HeizungsJournal Classics - Teil 1

Heizkörper-Niedertemperaturheizung

Wir blicken in unser Archiv - und landen dieses Mal im Jahr 1979. In der Mai/Juni-Ausgabe diesen Jahres berichtete W.Goebel, damals Versuchsleiter der Firma August Brötje, über die Niedertemperatur-Heizung.

Die erste Seite des HeizungsJournals-Artikels
Quelle: HeizungsJournal
Die erste Seite des Artikels "Heizkörper-Niedertemperaturheizung" aus dem Jahr 1979.

"In den letzten Jahren, verstärkt seit der Energiekrise im Jahre 1973, wird dem Wärmeschutz von Gebäuden erhöhte Bedeutung beigemessen. Dabei hat der verbesserte Wärmeschutz bei Neubauten zu einer wesentlichen Reduzierung des spezifischen Wärmebedarfs geführt. Diese Entwicklung hat verschiedenen Heizsystemen, wie der Heizkörper-Niedertemperaturheizung, der Fußbodenheizung usw., die früher wegen ihrer begrenzten spezifischen Leistungen vielfach nicht zum Einsatz kommen konnten, ein breites Anwendungsgebiet eröffnet. Es muß betont werden, daß die Heizkörper-Niedertemperaturheizung die Forderungen erfüllt, die heute in Bezug auf Raumklima, Wirtschaftlichkeit und Lebensdauer gestellt werden", so beginnt Goebels Artikel damals.

Im Beitrag beschreibt der Autor u.a. die Vorteile der Heizkörper-Niedertemperaturheizung. Nennt er hier Vorzüge, die heute keine mehr sind? Sehen wir uns ein paar Punkte an:

"1. Einsatzmöglichkeiten: Die Heizkörper-Niedertemperaturheizung ist einsetzbar in Wohnbauten, Bürobauten usw. Sie kann in Neubauten und Altbauten installiert werden.

Es ist auch möglich, bei der Renovierung und wärmetechnischen Verbesserung von Altbauten eine vorhandeneherkömmliche Heizungsanlage auf Niedertemperaturbetrieb umzurüsten. Die Heizkörper-Niedertemperaturheizung kann in Verbindung mit herkömmlichen Heizkesseln, aber auch in Verbindung mit Wärmepumpen eingesetzt werden."

Das gilt auch heute noch so – die Niedertemperaturheizung hat ein breites Einsatzgebiet, die Verbindung mit einer Wärmepumpe ist heute nicht mehr wegzudenken.

"2. Energieverbrauch: Gegenüber 90/70-Heizungsanlagen* ergibt sich, bei Auslegung der Heizkörper-Niedertemperaturheizung auf z.B. 60 °C Vorlauftemperatur und 50 °C Rücklauftemperatur, bereits eine (bei Heizkesseln mit Warmwasserbereitern) ganzjährig wirksame Reduzierung der Heizkesselverluste um ca. 40 %."

*Die Vor- und Rücklauftemperatur einer Heizungsanlage nach der alten DIN-Norm 4707.

Die Grafik zeigt die erforderliche Wärmeleistung um den Wärmebedarf eines Raumes bei verschiedenen Heizsystemen zu decken.
Quelle: W. Goebel
Vergleich der Wärmeleistung einer HK-Niedertemperaturheizung und einer Fußbodenheizung.

Gutes Argument – und auch heute noch gültig: Niedertemperaturheizungen können den Energieverbrauch drastisch senken.

"3. Behaglichkeit: Die Heizkörper-Niedertemperaturheizung kann für jede gewünschte Raumtemperatur ausgelegt werden. Während des Betriebes kann die Raumtemperatur den jeweiligen Erfordernissen sehr schnell angepaßt werden."

"Macht die Heizung meine Wohnung warm" ist damals wie heute wohl die wichtigste Frage bei der Wahl der Heizungsanlage. Und natürlich können Niedertemperaturheizkörper das, sie sorgen sogar für eine gleichmäßigere Verteilung der Wärme im Raum.

Fazit

Sie sehen also, Sie sehen nichts: Auch 38 Jahre später hat sich die Physik nicht geändert und die Vorteile der Niedertemperaturheizung wurden bereits damals erkannt. Aber natürlich gibt es dennoch neue Entwicklungen - aktuelle Beiträge zum Thema finden Sie bei uns.

Wer noch weiter in der Vergangenheit schwelgen will, findet hier einen Rückblick auf 50 Jahre Heizungsbranche.

Dienstag, 15.08.2017