Luft/Wasser-Wärmepumpen-Kaskaden für Heizung und Warmwasserbereitung

Kompakte Vollversorgung im Großprojekt

Steigende Anforderungen an die Energieeffizienz von Wohngebäuden machen immer nachhalti­gere Heizlösungen notwendig. Wärmepumpen bieten sich dabei nicht nur als Lösung für Einfamilienhäuser an, sondern auch für die Versorgung großer Objekte. Der Beweis: Zwei Wärmepumpen-Modelle von Tecalor, Hersteller von Wärmepumpen und Lüftungsanlagen, in einem Gebäudekomplex aus zwei Mehrfamilien­häusern in Berlin. Unser Artikel stellt das Objekt und seine Luft-Wasser-Wärmepumpen vor.

Die Gebäude

Mit der edlen Stadtvilla, die ein freistehendes Vorder- und Hinterhaus miteinander kombiniert, haben sich insgesamt neun Familien in einer Eigentümergemeinschaft ihren Traum von der eigenen Wohnimmobilie erfüllt. Großzügig geschnittene Wohnungen in Größen von 100 bis 180 m² bieten beste Voraussetzungen, um sich in den eigenen vier Wänden wohlzufühlen. Das Vorderhaus bietet dabei rund 600 m², das Hinterhaus etwa 800 m² Wohnfläche. Ein Manko stellte allerdings die zwar neu installierte, aber dennoch unzureichende Heiztechnik dar. Die Versorgung mit Heizwärme und warmem Wasser sollten Wärmepumpen gewährleisten. Schon bald zeigte sich jedoch, dass gerade die Warmwasserbereitung in dem Heizsystem einen bedeutenden Kostenfaktor darstellte. Denn das warme Wasser wurde zum großen Teil nicht effizient im Wärmepumpenbetrieb, sondern direkt mit elektrischem Strom erzeugt. So kam es, dass die Eigentümergemeinschaft bereits wenige Jahre nach Fertigstellung des Gebäudes, das die Vorgaben der Energieeinsparverordnung (EnEV) 2014 erfüllt, einen Systemwechsel im Heizungskeller anstrebte.

Lösung: Kombination verschiedener Wärmepumpen-Typen

Der Hersteller Tecalor konnte eine passende Lösung anbieten, die alle ursprünglichen Anforderungen der Hauseigentümer erfüllt. Um bei der Bereitstellung von Heizwärme und warmem Wasser die bestmöglichen Werte zu erzielen, wurden zwei Modelle elektrisch betriebener Luft/Wasser-Wärmepumpen kombiniert. Auf diese Weise lässt sich sicherstellen, dass auch das warme Wasser durch das Wärmepumpenprinzip erzeugt wird.

Das erste Wärmepumpenmodell, die "TTL 23 E", arbeitet nach Angabe des Herstellers über lange Zeiträume im optimalen Lastbereich. Möglich macht dies das elektronische Expansionsventil und die Dampfzwischeneinspritzung, die zudem dafür sorgt, dass die Wärmepumpe selbst bei Außentemperaturen von -20 °C noch hohe Heizleistungen bereitstellt. Die Hochtemperatur-Wärmepumpe "TTL 33 HT" kann dagegen temporär Vorlauftemperaturen von bis zu 75 °C im reinen Wärmepumpenbetrieb erreichen. Damit ist diese Wärmepumpe für den Einsatz in der Warmwasserbereitung prädestiniert.

Beide Modelle sind in der Liste "Wärmepumpen mit Prüfnachweis" des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) aufgeführt und somit nach den Förderrichtlinien zur Nutzung erneuerbarer Energien im Wärmemarkt förderfähig. Die Basisförderung für Luft/Wasser-Wärmepumpen liegt derzeit bei 40 Euro je kW installierter Nennwärmeleistung, mindestens jedoch 1.500 Euro je Anlage bei leistungsgeregelten und/oder monovalenten Wärmepumpen und 1.300 Euro je Anlage bei allen sonstigen elektrischen Wärmepumpen mit der Wärmequelle Luft.

Das Vorderhaus und das Hinterhaus der Berliner Stadtvilla verfügen über jeweils einen eigenen Heizungsraum mit je einer Wärmepumpen-Kaskadenlösung. Im Vorderhaus wurde eine Kombination aus einer "TTL 23 E" und einer "TTL 33 HT" installiert.

Im Hinterhaus, mit etwas höherem Wärmebedarf, besteht die Anlage aus zwei Wärmepumpen "TTL 23 E" und ebenfalls einer "TTL 33 HT". Die Wärmepumpe "TTL 23 E" ist so konzipiert, dass sie die Grundlastabdeckung der Warmwasserbereitung übernehmen kann. Die Hochtemperatur-Wärmepumpe sorgt dafür, dass die Spitzenlasten gedeckt werden.

Vorteile der Wärmepumpe: Kompaktheit und weniger Schallemissionen

Eine Herausforderung für die neue Heizanlage ergab sich aus dem Grundriss der Gebäude. Da die ursprüngliche Heizung ausgetauscht wurde, stand für die neue Anlage nur ein begrenzter Raum zur Verfügung. Die kompakte Bauweise und Flexibilität der Produkte in puncto Aufstellort machte es möglich, die knapp bemessene Fläche optimal auszunutzen. Ein zweiter Faktor bei der Auswahl der Wärmepumpen waren ihre niedrigen Schallemissionen. Diesen Wunsch der Bewohner nach einer Reduzierung der Schallemissionen können die Tecalor-Wärmepumpen erfüllen. Mit einem Schallleistungspegel von 58 dB (A) gemäß DIN EN 12102 bei Innenaufstellung, gehören die verwendeten Wärmepumpen zu den leisen Geräten in ihrer Leistungsklasse.

Mirco Hermann-Hartung, technischer Vertrieb bei Tecalor, freut sich über die guten Ergebnisse des Projekts und fasst zusammen: "Die Bewohner der Stadtvilla haben nun die Lösung, die sie von Anfang an wollten: ein Heizsystem, das hocheffizient Wärme und warmes Wasser bereitet, leise ist und ganzjährig auf lange Sicht mit kalkulierbaren Kosten arbeitet."

Fazit

Die Heizlösung in der Berliner Stadtvilla zeigt, dass eine effiziente Wärmeversorgung auch großer Objekte mit Wärmepumpen möglich ist. Dabei zählt dieses Berliner Projekt mit insgesamt rund 65 kW Leistung noch zu den eher kleineren Anlagen: mit Wärmepumpen von Tecalor seien Heizlasten bis etwa 1.000 kW realisierbar.

Weiterführende Informationen: http://www.tecalor.de

Donnerstag, 09.03.2017