Im Test: Smarte Heizkörper-Thermostate von tado°

Folge 4: Wie funktioniert das System in der Praxis?

Alles ist installiert, der "Smart Schedule" ist eingerichtet, jetzt muss sich das tado°-System in der Praxis bewähren. Kann es den Alltag erleichtern? Wie gut lässt sich die App bedienen? Und regelt es die Raumtemperatur wirklich automatisch?

"Smart Schedule" und manuelle Steuerung

Mit der Funktion "Smart Schedule" soll automatisch nur dann geheizt werden, wenn der Nutzer anwesend ist. Seine Präsenzzeiten kann er dabei selber festlegen. Montag bis Freitag wird das Zimmer in unserem Test-"Smart Schedule" aufgrund der Arbeitszeiten des Bewohners nur von 17.30 bis 21 Uhr auf 20 Grad geheizt, danach soll die Temperatur wieder sinken.

Abbildung 2 zeigt den Temperaturverlauf eines beliebig gewählten Montags innerhalb des Testzeitraums. Wie im "Smart Schedule" für Wochentage festgelegt, erhöht das Heizkörper-Thermostat automatisch zur eingestellten Uhrzeit die Temperatur des Heizkörpers, sodass das Zimmer bei der Ankunft des Bewohners angenehm warm ist. Ist der Bewohner abwesend bzw. schläft er, wird die Temperatur heruntergeregelt, sodass Energie gespart werden kann.

Auffällig ist, dass die eingestellte Temperatur auch an kalten Wintertagen erreicht wird, obwohl der Raum nur ein paar Stunden beheizt ist. Das liegt zum einen an der geringen Größe des Test-Zimmers von 10m2, zum anderen an der günstigen Lage des Raumes inmitten anderer beheizter Zimmer. Ob sich diese Ergebnisse genau so auch auf z.B. Einfamilienhäuser übertragen lassen, ist nicht sicher.

Wie sich diese Einsparung auswirkt, zeigt tado° im Energiesparbericht (Abb.3), der jeden Monat für den Nutzer erstellt wird. Neben der Energieeinsparung in Prozent kann nachvollzogen werden, wie lange die ortsabhängige Steuerung pro Monat aktiv war und wie oft manuell nachjustiert wurde. Zusätzlich erhält man einen Überblick über andere relevante Parameter, etwa wie oft ein offenes Fenster erkannt wurde.

Berechnet wird die Kosteneinsparung laut tado° unter Berücksichtigung des Heizverhaltens der Nutzer, der Einstellungen in der App sowie der Wetterbedingungen, die im jeweiligen Monat herrschten. Eine transparentere - welche Einstellungen beeinflussen die Einsparungen konkret, wie sieht die Rechnung genau aufgeschlüsselt aus - und präzisere Berechnung, etwa mit Einbeziehung des Art der Heizung, wäre hier allerdings wünschenswert.

Auch die manuelle Steuerung – ob direkt am Thermostat oder per App von unterwegs – funktioniert problemlos. So ist es jederzeit möglich, auch spontan den "Smart Schedule" zu überschreiben, etwa wenn die Rückkehr nach Hause an einem Tag doch später erfolgt als geplant.

Die App

Die Nutzeroberfläche der App zeigt bei ortsabhängiger Steuerung immer an, wie weit der Bewohner gerade von zu Hause entfernt ist und welche Temperatur am Thermostat eingestellt ist.

Auch wenn die manuelle Steuerung ausgewählt wurde, weiß der Nutzer immer darüber Bescheid, welche Temperatur gerade im Raum herrscht und wie sehr im Moment geheizt wird. Da sich beide Modi auch farblich unterscheiden, wird auf einen Blick sofort klar, ob automatisch geheizt wird oder der Nutzer gerade selber die Änderungen einstellt.

Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit findet man sich schnell in der übersichtlichen und minimalistisch gestalteten App zurecht. Die Bedeutung der Symbole und Funktionen ist intuitiv einfach zu erfassen und das Menü führt eindeutig und aussagekräftig durch alle wichtigen Bereiche.

Fazit

Die App hält, was sie verspricht. Der smarte Heizkörper-Thermostat reagiert auch aus der Ferne auf die manuelle Steuerung und der "Smart Schedule" heizt genau dann, wenn es vom Nutzer gewünscht wird – und zwar, ohne dass er selber daran denken muss. So lässt sich ohne Nachdenken Energie sparen, während trotzdem auf Wohnkomfort durch behaglich warme Räume nicht verzichtet werden muss.

Weiterführende Informationen: https://www.tado.com/de/

Freitag, 18.05.2018