist der Austausch des Wärmeerzeugers auch in Altbauten oftmals viel leichter möglich als gedacht. Ein ehemaliger Pferdehof bei Schwarme in Niedersachsen zeigt so eine erfolgreiche Umsetzung.

Ein ehemaliger Pferdehof, mitten im Grünen mit viel Fachwerk und Feriengästen, die gerne mal für ein paar Tage vorbeischauen: Mit dem Schepershus haben sich die Broscheits einen Traum erfüllt. So eine besondere Immobilie steht nicht alle Tage zum Verkauf. Die Broscheits haben den Resthof – ein klassisches niedersächsisches Hallenhaus aus dem Jahre 1865 mit einigen Stall- und Wirtschaftsgebäuden – 2018 gekauft und sind 2019 dort eingezogen.

Das Hauptgebäude hat eine Wohnfläche von rund 320 m2 und war bereits in Teilen saniert. So waren zum Beispiel die alten Fenster und Türen durch neue mit entsprechender Isolierverglasung und zeitgemäßen U-Werten ausgetauscht worden. Auch die Hausinstallationen von Elektro-, Wasser-, Abwasser- und Wärmeverteilung waren durch die Voreigentümer erneuert worden. Nach dem Einzug hat das Ehepaar weitere Veränderungen und Modernisierungen insbesondere im Wohntrakt vorgenommen. So sind einige Dämmmaßnahmen an der Gebäudehülle des Wohngebäudes – wie beispielsweise der Geschossdecken und Trennwände – umgesetzt worden.

Neben dem eigenen, großzügigen Wohnbereich gibt es eine weitere vermietete Wohnung, ein Ferienapartment und ein Ferien-Gästezimmer jeweils mit Bad. Beständig haben die Eigentümer in den vergangenen fünf Jahren kleinere und größere Projekte an dem Haus und auf dem Hof realisiert. Das jüngste ist der Austausch der alten Gas-Heizungsanlage gegen ein Wärmepumpensystem.

Das Hauptgebäude hat eine Wohnfläche von rund 320 m² und war bereits in Teilen saniert.
Quelle: Mitsubishi Electric
Das Hauptgebäude hat eine Wohnfläche von rund 320 m2 und war bereits in Teilen saniert.

Wärmeerzeugung ohne fossile Energieträger

„Die Idee, eine Wärmepumpe zu installieren, kam durch die öffentliche Diskussion und aufgrund der Tatsache, dass der Gaspreis enorm gestiegen ist und wir für die Zukunft unsicher waren, in welche Richtung der Gaspreis sich entwickeln wird“, erklärt Jens Broscheit. „Bei der Auswahl der Wärmepumpe haben wir uns zunächst über verschiedene Medien informiert und sind so auf den Hersteller Mitsubishi Electric gestoßen. Als wir über die Fachpartnersuche auf der Webseite direkt zu einem Wärmepumpen-Fachbetrieb vor Ort geleitet wurden, stand die Entscheidung für uns eigentlich schon fest.“ Um ganz sicher zu gehen, dass eine Wärmepumpe die richtige Lösung für ihr Gebäude ist, haben die Eigentümer im Winter die Systemtemperatur schrittweise gesenkt und festgestellt, dass die gewünschte Raumtemperatur auch mit einer Heizungsvorlauftemperatur von rund 50 °C erreicht werden kann.

Die Firma Schierenbeck Gebäudetechnik e.K. aus Schwarme hat ihnen ein wärmetechnisches Gesamtkonzept erstellt, das die Versorgung des Gebäudes mit Raumwärme und Trinkwarmwasser auf ein versorgungstechnisch sicheres und wirtschaftliches Fundament stellt, ohne dafür fossile Brennstoffe zu nutzen. Klaus Schierenbeck hat als ausgebildeter Installateur- und Heizungsbaumeister, TGA-Fachplaner und Energieeffizienzexperte für Wohn- und Nichtwohngebäude (dena) das Wärmeversorgungskonzept und die Anlagentechnik fachlich geplant und ausgeführt. „Die gebäudetechnische Herausforderung bestand darin, eine zukunftsfähige Wärmeversorgung für dieses Bestandsgebäude aus dem 19. Jahrhundert zu entwickeln und umzusetzen, um ganzjährig ein angenehmes sowie komfortables Temperaturniveau in dem Gebäude zu gewährleisten“, erklärt Schierenbeck hierzu.

Luft/Wasser-Wärmepumpe als wirtschaftliche Lösung

Am Markt stehen hierfür prinzipiell unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung, von denen jedoch keine so gut für dieses Gebäude in Frage kam, wie ein Luft/Wasser-Wärmepumpensystem. Der unbestrittene Vorteil von Luft/Wasser-Wärmepumpen ist ihre einfache und kostengünstige Erschließung der Wärmequelle. „Das Entscheidende waren hier die deutlich geringeren Investitionskosten gegenüber Erd- oder Sole-Wärmepumpen. Denn da spielen Luft/Wasser-Wärmepumpen ihre Vorteile voll aus“, so Schierenbeck. Für eine Luft/Wasser-Wärmepumpe sprach aus Bauherrensicht auch, dass die Wärmequelle Luft den geringsten baulichen Aufwand von allen Wärmepumpenlösungen erfordert.

Weiterführende Informationen: https://www.youtube.com/watch?v=84uxAePIHEs

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