RMB/Energie: Stetiges Wachstum im anspruchsvollen KWK-Markt

Eine beeindruckende Entwicklung hat das Unternehmen RMB/Energie aus dem niedersächsischen Saterland in den vergangenen gut zehn Jahren hingelegt.

So wuchs der Hersteller von Blockheizkraftwerken (BHKW) seit der Gründung im Jahr 2008 in jeder Hinsicht – zum Beispiel in Sachen Absatz und Umsatz, Belegschaft und Firmengröße, Standort und Vertriebsniederlassungen sowie natürlich in Sachen Produkte und Angebotsvielfalt. Und das – wohlgemerkt – in einem Marktsegment (Kraft-Wärme-Kopplung, KWK), welches als recht anspruchsvoll gilt. Wie das geht? Klare Antworten hat die Redaktion des HeizungsJournals bei einem Vor-Ort-Besuch gefunden.

Zugegeben: Mit dem Stichwort Saterland konnte der Autor dieses Beitrags ad hoc nicht direkt etwas anfangen. Im Vorfeld bzw. in Vorbereitung der Firmen-Reportage beim BHKW-Spezialisten RMB/Energie (aus ebendiesem Saterland) musste also zunächst die gute, alte Suchmaschine bedient werden. Und – siehe da! – es gab und gibt unter diesem Begriff einiges zu entdecken. Sie kennen ja das Sprichwort: Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen!

Eines steht schon einmal fest. Der Weg ins Saterland lohnt sich allemal, ist die niedersächsische Gemeinde doch nur einen Steinwurf weit entfernt von der Nordseeküste. So kommt man, fährt man streng und genau nordwärts, nach ungefähr einer Autostunde am Hafen des Neuharlingersiels an und kann dann quasi auf die ostfriesische Insel Spiekeroog "hüpfen". Und anschließend nach Wangerooge, Langeoog, Baltrum, Norderney, Juist und Borkum. Herrlich – die sieben ostfriesischen Inseln; wie früher im Erdkunde-Unterricht! Aber nur keine Bange, wir wollen hier keine Noten im Auswendiglernen verteilen.

Vielmehr soll uns dieser geografische bzw. landeskundliche Ausflug ein bisschen einstimmen auf die Menschen und Macher hinter RMB/Energie. Auf die Menschen, welche das Unternehmen und seine Produkte für den Markt der Kraft-Wärme-Kopplung im kleinen und mittleren Leistungsbereich nachhaltig prägen. Denn auch das steht schon einmal zweifelsfrei fest: Hinter einem erfolgreichen Unternehmen stehen immer Leute, die für ihre Sache "brennen"!

Lokal verwurzelt, global aufgestellt

Die Brüder Jens und Henning Brake sind zwei Köpfe (von mittlerweile 80 Köpfen), die das Unternehmen aus dem Effeff kennen. Noch dazu kommen die beiden Geschäftsführer der RMB/Energie GmbH aus Saterland. Sie sind im Ortsteil Ramsloh aufgewachsen – dort findet sich übrigens der heutige Firmenhauptsitz. Sie sind somit auch waschechte "Saterfriesen". Auch dieser besondere Begriff empfiehlt sich, "gegoogelt" zu werden. Wie gesagt: Wenn jemand eine Reise tut…

"Saterfriesen" jedenfalls sind eine der kleinsten Sprachgruppen in Europa. Nur noch rund 1.000 bis 2.500 Menschen beherrschen diesen speziellen friesischen Dialekt. Ramsloh (im Original: "Roomelse") gehört zu den Dörfern, in denen das "Saterfriesische" noch – hier und da – zu hören ist.

Auch wenn der Spruch ein wenig abgedroschen scheint und wir die Folklore an dieser Stelle nicht überstrapazieren wollen, sind die Brake-Brüder aber tatsächlich: "In Saterland daheim und in der Welt zu Hause." Wie sonst sollte man es sich erklären, dass vor einigen Jahren der "global player" Yanmar auf das junge Unternehmen aus dem hohen Norden aufmerksam wurde. Der japanische Motorenhersteller (vor allem Gas- und Diesel-Motoren) und Maschinenbaukonzern Yanmar hatte die Mehrheit der Unternehmensanteile des BHKW-Herstellers im Jahr 2015 übernommen, wobei RMB/Energie weiterhin eigenständig agieren kann. "Als führender Anbieter für innovative Energielösungen strebt Yanmar die weltweite Marktführerschaft im Bereich Mikro-KWK an und will den RMB-»neoTower« global einführen", lautete es damals in der offiziellen Pressemitteilung. Seither nutzt der BHKW-Spezialist bzw. nutzen die "neoTower"-BHKW-Lösungen auch intensiv die Synergien, welche sich durch solch einen Schulterschluss ergeben.

