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Daten – das "neue Öl" des SHK-Fachhandwerks

Matthias Böcker und Jörg Bilz von pds im Gespräch mit dem HeizungsJournal.

Ein Mann steht neben einem Lagerfeuer.
Quelle: abdelkader ft/Unsplash
Das Thema "Digitalisierung" ist eine facettenreiche und höchst komplexe Angelegenheit. Motivierten "Pfadfindern" aus den Handwerksunternehmen – gerade der SHK-Branche – winken aber erhebliche Chancen, wenn sie "mutig" eigene Erfahrungen sammeln im Umgang mit den unterschiedlichen digitalen Hilfsmitteln, Werkzeugen, Dienstleistungen und Angeboten.

Matthias Böcker, Geschäftsführer, und Jörg Bilz, Vertriebsleiter und Prokurist, von der pds GmbH aus dem niedersächsischen Rotenburg an der Wümme erklären im Interview mit dem HeizungsJournal, auf welche elementaren Entwicklungen sich ziel- und zukunftsorientierte Fachhandwerksunternehmen der Heizungs-, Lüftungs-, Klima- und Sanitärbranche einstellen müssen. "Die digitalen Megatrends sind in der beruflichen Realität angekommen", betonen die Software- und IT-Spezialisten. Wie diese "Megatrends" konkret aussehen und wie sie praxisgerecht umgesetzt werden können, (auch das) erfahren Sie im folgenden Beitrag.

In welchem betrieblichen Verantwortungsbereich (z.B. Kundendienst) besteht denn Ihres Erachtens das größte "Digitalisierungs-Potential"? Oder sollte man am besten gleich den ganzen Betrieb "durchdigitalisieren"?

Matthias Böcker:

Wir empfehlen unseren Kunden aus dem Handwerk, darunter SHK- und Kältefachbetriebe, aber auch Unternehmen unter anderem aus den Bereichen Elektrotechnik, Hoch- und Tiefbau sowie Maler, Trockenbau sowie Boden- und Fliesenleger, einfach einmal zu starten. Sprich: Die Empfehlung geht sicherlich nicht in die Richtung, dass man im "Hauruckverfahren" den ganzen Betrieb durchdigitalisiert. Denn das ist schlicht und ergreifend unrealistisch! Viel sinnvoller und auch praxisgerechter ist es doch, sich dem Thema "häppchenweise“ zu nähern.

Auf den Punkt gebracht, heißt das: Die Fachbetriebe müssen dort mit der Digitalisierung anfangen, wo der größte "Schmerz" und damit Handlungsdruck besteht. Egal, in welchem betrieblichen Verantwortungsbereich das auch jeweils sein mag, ob im Kundendienstbereich, in der Bauprojektabwicklung oder im Lager beim Wareneingang. Denn wenn dieser "Schmerz“ dann zum Beispiel durch den Einsatz von entsprechender Software gelindert wird, konkretisiert sich häufig auch das doch recht sperrige bzw. komplexe Themenfeld Digitalisierung. Im besten Falle erkennen die an dieser Problemlösung Beteiligten die Chancen und weiteren Potentiale – und gehen den Pfad der Digitalisierung aus innerer Überzeugung und mit Motivation!

Bild von Matthias Böcker.
Quelle: pds GmbH
"Die Fachbetriebe müssen dort mit der Digitalisierung anfangen, wo der größte »Schmerz« und damit Handlungsdruck besteht. Egal, in welchem betrieblichen Verantwortungsbereich das auch jeweils sein mag, ob im Kundendienstbereich, in der Bauprojektabwicklung oder im Lager", betont Matthias Böcker, Geschäftsführer der pds GmbH.

"Pfad der Digitalisierung" – das ist aber ein schönes Bild! Wie könnte also ein solcher Weg realistischerweise aussehen und wie müssen die "Pfadfinder" in den SHK-Betrieben ausgestattet sein?

