Wärme

Nicht zu dick auftragen

Dünnschicht-Flächenheizsysteme für die Nachrüstung

Dienstag, 20.07.2021

Wasserführende Fußbodenheiz- und -kühlsysteme lassen sich im Altbau oft nicht einsetzen, weil die erforderliche Konstruktionshöhe nicht zur Verfügung steht oder bei Holzbalkendecken Statikprobleme entstehen können. Daher werden von vielen Anbietern spezielle Lösungen und Dünnschichtsysteme für den nachträglichen Einbau angeboten, teilweise mit Trockenestrichen als Last- und Wärmeverteilschicht. Diese Konstruktionen sind grundsätzlich leichter und können erheblich schlanker aufgebaut werden. Welche konkreten Herausforderungen mit Modernisierungssystemen gelöst werden können, beleuchtet der Bundesverband Flächenheizungen und Flächenkühlungen e.V. (BVF) im folgenden Beitrag.

Foto: Verlegung Trockenbau-Fußbodenheizungssystem „ClimaComfort“ im Altbau.
Quelle: Roth Werke
Verlegung des Trockenbau-Fußbodenheizungssystems „ClimaComfort“ im denkmalgeschützten Altbau.

Die Modernisierung einer bestehenden Immobilie ist die ideale Gelegenheit, um durch den Einbau einer Flächenheizung die Planungsziele Wärmekomfort, Nachhaltigkeit und Werterhalt zu verbinden. Für die nachträgliche Installation sind spezielle Systeme der Flächenheizung und Flächenkühlung am Markt verfügbar. Es kommen, je nach Projektanforderung, Rohrsysteme, Flächenheizelemente oder Kapillarrohrsysteme zum Einsatz, die leichter sind und somit besonders für Holzbalkendecken keine übermäßige Belastung bedeuten.

Zudem fallen Trockenverlegesysteme erheblich niedriger aus, wassergeführte dünnschichtige Verbundsysteme benötigen nur 15 bis 20 mm Aufbauhöhe. Eine nützliche Entscheidungshilfe stellt in diesem Zusammenhang der BVF-„Flächenheizungsfinder“ dar - www.flaechenheizung.de/flaechenheizungsfinder-fussboden

Anhand von zwei Projektbeispielen soll nun dargestellt werden, wie schnell, bedarfsgerecht und wirtschaftlich eine energetische Gebäudesanierung mit Systemen der Flächentemperierung umgesetzt werden kann:

Fallbeispiel 1: Denkmalgeschützes Wohnhaus in Duisburg

Der Eigentümer eines denkmalgeschützten Wohnhauses in Duisburg setzte bei der Sanierung und Erweiterung seines Gebäudes auf ein energieeffizientes Gesamtsystem. Ein neues Rohrleitungssystem für die hygienische Trinkwasserversorgung, insgesamt 240 m² Fußbodenheizung inklusive Regelung, eine außen aufgestellte Luft/Wasser-Wärmepumpe sowie ein Kunststoff-Wärmetank als Trennspeicher bringen moderne SHK-Systemtechnik in das historische Haus.

Im Erdgeschoss kamen rund 140 m² Tacker-System für die Flächenheizung und -kühlung zum Einsatz. Die geringe Traglast sowie eine Höhendifferenz von etwa acht Zentimetern im Obergeschoss des denkmalgeschützten Gebäudes schränkten die Auswahl der Fußbodenheizungssysteme hier stark ein. Aufgrund des niedrigen Flächengewichtes und der geringen Gesamtaufbauhöhe von 43 mm eignete sich für diese rund 100 m² große Fläche das Trockenbausystem „ClimaComfort TBS“ vom Hersteller Roth Werke. Das System bietet eine große architektonische Gestaltungsfreiheit und eignet sich besonders für Modernisierungsvorhaben.

Vor der Montage der Fußbodenheizung wurde der vorhandene Boden mit einem Ausgleichsestrich bearbeitet. Die Installation des Trockenbausystems gelingt schnell, da nur ein Systemplatten-Typ zum Einsatz kommt. Die Platten sind untereinander im 30 cm Raster in alle Richtungen kombinierbar und können entsprechend der Raumgeometrie zugeschnitten werden. Ein Nut/Nase-System erlaubt das lagegenaue Verlegen und Ausrichten der Systemplatten untereinander. Die Plattenstruktur ermöglicht eine einfache und sichere Fixierung der Wärmeleitlamellen in verschiedenen Richtungen und Positionen der Platte. Der kleinste mögliche Verlegeabstand für das Systemrohr beträgt 15 cm.

Foto: Flächenheiz- und -kühlsystem „Permatop SF“ bestehend aus der selbstnivellierenden Energieverteilschicht mit integriertem wasserführenden Heiz- und Kühlleiter sowie einem PE-Heizrohr mit Klett-Technologie zur einfachen Verlegung auf der selbstklebenden Fasergewebematte.
Quelle: Blanke Systems
Das Flächenheiz- und -kühlsystem „Permatop SF“ besteht aus der selbstnivellierenden Energieverteilschicht mit integriertem wasserführenden Heiz- und Kühlleiter sowie aus einem PE-Heizrohr mit Klett-Technologie zur einfachen Verlegung auf der selbstklebenden Fasergewebematte.

Fallbeispiel 2: Dachgeschosswohnung im 30er-Jahre-Altbau

Eine in die Jahre gekommene Gasheizung mit optisch nicht ansprechender Verlegung der Heizrohre auf den Sockelleisten und alte Heizkörper waren in der Altbau-Dachgeschosswohnung verbaut. Zudem war der Dielenboden abgenutzt und uneben geworden. Im ersten Arbeitsschritt wurden deshalb das alte Gasheizgerät, die Heizkörper sowie das gesamte Rohrnetz demontiert. Das Ziel des Umbaus, welcher innerhalb von nur fünf Tagen realisiert werden konnte, war demnach eine energetische und optische Aufwertung der Wohnung. Einen maßgeblichen Anteil daran hat das installierte Flächenheiz- und -kühlsystem von Blanke Systems mit dünnem Aufbau unter Einsatz eines keramischen Belags an Wand und Boden – in Kombination mit einer reversiblen Luft/Wasser-Wärmepumpe.

Das Flächenheiz- und -kühlsystem „Permatop SF“, speziell für den Einsatz in Räumen mit Fliesen- und Natursteinbelägen, ist eine modulare Zusammenstellung von aufeinander abgestimmten Einzelkomponenten. Es besteht aus der selbstnivellierenden Energieverteilschicht mit integriertem wasserführenden Heiz- und Kühlleiter sowie aus einem hochwertigen PE-Heizrohr mit Klett-Technologie zur einfachen Verlegung auf der selbstklebenden Fasergewebematte. Abgerundet wird das System durch eine Entkopplungsmatte und ist damit für alle Bodenbeläge geeignet. In Kombination mit der Verwendung der Belagsträger- und Entkopplungsmatte konnten die absolute Rissfreiheit der Bodenkonstruktion sowie ein ebener Bodenaufbau gewährleistet werden. Die Energieverteilschicht, hier „Filler“ genannt, ist nach drei Stunden begeh- und weiter verarbeitbar, so dass der Fliesenleger sein Gewerk im Projekt nahtlos umsetzen konnte.

Weiterführende Informationen: https://www.flaechenheizung.de/

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