Nachrüstung dringend erforderlich!

Lüftungsanlagen sichern bessere Lernqualität in Schulen und Bildungseinrichtungen

Schülerinnen und Schüler sitzen bei weit geöffneten Fenstern eingehüllt in dicke Jacken und Decken in ihren Klassenzimmern: Alltag an vielen Schulen in Pandemie-Zeiten, um per Frischluft von außen die Innenraumluftqualität zu optimieren und einer Virenverbreitung vorzubeugen. Effektiver und komfortabler wäre eine Nachrüstung der Klassenräume mit einer Lüftungsanlage. Dieser Beitrag erläutert Hintergründe und Details einer solchen Maßnahme.

Ein Grundschüler mit einem geöffneten Buch auf dem Tisch.
Quelle: Exhausto by Aldes
Mechanische Lüftung gewährleistet ein angenehmes Lernen und Arbeiten in Schulen und Bildungseinrichtungen. Für die Nachrüstung in Bestandsgebäuden eignen sich vor allem dezentrale und semizentrale Systeme.

Die Corona-Pandemie hat mehr als deutlich veranschaulicht, welche Mängel in Sachen Innenraumluftqualität nach wie vor in den Schulen und Bildungsstätten vorzufinden sind. Über 90 Prozent dieser Einrichtungen verfügen über keine mechanische Lüftungsanlage, sondern werden noch immer ausschließlich über die Fenster be- und entlüftet. Und dies, obwohl nicht erst seit Ausbruch der Pandemie bekannt ist, dass eine reine Fensterlüftung nicht genügt und ein ausreichender und kontinuierlicher Luftwechsel in Klassenräumen nicht nur zur Minimierung einer Ansteckungsgefahr bei Viruserkrankungen wichtig ist. Eine unzureichende Lüftung in einem Klassenraum führt zwangsläufig zu einer schnellen und drastischen Erhöhung von Schadstoffbelastungen, die sowohl die Konzentration als auch die Gesundheit der Schülerinnen und Schüler sowie Lehrenden negativ beeinflussen.

Luftreiniger reichen nicht

Ein wichtiger Indikator zur Feststellung der Innenraumluftqualität ist die CO2-Konzentration, die bereits durch Prof. Pettenkofer im 19. Jahrhundert mit einem max. Grenzwert von 1.000 ppm (parts per million) definiert wurde und noch heute als Zielwert auch in der VDI-Richtlinie 6040 (Raumlufttechnik - Schulen) zu Grunde gelegt wird.

Um mindestens diesen Standard zu erreichen und die Innenraumluft langfristig auf konstant hohem Qualitätsniveau zu halten, sind die mit begrenzten Finanzmitteln in den Schulen angeschafften mobilen Luftreiniger nicht geeignet. Diese Geräte haben zur Bekämpfung der aktuellen Corona-Lage ihre Berechtigung – aber nur als Ergänzung zur reinen Fensterlüftung, um mögliche virenbelastete Aerosole aus der Raumluft abzuscheiden. Im Gegensatz zu einer professionellen Lüftungsanlage stellen Luftreiniger aber keinen kontinuierlichen Luftaustausch sicher und können nach der Pandemie eigentlich stillgelegt werden.

Vorteile von Lüftungsanlagen

Lüftungsanlagen sind eine langfristige und nachhaltige Lösung, um die empfohlenen Werte einer gesunden Raumluftqualität sicherzustellen – auch in Nicht-Corona-Zeiten. Zu den zahlreichen Vorteilen gehören:

  • Ausreichende Frischluftzufuhr während der kompletten Nutzungsdauer – und wenn gewünscht, auch darüber hinaus – und bei Vollbelegung des Raumes
  • Bedarfsgeregelte Luftmenge in Abhängigkeit des gemessenen CO2-Niveaus im Klassenraum – automatisch und ohne, dass der Nutzer eingreifen muss
  • Filterung der evtl. mit Feinstäuben und Pollen belasteten Außenluft und somit Zufuhr gereinigter „Allergiker freundlicher“ Frischluft
  • Keine Geräuschbelästigung durch Außenlärm – wie dies bei geöffneten Fenstern häufig der Fall ist
  • Keine Wärmeverluste durch weit geöffnete Fenster
  • Energieeinsparung durch integrierte Wärmerückgewinnung im Winter
  • Bedarfsorientierte und frei einstellbare Zuluft-Temperatur
  • Wetterunabhängige Lüftungseffektivität
  • Ausreichende Abfuhr der im Klassenraum freigesetzten, virenbelasteten Aerosole
  • Im Sommer kann durch Betrieb der Anlage in der Nacht der tagsüber aufgeheizte Klassenraum wieder abgekühlt werden

Unterscheiden lassen sich Lüftungsanlagen generell in zentrale, semizentrale und dezentrale Systeme. In Schulen oder Bildungseinrichtungen versorgt bei zentralen Systemen ein Lüftungsgerät vom Dach oder einer Technikzentrale aus eine größere Anzahl an Klassenräumen über mehrere Etagen. Bei semizentralen Systemen werden mehrere Klassenräume auf einer Etage von einem Lüftungsgerät be- und entlüftet. Dezentrale Lüftungsgeräte hingegen sind üblicherweise direkt im Klassenraum installiert und sorgen für die Be- und Entlüftung dieses einen Raumes.

Kriterien für die Systemwahl

Der Einbau einer Lüftungsanlage hängt von mehreren Faktoren ab und muss für jede Gebäudesituation individuell geplant werden. Im Neubau lassen sich in der Regel alle Systemarten realisieren, während für die Nachrüstung in Klassenräumen sich vor allem dezentrale bzw. semizentrale Lösungen bewährt haben.

Weiterführende Informationen: https://www.exhausto.de

Freitag, 26.03.2021

Von Ralf Maiwald
Technischer Leiter - Innendienstleiter, Exhausto by Aldes GmbH
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