Jörg Bilz:

In der Tat, es sind die individuellen Wege, die – Etappe für Etappe – zum Erfolg führen! Eine pauschale Empfehlung, nach dem Motto "Tue dies, dann wird’s schon was", lässt sich nicht seriös geben. Im Dialog mit unseren Kunden, mittlerweile sind das weit über 3.000 Anwenderunternehmen mit mehr als 42.000 Software-Arbeitsplätzen, können wir aber mit Sicherheit sagen, dass moderne Softwarelösungen nicht starr sein können und auch nicht starr sein dürfen. Denn die jeweiligen Digitalisierungsstrategien der "Pfadfinder", wie Sie sie nennen, sind es ja schließlich auch nicht. Der Malerbetrieb mit einem Software-Arbeitsplatz "tickt" logischerweise anders als ein Generalunternehmer aus dem TGA-Anlagenbau mit 500 Arbeitsplätzen. Innerhalb dieser großen Spannweite können wir uns als pds aber sicher bewegen und für die Anwender maßgeschneiderte Lösungen bieten, da unsere Softwarelandschaft konfektionierbar gestaltet ist.

Bild von Jörg Bilz.
Quelle: pds GmbH
"Für den Status quo in Sachen Digitalisierung des SHK-Handwerks heißt das: Ziel- und zukunftsorientierte Unternehmen haben heute jederzeit Zugriff auf die relevanten Informationen und dokumentieren die relevanten Daten schnell und durchgängig", fasst Jörg Bilz, Vertriebsleiter und Prokurist der pds GmbH, zusammen.

Was meinen Sie mit "konfektionierbarer Softwarelandschaft"?

Jörg Bilz:

Im Kern geht es hier darum, so gut wie möglich auf die betrieblichen Strukturen und Bedürfnisse des Anwenders einzugehen – eben je nachdem, auf welcher Etappe er sich befindet bzw. je nachdem, welcher Grad der Digitalisierung erreicht werden soll. Das heißt, einfach ausgedrückt, statt dem Kunden irgendeine Software "überzustülpen", soll er sich am "digitalen Büffet" bedienen können. Das geht auch "häppchenweise", so wie Matthias Böcker schon sagte. Und so wird aus Zwang ("Ich muss jetzt endlich mal...") im idealen Fall Überzeugung ("Das möchte ich gerne tun…")!

Der Kunde als "Überzeugungstäter". Das klingt fast zu schön, um wahr zu sein! Bitte geben Sie unseren Lesern aus dem SHK-Fachhandwerk ein Beispiel.

Matthias Böcker:

Ein griffiges und nach wie vor aktuelles Beispiel ist das Thema "mobiles Arbeiten" bzw. "mobiler Monteur". Also der Trend und Wunsch in SHK-Fachbetrieben, die installierenden Produktivkräfte möglichst autark zu machen hinsichtlich ihrer Arbeitsweise. Mittels unserer mobilen Apps für Smartphones und Tablets wird die pds-Software auch beim Außentermin auf der Baustelle und beim Notdienst im Heizungskeller verfügbar gemacht – und das online wie offline, sodass eine Internetverbindung für die Bearbeitung des Auftrags nicht erforderlich ist, ein nicht zu unterschätzendes Detail.

Die pds-Service-App ist ein solches digitales Werkzeug für die Abwicklung von Notdiensteinsätzen und Wartungen. Monteure können damit Aufträge vollständig von unterwegs bearbeiten: Dafür enthält die App neben einem Scanner für die Materialerfassung unter anderem Checklisten, eine Fotodokumentation, Anlagenhistorie und Möglichkeit für die digitale Kundenunterschrift. Besonders praktisch für den Installateur ist die hier integrierte Spracheingabe. Der abgeschlossene Auftrag landet schließlich durch automatische, digital gestützte Abläufe mit allen vor Ort erfassten Informationen direkt zur Abrechnung und Archivierung im Büro. So wird aus einem "Befehlsempfänger" ein "flinker Satellit". Der Ort der Produktion und Wertschöpfung (draußen) wird mit den betriebswirtschaftlichen und organisatorischen Prozessen (drinnen) nahtlos verbunden. SHK-Monteure, welche die Potentiale der Digitalisierung im Handwerk auf diese Art und Weise erleben, können durchaus zu "Überzeugungstätern" werden – unsere Erfahrungen aus nunmehr 46 Jahren Arbeit in der IT- und Software-Branche zeigen das!

Weiterführende Informationen: https://pds.de

Dienstag, 12.11.2019

Von Jörg Gamperling
Chefredaktion HeizungsJournal