Vor genau vier Jahren feierte denn auch auf der ISH Frankfurt/M. das erste Blockheizkraftwerk mit Yanmar-Gas-Motor seine Premiere. "Mit Yanmar als strategischem Partner haben wir systematisch fortgeführt, was wir mit der sehr erfolgreichen Entwicklung einer neuen BHKW-Generation – der Leistungsklasse »Premium M+« – begonnen haben: Die Fertigung einer auf Yanmar-Industrie-Motoren basierenden Familie von »Premium«-Blockheizkraftwerken", so Jens Brake. Das BHKW mit der Bezeichnung "neoTower Premium M+" weist elektrische Leistungen von 25 und 30 kW auf. Im Jahr 2016 stellte RMB/Energie dann mit dem "neoTower Living" eine weitere Neuheit vor, welche mit einer elektrischen Leistung von zwei Kilowatt speziell auf den Einsatzbereich in Ein- und Zweifamilienhäusern abzielt.

Solide BHKW für reale Anwendungen

So decken die "neoTower"-Blockheizkraftwerke nun mit 14 unterschiedlichen Modellen in den sechs Leistungsklassen "Living", "Premium S", "Premium S+", "Premium M", "Premium M+" und "Premium L" eine elektrische Leis-tung von 2 bis 50 kW ab. Die serienmäßige Leistungsmodulation von bis zu 50 Prozent und eine mögliche Kaskadierung von mehreren Anlagen sorgen für weitere Flexibilität in der Praxis.

"Wir können damit für viele Bedarfssituationen im Wohn- wie Nichtwohngebäude, in Gewerbe und Industrie sowie in Kliniken und Freizeitanlagen maßgeschneiderte und perfekt abgestimmte BHKW-Lösungen anbieten. Denn eine eng am individuellen Wärme- und Strombedarf orientierte Leistung ist ein entscheidender Faktor für die optimale Amortisation der Anlage", betont RMB/Energie-Vertriebsleiter Jürgen Zastrow. Woraufhin Henning Brake ergänzt: "Unsere »neoTower«-Lösungen kommen beim Planer, installierenden Fachhandwerk und beim Betreiber ausgesprochen gut an, was auch von unseren Mitbewerbern registriert wird. So konnten wir für einzelne unserer BHKW-Modelle schon namhafte Systemtechnik-Anbieter als OEM-Partner gewinnen." Dies verleiht dem Hersteller aus Saterland zusätzlichen Schub bei seiner Internationalisierungs-Strategie: "Unsere Anlagen stehen nicht nur in Deutschland oder der Schweiz. Auch in Ländern wie Frankreich, Italien, Belgien und England können wir punkten", freut sich Henning Brake.

Präsenz ist aber nicht nur der Punkt im internationalen Kontext, sondern vor allem auch im deutschen Bundes- und Vertriebsgebiet: Im November 2017 eröffnete in Rosenheim (bei München) eine Niederlassung für die Region Süd. Und nur ein Jahr später ging eine Niederlassung für die Region West in Emmelshausen (Rheinland-Pfalz) an den Start. Damit stehen, den Hauptsitz in Saterland eingerechnet, also bundesweit drei BHKW-Kompetenzzentren zur Verfügung.

In Saterland selbst "kämpft" man unterdessen mit den Begleiterscheinungen und Herausforderungen, welche ein kontinuierliches und wirtschaftlich erfolgreiches Wachstum so mit sich bringt – das heißt konkret: Platzmangel. Mit dem letzten Neubau am Stammsitz wurde im Frühjahr vergangenen Jahres begonnen. Errichtet wurde eine Logistikhalle mit angrenzenden Büros. Die etwa 400 m² große Lagerhalle beherbergt neben einem mehrstöckigen Regalsystem auch das Logistikbüro mit Warenannahme und Warenausgabe. Die moderne Büroeinheit umfasst etwa 350 m² und bietet Platz für bis zu 30 Mitarbeiter.

