Wärme

Kühl- und Heizdeckensysteme

Dienstag, 10.08.2021

Grafik: Deckenarten wie Gipskarton- oder Lehmdecken erfordern, vor der finalen Beschichtung das sogenannte Beschichtungsreifheizen durchzuführen.
Quelle: BVF
Bei einigen Deckenarten, wie etwa Gipskarton- oder Lehmdecken, ist es erforderlich, vor der finalen Beschichtung ein Aufheizprogramm durchzuführen – das sogenannte Beschichtungsreifheizen.

Funktionsheizen/-kühlen und Beschichtungsreifheizen

Zur Überprüfung der ordnungsgemäßen hydraulischen Verrohrung und funktionsfähigen Durchströmung der gesamten aktiven Deckenflächen hat außerdem das Funktionsheizen zu erfolgen. Bei nicht reversiblen mineralischen Decken, zum Beispiel Gipskarton, hat dieser Vorgang aus Gründen möglicher Fehlerbehebung vor dem finalen Verschließen (Beplanken und Verspachteln) der Decke zu erfolgen. Bei Deckensystemen mit Verrohrung innerhalb der Gipskartonplatte macht das Funktionsheizen erst nach dem Beplanken Sinn. Dieser Vorgang kann, wie schon erwähnt, durch eine thermografische Begehung ergänzt werden.

Bei einigen Deckenarten, wie etwa Gipskarton- oder Lehmdecken, ist es erforderlich, vor der finalen Beschichtung ein Aufheizprogramm durchzuführen – das sogenannte Beschichtungsreifheizen. Zweck dieses Vorganges ist es, zum einen mögliche Spannungen aus dem System herauszubringen und zum anderen einen zu hohen Feuchtigkeitsanteil (Baufeuchte) aus der Decklage zu entfernen. Hierdurch wird die Möglichkeit einer Rissbildung minimiert. Dieser Vorgang sollte in kleinen Temperatur-Schritten erfolgen und eine Vorlauftemperatur von 40 °C nicht übersteigen. Herstellerspezifische Angaben sind auch hier zu berücksichtigen.

Abnahme und Funktionskontrolle

Die Abnahmeprüfung von Kühl- und Heizdecken erfolgt nach VDI 6031 „Abnahmeprüfung von Raumkühlflächen“. Ziel ist der Nachweis der erbrachten Montageleistungen nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik, einschließlich der Funktionsfähigkeit sämtlicher Bestandteile, im Interesse des Auftraggebers.

Mit der Konformitätsprüfung wird die Übereinstimmung der installierten Konstruktion zur Ausführungsplanung überprüft. Wenn Teile der Kühl- und Heizdecke nach Fertigstellung nur unter erschwerten Bedingungen geprüft werden können, sind stichprobenartige Prüfungen zu vereinbaren, für nicht zugängliche Systemteile ist die planungskonforme Ausführung durch den Errichter zu bestätigen.

Laufender Betrieb und Wartung

Grundsätzlich sind Kühl- und Heizdeckensysteme wartungsfrei. Die hydraulischen Komponenten sollten nach VDMA 24186 („Leistungsprogramm für die Wartung von technischen Anlagen und Ausrüstungen in Gebäuden“) gewartet und die Wasserqualität im laufenden Betrieb nach BTGA-Regel 3.003 („Geschlossene wassergeführte Kalt- bzw. Kühlwasserkreisläufe – zuverlässiger Betrieb unter wassertechnischen Aspekten“) und VDI 2035 Blatt 1 („Vermeidung von Schäden in Warmwasser-Heizungsanlagen – Steinbildung und wasserseitige Korrosion“) nachgewiesen werden.

Nach der Übergabe ist für den laufenden Betrieb sowie für die Wartung der Anlagenbetreiber verantwortlich.

Auch während des Betriebs sind die Vorgaben der Hersteller zu Betriebsbedingungen, wie etwa Temperatur und Luftfeuchtigkeit, einzuhalten. Beim Betrieb in Verbindung mit einer maschinellen Lüftung oder einer Fensterlüftung ist die Luftfeuchtigkeit zu kontrollieren. Ungeregelt können sich ansonsten Werte einstellen, welche unterhalb bzw. oberhalb der zulässigen Werte liegen.

Weiterführende Informationen: https://www.flaechenheizung.de/

Von Alexandra Borke
Referentin Technik, Bundesverband Flächenheizungen und Flächenkühlungen e.V. (BVF)
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