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Wir "brennen" für die Pelletheizung

Im Gespräch mit Beate Schmidt-Menig von der ÖkoFEN Heiztechnik GmbH.

Der Name ÖkoFEN steht für modernes, effizientes Heizen mit umweltfreundlicher und erneuerbarer Energie aus Pellets. Was im Jahr 1989 mit einer zündenden Idee des Firmengründers Herbert Ortner begann, wird heute als Unternehmen mit 17 Ländervertretungen weltweit fortgeführt. Beate Schmidt-Menig, Geschäftsführerin Marketing und Vertrieb bei der ÖkoFEN Heiztechnik GmbH, gibt im Interview mit dem HeizungsJournal Einblicke in die Unternehmensstrategie und Erfolgsfaktoren.

Der Pelletkessel
Quelle: ÖkoFEN /
2019 feiert ÖkoFEN das 30-jährige Firmenjubiläum.

Sehr geehrte Frau Schmidt-Menig, der Firmenname "ÖkoFEN" verrät es ja schon (fast): Sie und Ihre Mitarbeiter sind im Bereich der regenerativen Heiztechnik zu Hause. Für was steht denn eigentlich das Kürzel "FEN"?

Das Kürzel "FEN" steht für "Forschung und Entwicklung" und genau dies beschreibt uns am besten. Die stetige Weiterentwicklung und das Ziel der Technologieführerschaft nahmen von Beginn an eine führende Rolle in unserer Firmenphilosophie ein. Als Pelletheizungsspezialist bieten wir eine rein ökologisch orientierte Produktpalette. Diese umfasst ein aufeinander abgestimmtes Haustechnikkonzept sowie das komplette Zubehör für das Heizen mit klimafreundlichen Holzpellets und Solarenergie.

In diesem Jahr feiern wir 30-jähriges Firmenjubiläum und können auf einige Innovationen, wie zum Beispiel die erste typengeprüfte Pelletheizung, die wir 1997 auf den Markt brachten, oder den weltweit ersten Pelletkessel mit Brennwerttechnik (2004), zurückblicken. 2012 startete der Feldtest der stromerzeugenden Pelletheizung und 2015 gelang uns die erfolgreiche Einführung der "Condens"-Technologie. Mittlerweile sind weltweit etwa 90.000 Anlagen installiert, die über 6,5 Millionen Tonnen CO2 eingespart haben.

Beate Schmidt-Menig
Quelle: ÖkoFEN
Beate Schmidt-Menig, Geschäftsführerin Marketing und Vertrieb bei der ökoFEN Heiztechnik GmbH.

Sie fahren eine klare Produktpolitik, sprich: ÖkoFEN konzentriert sich rein auf die Forschung, Entwicklung, Fertigung und den Vertrieb von Pelletheizungen und stromerzeugenden Pelletheizungen. Für andere Heizgerätehersteller bzw. Holzkesselhersteller geht diese Rechnung nicht mehr auf, sodass diese ihre Produktprogramme in alle Richtungen (Wärmepumpe, Kaminöfen etc.) erweitert haben. Wie gelingt Ihnen die Spezialisierung?

Wir haben uns bereits sehr früh – als einziges Unternehmen in Europa – spezialisiert, weil wir der Überzeugung sind, dass Spezialisten in ihrem Kerngeschäft langfristig erfolgreicher sind als Generalisten. Das zeigt sich ja auch in vielen Beispielen außerhalb der Heizungsindustrie.

Unternehmen mit einem klaren Fokus auf ihre Kernkompetenz bauen leichter eine starke Marke auf und werden als Experten wahrgenommen. Unsere aktuelle Produktpalette und das Wachstum in den letzten Jahren bestärken uns darin. Wir konnten 2018 als das erfolgreichste Jahr der Firmengeschichte mit einem Umsatzwachstum von 25 Prozent verzeichnen. Die Einführung der Pelletbrennwerttechnik und die Entwicklung der stromerzeugenden Pelletheizung waren für uns wichtige und wegweisende Innovationen. Würde unsere Entwicklungsabteilung nicht ständig hinterfragen, wie der Pelletkessel noch effizienter, komfortabler, zuverlässiger und moderner werden kann, sondern sich um eine Vielzahl von Produktkategorien kümmern müssen, würde es diese Innovationsvielfalt vermutlich nicht geben. Ein weiterer positiver Aspekt der Spezialisierung ist aber nicht nur produktseitig zu erklären, sondern auch vertriebsseitig zu sehen. Viele unserer langjährigen Partner im Fachhandwerk sehen das ähnlich und sind deswegen als Pellets-Experten erfolgreich.

