Zentral oder dezentral?

Das richtige Lüftungssystem für das Einfamilienhaus

Welche Gründe und Zahlen sprechen für eine zentrale oder dezentrale Wohnraumlüftung?

Der Spezialist im Segment der kontrollierten Lüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung (WRG), Vallox, vergleicht im folgenden Beitrag die beiden grundsätzlichen Systeme miteinander und erläutert die jeweiligen Vor- und Nachteile. Wichtige Kriterien sind dabei die Planung und Montage, Luftqualität und Akustik, Wartung und nicht zuletzt die Materialkosten.

Dezentrale Lüftung heißt, vereinfacht ausgedrückt, dass einzelne Räume mit Außenluft versorgt werden. Dezentrale Lüftungsgeräte sind besonders für die energetische Sanierung von Häusern geeignet. Werden beispielsweise gut isolierende Fenster eingebaut, gewährleisten Lüftungsgeräte den Feuchteschutz und verhindern somit effektiv die Bildung von Schimmel durch einen kontinuierlichen Luftaustausch. Dezentrale Lüfter werden in jedem Raum und oft neben dem Fenster installiert.

Vallox setzt bei dezentraler Lüftung auf die Lösungen „B 44“ und „B44 DN 160“: Dies sind Einzelraumgeräte zum Be- und Entlüften für den Einbau in die Außenwand mit einem Luftvolumenstrom von bis zu 45 m³/h. Sie sind mit einem hocheffizienten Keramikwärmespeicher (Temperaturänderungsgrad bis 88 Prozent), Strömungsgleichrichter und EC-Ventilator ausgestattet, eingebettet in ein EPP-Gehäuse. Wichtig für die Installation solcher dezentralen Lüftungsgeräte ist die Beachtung einer Wandstärke von 300 bis 800 mm.

Für die Geräteinstallation sind Rohbaupakete erforderlich, die unter anderem die Innenblende, das Bedienelement, Netzteil, Hygrostat enthalten. Unter Verwendung von zwei Netzteilen können bis zu acht Geräte über das Bedienelement gesteuert werden. Es kann zwischen den drei Gerätefunktionen „Normalbetrieb“, „Querlüftung“ und „Zuluftbetrieb“ mit beispielsweise einem bauseitigen Abluftventilator gewählt werden. Durch den Anschluss eines Hygrostaten kann das System bedarfsabhängig gesteuert werden.

Gute Planung ist entscheidend

Zentrale Lüftungssysteme erhöhen die Luftqualität in jedem Gebäude durch permanenten Luftaustausch und Filtration erheblich und sparen Energie durch Wärmerückgewinnung ein. Im Wärmeübertrager des Lüftungsgerätes wird der beispielsweise aus Küche, Bad, Dusche oder WC abgesaugten, verbrauchten und belasteten Luft Wärme entzogen. Anschließend wird diese an die Außenluft bzw. Zuluft abgegeben (bis > 90 Prozent Wärmerückgewinnung). Beide Luftströme sind bei der Wärmeabgabe und -aufnahme völlig voneinander getrennt und werden vor dem Durchströmen des Wärmeübertragers gefiltert. Die Abluft wird anschließend als Fortluft ins Freie geleitet. Die vorgewärmte, gefilterte Zuluft gelangt schließlich über ein Luftverteilsystem zu den einzelnen Räumen und wird über Zuluftventile bedarfsgerecht und zugfrei in die Innenräume geleitet. Abluftventile transportieren parallel dazu verbrauchte Luft aus den Räumen heraus.

Vallox beispielsweise führt in der „Basic Line“ vier wohnungszentrale Lösungen bzw. Gerätevarianten für Luftvolumenströme von 200 bis 300 m³/h. Für anspruchsvollere Anwendungen oder auch große Wohneinheiten hat der Hersteller die Produktlinie „Professional Line“ konzipiert mit Luftvolumenströmen von bis zu 930 m³/h.

Im Gegensatz zu dezentralen Geräten muss der Einbau einer zentralen Wohnraumlüftung bereits bei der Planung des Einfamilienhauses berücksichtigt werden – denn das Luftverteilsystem muss in oder auf der Betondecke, abgehängten Decke oder in der Wand verlegt werden. Sprich: Der Organisationsaufwand ist bei der zentralen Wohnraumlüftung in der Regel umfangreicher. Vallox bietet deshalb unter anderem mit „AIRPlan“ eine kostenlose Online-Planungssoftware an.

Auch bei der Montage müssen bei der zentralen Wohnraumlüftung einige Punkte berücksichtigt werden, die bei einem nachträglichen Einbau von dezentralen Lüftern wegfallen. So muss auf der Baustelle zum Beispiel stets da-rauf geachtet werden, dass es keine Beschädigungen durch andere Gewerke gibt und dass das Rohrsystem so gut gekennzeichnet wird, dass es hinterher nicht zu Verwechslungen von Zu- oder Abluft kommt. Bei der dezentralen Lüftung kann die Montage durch den Einsatz von Mauersteinelementen oder dem Fensterlaibungselement beim Fenstertausch erleichtert werden.

Luftqualität und Akustik

Spannend wird der Vergleich von zentraler und dezentraler Wohnraumlüftung, wenn man die Luftqualität und Akustikwerte als Kriterien nimmt. Hier punktet die zentrale Lüftung mit sehr guter Wärmerückgewinnung und besonders der Luftqualität.

Zentrale Lüftungssysteme können mit hochwertigen Filtern arbeiten, die selbst feinste Partikel, wie Pollen und Feinstaub, aus der Luft abscheiden können.

Für geräuschsensitive Menschen wird weiterhin der Schallpegel das wichtigste Auswahlkriterium sein: Da dezentrale Lüftungsgeräte direkt im Raum installiert und in unmittelbarer Nähe zum Nutzer betrieben werden, sind hier höhere Schallemissionen bzw. Schallimmissionen zu erwarten. Bei der zentralen Lüftung wiederum ist die Schallquelle, das Lüftungsgerät, meist im Keller oder Technikraum installiert.

Fazit

Bauherren sollten frühzeitig über den Einbau einer zentralen Lüftungsanlage nachdenken und diese von Experten planen und installieren lassen, empfiehlt der Spezialist für Lüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung Vallox. Denn auch wenn der Planungs- und Montageaufwand anfangs wesentlich höher als bei der dezentralen Variante sei, so würden bei einer langfristigen Betrachtung doch klar die Vorteile der zentralen Lüftung überwiegen. Besonders die Akustik und Luftqualität seien Punkte, die das Wohlbefinden der Hausbewohner stark beeinflussen und deshalb bei der Entscheidungsfindung sicherlich höher zu gewichten seien als andere Kriterien.

Weiterführende Informationen: https://vallox.de/

Sonntag, 20.06.2021