KWK

Methanol-Brennstoffzellen in Serienfertigung

Dienstag, 10.01.2023

Brennstoffzellenhersteller Blue World Technologies startet Serienproduktion.

Der Entwickler und Hersteller von Methanol-Brennstoffzellen hebt mit der Serienfertigung seine Produktion auf ein neues Niveau. Sämtliche Fertigungslinien für die Kernkomponenten der Brennstoffzelle sind für den laufenden Betrieb eingerichtet. Das ermöglicht niedrigere Produktionskosten und höhere Geschwindigkeit bei gleichzeitiger Steigerung der Produktionsqualität.

Der dänische Brennstoffzellenentwickler und -hersteller Blue World Technologies hat am 19. Dezember seine 8.500 Quadratmeter große Blue Aalborg Factory offiziell eingeweiht und die Serienproduktion von Methanol-Brennstoffzellen aufgenommen. Die Brennstoffzellenfabrik in einem Industriegebiet am Hafen der dänischen Stadt Aalborg verfügt zunächst über eine jährliche Produktionskapazität von 250.000 Brennstoffzellen-Einheiten, die einer Gesamtleistung von 15 Megawatt entsprechen. Das Unternehmen will die Kapazität in den kommenden Jahren auf 50 Megawatt ausbauen. Der Standort erlaubt langfristig eine Erweiterung auf 500 Megawatt.

Die Brennstoffzellen von Blue World Technologies werden vor allem in der stationären Stromerzeugung sowie im maritimen Bereich eingesetzt und bilden eine klimafreundliche Alternative zu herkömmlichen Verbrennungsmotoren auf Basis fossiler Kraftstoffe. Der hohe elektrische Wirkungsgrad der Brennstoffzellensysteme ermöglicht den effizienten Einsatz von E-Fuels wie Methanol, das durch Power-to-X als erneuerbarer Kraftstoff hergestellt werden kann und einen klimaneutralen Betrieb gewährleistet.

Blue World Technologies wurde 2018 mit dem Ziel gegründet, die Fertigung von Methanol-Brennstoffzellen zu industrialisieren und die Technologie von der Laborproduktion in die Großproduktion zu überführen. In den vergangenen vier Jahren hat das Unternehmen neue Produktionsprozesse und -anlagen entwickelt und eine hochmoderne Brennstoffzellenfabrik errichtet, die die Produktion sämtlicher Kernkomponenten unter einem Dach sicherstellt. Neben der Produktion der Kernkomponenten der Brennstoffzelle – Membran, Elektrode und Separatorplatten – umfasst das ebenso die Montage der MEA (Membran-Elektroden-Einheit), des Brennstoffzellenstapels und des Methanol-Reformers sowie die Montage von Brennstoffzellensystemen für die stationäre Stromerzeugung.

Während der Entwicklung und Einrichtung des Werks lag der Schwerpunkt auf der Senkung der Produktionskosten und -zeiten bei gleichzeitiger Gewährleistung hochwertiger Komponenten. So ist es dem Unternehmen unter anderem gelungen, die Produktionszeit für Separatorenplatten um das Zehnfache zu reduzieren. Darüber hinaus besteht Potenzial für weitere Kosten- und Zeiteinsparungen.

„Mit dem Start der Serienproduktion haben wir unseren bislang größten Meilenstein erreicht und sind dem Ziel, konventionelle Verbrennungsmotoren durch unsere klimafreundliche Brennstoffzellentechnologie zu ersetzen, einen Schritt nähergekommen“, sagt Anders Korsgaard, Mitgründer und Chief Executive Officer von Blue World Technologies. „Die hohe Energieeffizienz der Methanol-Brennstoffzelle ermöglicht einen wettbewerbsfähigen Einsatz von E-Fuels, der zudem einen ökologischen Vorteil gegenüber fossilen Kraftstoffen hat. Damit leisten wir einen aktiven Beitrag zum grünen Wandel.“

Bild zeigt Einweihung Blue World
Quelle: Blue World
An der offiziellen Einweihung des Produktionswerks zum Start der Serienproduktion nahmen internationale Kunden, Anteilseigner und Partner des Unternehmens teil.

Weitere Informationen:

• Die Produktion in dem 8.500 Quadratmeter großen Werk umfasst die Herstellung der Kernkomponenten der Brennstoffzelle: Membrane, Elektroden und Separatorplatten. • Die Brennstoffzellen basieren auf der Hochtemperatur (HT)-PEM-Technologie (Betrieb bei 160°-180°C), die eine hohe Resistenz gegenüber Verunreinigungen aufweist und deshalb auf eine Reinigung des Reformatgases verzichten kann. • Einzigartig an den HT-PEM-Brennstoffzellen ist die Möglichkeit der Abwärmenutzung, bei der ein Teil der Abwärme der Brennstoffzelle für die Methanol-Reformierung verwendet wird und so den Gesamtwirkungsgrad des Systems optimiert. Darüber hinaus kann die Abwärme auch für eine zusätzliche Energierückgewinnung genutzt werden. • Die Brennstoffzellen haben je nach Einsatzbereich und spezifischer Anwendung einen hohen elektrischen Wirkungsgrad von 40 bis 60 Prozent. • Bei Betrieb mit erneuerbarem Methanol arbeiten die Methanol-Brennstoffzellen klimaneutral und verursachen keine NOx-, SOx- oder Partikelemissionen, also keine Luftverschmutzung. • Die Zielmärkte von Blue World sind stationäre Anwendungen und der maritime Sektor. Für stationäre Anwendungen stellt Blue World Technologies einen Ersatz für Dieselaggregate in der Größenordnung von 5 bis 15 Kilowatt her. Für den maritimen Markt entwickelt das Unternehmen eine leistungsstarke, auf Methanol-Brennstoffzellen basierende APU (Auxiliary Power Unit). Im Rahmen von Unternehmenspartnerschaften wird Blue World Technologies außerdem Brennstoffzellenstacks für die Systemintegration in verschiedene Anwendungen liefern. • Das Unternehmen wird von einer starken Investorenbasis unterstützt, zu der die von Bill Gates gegründete Breakthrough Energy Ventures, der deutsche Motorenhersteller DEUTZ AG und der dänische Staatsfonds Vaekstfonden gehören. • Derzeit beschäftigt Blue World Technologies rund 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das Unternehmen plant, die Belegschaft in den kommenden Jahren zu verdoppeln.

Weiterführende Informationen: https://www.blue.world/

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