Erneuerbare Energien

Schall, Kältemittel, Vereisungen …

Luft/Wasser-Wärmepumpen korrekt aufstellen

Mittwoch, 08.05.2024

„Gute Planung ist die halbe Miete“ – in dieser Aussage steckt viel Wahrheit.

Für die Platzierung der Außengeräte von Luft/Wasser-Wärmepumpen gibt es zahlreiche Aufstellungsvarianten. Dadurch bedingt wachsen die denkbaren Fehlerquellen.
Quelle: Vaillant
Für die Platzierung der Außengeräte von Luft/Wasser-Wärmepumpen gibt es zahlreiche Aufstellungsvarianten. Dadurch bedingt wachsen die denkbaren Fehlerquellen.

Und sie gilt in Zeiten von Wärmepumpen nicht nur für die Planung der reinen Heizanlage, sondern bei Luft/Wasser-Wärmepumpen auch für die richtige Aufstellung des Außengerätes. Hier sind, neben den Schallemissionen, zum Beispiel auch teils noch ungewohnte Auflagen zu umweltschonenden Kältemitteln wie R290 und mögliche Vereisungen im Umfeld zu beachten.

Die Möglichkeiten sind vielfältig und dadurch bedingt wachsen auch die denkbaren Fehlerquellen. Die Rede ist von den zahlreichen Aufstellungsvarianten der Außengeräte von Luft/Wasser-Wärmepumpen. Dabei ist es nachvollziehbar, dass oftmals nicht der am besten geeignete, sondern der Aufstellplatz mit dem kürzesten Leitungsweg zum Heizungskeller gewählt wird. Das gilt insbesondere auf kleinen Grundstücken. Dazu kommt dann in einigen Fällen noch der Wunsch des Hauseigentümers, der sich vorab schon genau überlegt hat, an welcher Stelle er unbedingt das Außengerät installiert haben möchte.

Doch neben den optischen sind es vor allen Dingen technische Fakten, die eine Ortswahl dominieren sollten. Diese Fakten bilden einen roten Faden, der dem Fachhandwerk Orientierung anhand klarer Entscheidungskriterien bietet. Dies hilft im Praxisalltag bei der Fokussierung auf mögliche Aufstellorte. Grundsätzlich sind in erster Linie drei Aufstellungsvarianten der Außengeräte von Luft/Wasser-Wärmepumpen möglich:

  • die Bodenaufstellung,
  • die Wandmontage/ Fassadeninstallation und
  • die Installation auf dem Flachdach/der Garage.

Bei der Bodenaufstellung sind primär einige Bedingungen zu beachten, die nicht nur für die Zufriedenheit des Nutzers mit seiner Wärmepumpe maßgeblich sind, sondern die ebenso über die Betriebssicherheit und Effizienz des Gerätes entscheiden können.

Anforderungen an den Aufstellort.
Quelle: Vaillant
Anforderungen an den Aufstellort.

Auch wenn es der Hauseigentümer noch so sehr favorisiert: Ein Aufstellort in einer Raumecke, einer Nische, zwischen Mauern oder zwischen Umzäunungen ist unbedingt zu vermeiden. Der Grund dafür liegt in einer möglichen Potenzierung von möglichen Schallemissionen. Zu bevorzugen ist dagegen ein Aufstellort mit guter Schallabsorption, wie beispielsweise durch Rasen, Sträucher oder Palisaden. Dabei sind in jedem Fall die Bedingungen der TA Lärm zu beachten. Diese müssen in jedem Fall vollumfänglich erfüllt werden. Dazu zählen auch die Mindestabstände an der eigenen Grundstücksgrenze. Je nach Bundesland gelten hier unterschiedliche Anforderungen. Seit Ende 2022 wurden diese Anforderungen in einigen Bundesländern, wie etwa Nordrhein-Westfalen und Hessen, entschärft.

Relevante Schutzbereiche übersichtlich in einer Grafik zusammengefasst.
Quelle: Vaillant
Relevante Schutzbereiche übersichtlich in einer Grafik zusammengefasst.
Der Abstand zum Gehweg in Ausblasrichtung soll mindestens 3 m betragen, da es aufgrund der abgekühlten Luft zu Vereisung kommen kann.
Quelle: Vaillant
Der Abstand zum Gehweg in Ausblasrichtung soll mindestens 3 m betragen, da es aufgrund der abgekühlten Luft zu Vereisung kommen kann.

Wind und Wetter

Auch die Rückansaugung von Luft aus dem Luftaustritt hinter dem Wärmeübertrager ist zu vermeiden, denn hierbei können unter anderem Effizienzverluste, thermische Kurzschlüsse und auch höherer Verschleiß am Lüfter auftreten. Deswegen ist ebenso die Montage an einem Aufstellort zu bevorzugen, an dem keine starken Winde auf den Luft-eintritt einwirken. Das Außengerät sollte darum möglichst quer zur Hauptwindrichtung aufgestellt werden. Dies wird in der Praxis häufig vernachlässigt.

Auch auf mögliche Schneeverwehungen und die durchschnittliche Schneehöhe im Winter sollte geachtet werden. Dies gilt sowohl für die reine Platzierung des Außengerätes als auch einen notwendigen Sockel, der das Gerät vor der durchschnittlichen Schneehöhe am Aufstellort schützt. Die Schneehöhe kann dabei nachvollziehbar je nach Region deutlich variieren.

Von vorneherein sollte auch die unterirdische Verlegung der hydraulischen und elektrischen Leitungen in das Gebäude geplant werden. Führen diese beispielsweise unter asphaltierten oder gar betonierten Wegen her, ist mit Mehraufwand bei der Erstellung zu rechnen. Um Beschädigungen der Leitungen zu vermeiden, ist stets ein Schutzrohr vorzusehen, das durch die Gebäudewand geführt wird. Dabei muss unbedingt darauf geachtet werden, alle Anschlüsse nach den Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) zu isolieren. Eine nachträgliche Isolierung ist fast nicht mehr fachgerecht möglich. Hier stehen auch fertige Lösungen, wie das Vaillant-GEG-Anschluss-Set, zur Verfügung.

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