Verunsicherung trübt den KWK-Markt

KW Energie rundet Angebot ab

Seit 1995 beschäftigt sich KW Energie mit dem Bau von BHKW. Gestartet mit der Herstellung von Pflanzenöl-BHKW, erweiterte man die Produktpalette schon bald um Gas-BHKW. Das Spektrum ihrer Mini-BHKW reichte zuletzt von 7,5 kW bis 50 kW elektrischer Leistung. In diesem Frühjahr nun wurde das Angebotsspektrum um den neuen smartblock 75s mit serienmäßig integriertem Brennwertwärmeübertrager erweitert (Abb. 11).

Der smartblock 75s.
Quelle: KW Energie
KW Energie hat seine Produktpalette um den neuen smartblock 75s erweitert (Abb.11).

„Mit dem neuen smartblock 75s kommen wir dem von Partnern und Kunden oft geäußerten Wunsch nach einem BHKW in der 70-kW-Klasse entgegen“, so Andreas Weigel, Geschäftsführer der KW Energie. „Und ganz nebenbei runden wir so unsere modulare smartblock-Reihe nach oben ab.“ Diese umfasst jetzt das Leistungsspektrum von 7,5 kW bis 75 kW elektrischer Leistung und von 22,1 kW bis 139,8 kW thermischer Leistung. Schon jetzt verzeichne man eine „ausgezeichnete Resonanz“ bei den Fachhandelspartnern, ergänzte der für den Vertrieb zuständige Geschäftsführer Andreas Bodensteiner.

Zudem kooperiert KW Energie jetzt mit Burkhardt. Der Spezialist für Holzvergaser hat das Ziel, seine Produktpalette für Holzgas-BHKW (bislang 165 kW bzw. 180 kW) nach unten zu erweitern. Dazu greift man auf den speziell für Holzgas entwickelten und optimierten smartblock 50T zurück. Den Vertrieb des smartblock 50T übernimmt Burkhardt, wobei das BHKW ausschließlich als Komplettsystem in Verbindung mit einem Holzvergaser ausgeliefert wird.

Vaillant sieht gewaltiges Potential

„Die Bilanz der KWK-Industrie fiel 2015 für alle Befürworter dieser Technologie ernüchternd aus“, konstatierte auch Dr. Jens Wichtermann, Unternehmenssprecher der Vaillant Group. „Gleich mehrere Rahmenbedingungen wirken sich kontraproduktiv aus: beispielsweise der Verfall des Ölpreises, gleichbleibende Strompreise, Laufzeitverlängerungen für Braunkohlekraftwerke oder die EEG-Umlage auf KWK-Strom. Ohne die dringend notwendige Erhöhung der Austauschquote bei Heizungs-Bestandsanlagen sind die klimapolitischen Ziele der Bundesregierung kaum zu erreichen. Das Potential für KWK im Gebäudebestand ist weiterhin gewaltig. Um den derzeitigen Nachfrage-Trend umzukehren, bedarf es eines klaren Bekenntnisses zu dieser Hocheffizienztechnologie.“

Vaillant deckt mit seinen motorbetriebenen BHKW einen Bereich von 1 kW bis 20 kW elektrischer Leistung ab. Gerade in diesem Bereich der Mikro- und Mini-KWK hätten sich unstete politische Rahmenbedingungen sowie zu viel Bürokratie bei der Zulassung negativ ausgewirkt. So sei die Nachfrage zuletzt besonders in der Leistungsklasse von 1 kW zurückgegangen.

„Perspektivisch hat in dieser Leistungsklasse die Brennstoffzelle deutlich größeres Potential im Markt“, betonte Wichtermann. Rückgänge habe es auch im Markt bei der Leistungsklasse von 3 kW bis 10 kW gegeben, während die größeren Leistungsklassen im Bereich von 20 kW bis 50 kW stabil blieben.

Nachfrage bestehe noch in den Kundensegmenten der kleinen und mittleren Unternehmen, der Industrie mit hohem Strombedarf sowie der Gastronomie und dem Hotelgewerbe. Auch das Contracting im Neubau werde interessanter, so Wichtermann. „Aufgrund gesetzlicher Regelungen ist im Wohnungsmarkt die Stromvermarktung an Dritte nur mit Spezialisten bzw. Contracting-Unternehmen umsetzbar. Durch verbesserte Förderbedingungen des KWKG 2016 ist eine Netzeinspeisung jedoch empfehlenswert und durchaus wirtschaftlich. Der gesamte erzeugte Strom wird ins öffentliche Netzt eingespeist. Die Erträge kommen den Eigentümern zu Gute.“

Im Bereich der Mikro-KWK ist Vaillant seit 2011 mit dem ecoPower 1.0 vertreten, bei dem ein Motor von Honda 1 kW elektrische und 2,5 kW thermische Leistung erzeugt. Als Systemergänzung präsentierte man zur Speicherung von selbst produziertem Strom jetzt die zweite Generation des Batteriespeichers eloPack (Abb. 12).

Montag, 05.09.2016

Von Robert Donnerbauer
Redaktion, Heizungs-Journal Verlags-GmbH