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Vier Trümpfe in der Hand

In Saterland bzw. "Roomelse" steppt also – im wahrsten Sinne des Wortes – der Bär in Sachen Entwicklung, Fertigung, Vertrieb und Service der hocheffizienten Wärme-Kraft-Maschinen. Oder, wie es David Plaggenborg, Marketingleiter bei RMB/Energie, ausdrückt: "Mit vier Merkmalen können sich unsere Blockheizkraftwerke im Umfeld der Mitbewerber abheben: Sie sind besonders leise, robust, effizient und kompakt." Alle "neoTower"-BHKW verfügten zum Beispiel über eine besonders wirksame Schalldämpfung. Durch ihre ausgeklügelte schwingungsentkoppelte Aufhängung und die hervorragend gedämmten Seitenwände arbeiteten sie quasi "flüsterleise". Dies sei ein wesentliches Plus, nicht nur bei den kleinen Anlagen, die in Ein-, Zwei- und Mehrfamilienhäusern zum Einsatz kommen und die häufig innerhalb des Gebäudes aufgestellt werden müssen, sondern auch bei größeren Anlagen in ruhesensiblen Liegenschaften wie Pflegeheimen oder Hotels.

Zu den technischen Eigenschaften "Robustheit" und "Kompaktheit" weiß Jürgen Zastrow weiterhin zu berichten: "Die in unseren BHKW-Lösungen verbauten Gasmotoren von Yanmar, MAN und Toyota laufen mit besonders niedrigen Konstant-Drehzahlen, die knapp über der Leerlauf-Drehzahl von Pkw-Motoren liegen. Das reduziert den Verschleiß, trägt zu besonders langen Wartungsintervallen bei und sorgt somit für eine rasche Amortisation bei langer Lebensdauer. Aber nicht nur den späteren Betreiber des KWK-Systems haben unsere Entwickler im Blick. Im Fokus steht selbstverständlich auch der Installateur bzw. der Heizungsbauer. So wird beispielsweise auch dem Thema »Einbringung« besondere Aufmerksamkeit gewidmet – die Breite der »neoTower« beträgt zwischen 620 und 798 mm und bleibt somit unter den häufig bedeutsamen 80 cm einer Türzarge. Ein Gewicht ab 350 kg, welches sich durch die einfache Demontage der Verkleidungsklappen noch weiter reduzieren lässt, vereinfacht die Einbringung ebenfalls." In besonders platzkritischen Situationen sei darüber hinaus eine zerlegte Einbringung und anschließende Vor-Ort-Montage durch den RMB/Energie-Werkskundendienst möglich.

Service macht das Rennen

Apropos "Kundendienst" und "Service": "Dieser reicht von der Unterstützung bei der optimalen Anlagenkonfiguration und Ausschöpfung von Fördermitteln bis zur permanenten Fernüberwachung mit Störmeldungsreporting und Wartungsservice. Dadurch können Stillstandszeiten vermieden werden, was sich positiv auf die Wirtschaftlichkeit der Anlage auswirkt", unterstreicht Plaggenborg. Besonders für installierende Fachhandwerksunternehmen dürfte der "Fördermittel-Service" interessant sein. RMB/Energie bietet hierbei für seine "neoTower"-Kunden bzw. -Partner den direkten Draht zu einem qualifizierten Dienstleister, der sich auf die Berechnung aller zur Verfügung stehenden Fördermittel auf Bundes-, Landes- und regionaler Ebene spezialisiert hat. "Gegen eine überschaubare Gebühr bietet dieser Service die Sicherheit, für jedes Projekt individuell alle verfügbaren Fördermittel zu recherchieren, ihre Kombinierbarkeit sowie Optimierungsmöglichkeiten zu prüfen und alle zu berücksichtigenden Hinweise aufzulisten. Darüber hinaus bereitet er sämtliche Dokumente inklusive der KfW-Bestätigung für den Online-Antrag durch einen zugelassenen Sachverständigen vor und stellt alle Unterlagen übersichtlich unterschrifts- und versandfertig mit voradressierten Rückumschlägen zusammen", zählt David Plaggenborg auf.

Noch einen Schritt weiter gehe der "neoTower"-Betreiberservice, der auf Wunsch auch die Anmeldung und Zulassung der KWK-Anlage bei den Behörden und dem Netzbetreiber übernimmt – eine Dienstleistung, die den Fachpartnern ebenfalls eine Menge organisatorische Arbeit abnimmt.

Sie sehen: Hier ist ein Hersteller, hier sind Menschen voll in ihrem Element und entwerfen mit viel Erfahrung und Können solide und vorausschauende Konzepte für einen zweifelsohne spannenden aber auch herausfordernden Markt der Kraft-Wärme-Kopplung. Insofern bleibt für den Moment nur noch eines zu sagen: Weiter so, RMB/Energie aus dem Saterland!

Montag, 22.04.2019