Ökologisch-ökonomisch optimiert

Neues Wohnquartier mit Fokus auf Energieeffizienz und Hygiene

Die Schaffung von Wohnraum in einem attraktiven Wohnumfeld, unter Berücksichtigung der Aspekte der Nachhaltigkeit, ist eine wichtige Aufgabe.

Jetzt und in der Zukunft: Die Umsetzung von ökologischen Vorgaben, ökonomischen Zielen sowie städtebaurechtlichen Anforderungen sind dabei nicht zu unterschätzende Herausforderungen für Investoren, Fachplaner und Fachhandwerker. Wie dieser vermeintliche „Zielkonflikt“ in der Baupraxis erfolgreich aufgelöst werden kann, zeigt das Wohnquartier „Liebigstraße“ in Langen.

Grafik: Neues Wohnquartier in Langen, südlich von Frankfurt / Main
Quelle: RKW + und HBB
Ein großer Anteil des CO2-Ausstoßes geht auf den Wohnungsbau und -betrieb zurück. Moderne Gebäude, basierend auf energieeffizienten Systemen der Wärmeerzeugung, -verteilung und -übergabe, können demnach erheblich zur Erreichung der Klimaziele beitragen und den Bewohnern dabei ein attraktives Zuhause bieten.

In Langen, südlich von Frankfurt/M., entsteht derzeit auf 28 ha ein neues Wohnquartier für 3.300 Bewohner. Hinzu kommen außerdem Geschäfte, ein Hotel, eine Kita sowie weitere Einrichtungen. Das Wohngebiet „Liebigstraße“ punktet durch eine ansprechende Architektur, Familienfreundlichkeit und die Umsetzung von ökologischen Werten – allen voran der Energieeffizienz.

Die Grundstücke sind in der Hand von verschiedenen Investoren und Projektentwicklern. So ist die Projektgesellschaft Wohnwerte Langen GmbH, mit den Gesellschaftern Walldorfer Wohnbau GmbH und Demir Bau GmbH, verantwortlich für 162 Wohnungen auf einer Fläche von 6.000 m² im Wohnquartier „Liebigstraße“ bzw. „Nördlich der Liebigstraße“. Das sogenannte „LiebigCarree“ besteht aus drei mehrgeschossigen Wohnanlagen auf dem ehemaligen Stadtwerke-Gelände schräg gegenüber dem Bahnhof.

Die Wohnwerte Langen GmbH gab Anfang 2019 den Startschuss mit dem Beginn der Vorarbeiten auf dem Gelände. Im Oktober 2019 war der Rohbau des ersten Bauabschnitts fertiggestellt. Nach nur neun Monaten war im Juli 2020 bei 82 der 162 Wohnungen der Innenausbau abgeschlossen, so dass die Wohnungen im August 2020 bereits übergeben werden konnten. Das ist eine organisatorische Meisterleistung, denn die Realisierung des Objektes fiel in großen Teilen in die Zeit, als der Corona-bedingte Lockdown für zahlreiche Einschränkungen sorgte.

„Unter ökologischen Aspekten betrachtet, ist die Lage mit eigener S-Bahn-Haltestelle besonders interessant, also die verkehrsgünstige Anbindung nach Frankfurt und Darmstadt und damit auch Innenstadtnähe“, beschreibt Ahmet Gökcek, Inhaber und Geschäftsführer der Walldorfer Wohnbau GmbH, was ihn zur Investition in dieses Projekt veranlasste.

Auf dem Gelände stand bis in die 1970er-Jahre ein Gaskraftwerk. Aufgrund der zwei Tiefgeschosse bildete der Spezialtiefbau eine besondere Herausforderung für die Walldorfer Wohnbau GmbH. Glücklicherweise gab es keine Bodenkontamination, erforderlich war jedoch eine sehr aufwendige Auffüllung. Da ein Teil der Fassade parallel zu den Bahnschienen verläuft, galt es zudem, hohe Schallschutzauflagen zu erfüllen, was in Form einer 5-fach-Verglasung gelöst wurde.

Mit Klaus Leber Architekten BDA stand der Wohnwerte Langen GmbH ein Partner zur Seite, welcher die Vorgaben ideal umsetzte. Die Aufgabe des Investors löste das Architekturbüro in Form einer effektiven Planung der einzelnen Wohnungsschnitte: 50 Prozent sind 2-Zimmer-Wohnungen mit einer Größe von 50 m², 25 Prozent sind 3-Zimmer-Wohnungen mit 80 m² und weitere 25 Prozent bilden 4-Zimmer-Wohnungen mit 80 m². „Effizienz bezüglich der Wohnungsgröße beinhaltet den Blick auf die Investitionskosten, auf den laufenden Unterhalt und so auch auf die Nachhaltigkeit“, fasst Klaus Leber zusammen.

Wärme und Wasser – dezentral

Gebaut wird nach dem KfW -55-Standard: Die hochwertig gedämmte Fassade mit Feinsteinzeug im EG und 1. OG und die begrünten Dächer bilden eine ansprechende Optik. Auch hier kommt das Thema Energieeffizienz zum Tragen. Die extensiv begrünten Dächer ermöglichen eine verbesserte Wärmedämmung im Winter und einen Hitzeschild im Sommer. Eine Art „natürliche Klimaanlage“ in Verbindung mit erhöhtem Schallschutz durch eine gute Schallabsorption der Vegetation.

Die 5- bis 8-geschossigen Wohngebäude mit zusammenhängenden 2-geschossigen Tiefgaragen und insgesamt acht Treppenhäusern sind in Hufeisenbebauung gefertigt. Sie bilden eine Blockrandbebauung um ein Einkaufszentrum herum.

Weiterführende Informationen: https://www.kamo.de/

Sonntag, 13.06.2021

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