Von "Hydraulikern" zu "Ego'isten"

Konkrete Praxiserfahrungen mit dem Regelantrieb "Ego".

Unter der Überschrift "Künstliche Intelligenz löst Probleme – Fußbodenheizungen regeln und hydraulisch abgleichen" wurde schon im HeizungsJournal-Sonderheft "Installationstechnik 2018" über den Regelantrieb "Ego" für einen automatischen hydraulischen Abgleich berichtet. Inzwischen hat der Hersteller, die Straub KG, schon über 100.000 Stück dieser Antriebe verkauft und es liegen zudem konkrete Praxiserfahrungen aus der vergangenen Heizperiode 2019/2020 vor, welche der folgende Beitrag wiedergibt. Über die Funktionsfähigkeit des adaptiven hydraulischen Abgleichs wurde des Weiteren ein neutrales Gutachten in Auftrag gegeben.

Wäscheleine mit Kleidung vor Fenstern.
Quelle: Lena Lindell / https://pixabay.com
Inzwischen liegen konkrete Praxiserfahrungen mit dem Regelantrieb "Ego" vor.

Beim klassischen hydraulischen Abgleich wird der berechnete Heizwasser-Volumenstrom an einem Abgleichventil fest auf den Auslegungsfall (Heizlast bei Norm-Außentemperatur) eingestellt und danach nicht mehr verändert. Auch in der Übergangszeit werden dadurch zu große Heizwassermengen umgewälzt.

Der Regelantrieb "Ego" passt im Gegensatz dazu den Volumenstrom differenzdruckunabhängig dem momentanen Wärmebedarf des jeweiligen Heizkreises an. Dadurch reagiert er selbsttätig auf sich ändernde Betriebs- und Lastbedingungen im hydraulischen System. Er kann die Heizkreise ohne die Kenntnis von Heizlast- oder Hydraulikdaten abgleichen.

Aufgebaut wie ein herkömmlicher elektrothermischer Stellantrieb, besitzt der "Ego" zusätzlich einen Regelchip und zwei Temperatursensoren, mit denen die Vor- und Rücklauftemperatur des jeweiligen Flächenheizkreises gemessen wird. Auf Basis der Vorlauftemperatur und historischer (gelernter) Daten des Heizkreises errechnet der Regelantrieb einen variablen Sollwert für die Spreizung. Durch präzises Verstellen und Halten verschiedener Ventilpositionen wird die strömende Wassermenge im Heizkreis so begrenzt, dass sich die errechnete Spreizung einstellt.

Ein Regelantrieb
Quelle: Straub
Der Regelantrieb "Ego" führt in Fußbodenheizungen einen adaptiven hydraulischen Abgleich durch. Sensoren an den Vor- und Rücklaufleitungen messen Temperaturunterschiede – ein Algorithmus berechnet fortlaufend die jeweils erforderliche Temperaturspreizung und die entsprechende Ventilstellung.

"Die leichtgängige und kraftsparende Montage auf das Thermostatventil-Oberteil wird durch einen ergonomischen Klapphebel erreicht, mit dem man den Regelantrieb auch manuell öffnen kann, wenn er stromlos geschlossen ist. Der elektrische Anschluss erfolgt, wie bei jedem anderen Stellantrieb auch, an einer handelsüblichen Klemmleiste. Auch beim Raumtemperaturregler bleibt alles beim Alten", so Michael Klemenz, Abteilungsleiter Anwendungstechnik und Mitglied des Entwicklungsteams bei Straub. Jeder handelsübliche 230-V-"Ein-Aus"-Regler sei einsetzbar. Ein Maximaltemperatur-Begrenzer, der den Temperaturwert des Sensors am Vorlauf auswertet, verhindere Schäden an der Flächenheizungskonstruktion. Eine integrierte Spülfunktion öffne außerdem in festgelegten Zeitabständen das Thermostatventil vollständig, um mögliche Schmutzpartikel passieren zu lassen.

Quelle: Straub
Die kraftsparende Montage des "Ego" auf das Thermostatventil-Oberteil wird durch einen ergonomischen Klapphebel erreicht, mit dem man den Regelantrieb auch manuell öffnen kann, wenn er stromlos geschlossen ist.

Diese Praxisorientierung würdigen denn auch die Anwender aus dem installierenden SHK-Fachhandwerk: "Für mich stellt der »Ego« eine große Erleichterung dar. An den Heizkreisverteilern muss nun nichts mehr eingestellt werden und eine Anfahrt für die Nachjustierung ist nicht mehr notwendig", erklärt Simon Kempa von der Kempa GmbH aus dem oberbayerischen Kösching.

Funktion praktisch – und wissenschaftlich – bestätigt

Mehmet Yildiz, Inhaber der Mytec Gebäudetechnik GmbH aus dem oberbayerischen Pollenfeld, betont: "Mit dem »Ego« kommt es zu weniger Problemen, gerade bei geringen Soll-Volumenströmen, die ich bisher an herkömmlichen Durchflussmessern gar nicht richtig einstellen konnte. Das Nachberechnen der einzelnen Heizkreise bei Bestandsgebäuden entfällt. Das übernimmt jetzt der Regelantrieb für mich."

In eine ähnliche Richtung geht auch das Feedback von Michael Laykamm von der Industrievertretung Gärtner aus Diepersdorf bei Nürnberg: "Jeder kennt die Anrufe seiner Kunden, die über eine ungleichmäßige Wärmeverteilung am Fußboden bis hin zu unzureichender Erwärmung der Räume auch im Neubau klagen. Mit dem Regelantrieb »Ego« können wir hier Abhilfe schaffen. Das Produkt überzeugt mit Technik und einfacher Handhabung. Dass die Lösung über das BAFA förderfähig ist, ist ein weiterer Vorteil."

Weiterführende Informationen: https://www.straub.de.com/

Dienstag, 08.09.2020