Sind denn die artverwandten Bereiche (also: Stückholz- und Hackgut­kessel) für ÖkoFEN nicht auch "verlockend"?

Sicherlich ist es für Unternehmen wichtig, sich von Zeit zu Zeit zu fragen, ob es noch zusätzliche Produktions- und Vertriebsmöglichkeiten gibt und ob die Geschäftsausrichtung auch weiterhin zukunftsfähig ist. Aber wie Sie gerade selbst gesagt haben, geht für andere Holzkesselhersteller diese Rechnung nicht mehr auf, sodass diese ihr Produktprogramm beispielsweise auch in Richtung Wärmepumpe ergänzt haben, weil der Scheitholzmarkt seit Jahren stark rückläufig ist.

Wir schätzen die Zukunftsfähigkeit von Innovationen bei Pelletheizungen stärker ein und besinnen uns immer wieder neu auf unsere Kernkompetenz. Nicht Diversifikation, sondern die Entwicklung von Innovationen in autarken Energiesystemen, basierend auf unserer nachhaltigen Pelletstechnologie, sehen wir als unsere Zukunft.

Kurz und bündig: Mit welchen Produktdetails und Installationsvorteilen heben sich Ihre Pelletheizungen also vom "Rest der Welt" ab?

Extrem saubere Verbrennung, geringe Emissionen, hohe Wirkungsgrade – vor allem bei den Brennwertbaureihen –, Verarbeitung hoch qualitativer Materialien, geringe Fehler- und Reklamationsquote, extrem hohe Zuverlässigkeit, ausgereifte Technik und eine damit einhergehende Kundenzufriedenheit von 97 Prozent.

Dazu kommen geringe Baugrößen, die auch im kleinsten Haustechnikraum Platz finden und die sich einfach ein­bringen lassen. Wir setzen auf das Prinzip "plug & heat", also steckerfertige Kessel, die das Fachhandwerk zeitsparend installieren kann. Verbraucherfreundliche, intuitiv zu bedienende Touchregler mit Online-Wetterfunktionen, Sprachsteuerungen, die sich ganz modern per App oder auch Tablet von jedem Ort der Welt bedienen lassen, runden das Programm ab.

Ein Mann sitzt vor einem Computer.
Quelle: ÖkoFEN
ÖkoFEN unterstützt das Fachhandwerk vertrieblich und technisch in allen Belangen: die Fachhandwerker-Services reichen so beispielsweise von der Endkundenberatung, über Hilfe bei der Montage und Einbringung, der fachgerechten Inbetriebnahme, einen Hydraulikschemen-Konfigurator, kostenlose Kaminberechnungen, 3D-Heizraumplanungen bis hin zu einem Experten-Förderservice.

Inwiefern hat sich Ihr Kern-Produkt – die Pelletheizung mit Brennwerttechnik – am Markt etabliert? Wie lauten die Erfahrungen des installierenden Fachhandwerks und der Nutzer? ÖkoFEN gilt ja im Marktsegment der Holzheizung als "Brennwert-Pionier"…

Europaweit gesehen, verkaufen wir aktuell 50 Prozent unserer Anlagen als ­Pelletbrennwertkessel. In Deutschland ist ÖkoFEN in diesem Marktsegment führend. Gemäß der offiziellen Fördersta­tistik des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) stammten 76 Prozent der in Deutschland geförderten Pelletbrennwertkessel 2017 aus dem Hause ÖkoFEN. Das hat uns natürlich sehr gefreut und auch stolz gemacht, ­zumal wir ja sehr lange als "Exoten" unter den Kollegen galten.

Bereits 2004 haben wir den weltweit ersten Pelletkessel mit Brennwerttechnik vorgestellt. Diese Vorreiterrolle macht sich heute bezahlt. Von unseren Fachhandwerks-Partnern bekommen wir großes Lob für die einfache Einbringung, Montagefreundlichkeit und Zuverlässigkeit im Betrieb. Mit über 10.000 Brennwertkesseln auf dem Markt haben wir natürlich einen sehr großen Vorsprung!

Weiterführende Informationen: http://www.pelletsheizung.de

Donnerstag, 18.07.2019

Von Jörg Gamperling
Chefredaktion HeizungsJournal