Verunsicherung trübt den KWK-Markt

Wolf nutzte die Frühjahresmessen dazu, um seine Kunden und Partner über die strategische Neuausrichtung seiner Vertriebsorganisation zu informieren. Die Wolf Gruppe gliedert ihre Geschäftsfelder seit diesem Jahr in die drei Business Units Heizsysteme/Heating Systems, Klimasysteme/Airhandling Systems und BHKW/Power Systems. Durch die neue Organisation wolle man gezielter auf die verschiedenen Bedürfnisse der einzelnen Kundengruppen eingehen können. Zudem soll die neue Struktur eine individuellere Beratung der Kunden in den einzelnen Produktsparten garantieren.

SenerTec sieht Marktbedarf

Die BDR Thermea Gruppe bot mit ihren Marken SenerTec, Brötje und Remeha ein breites Angebot an KWK-Lösungen. Der Bedarf für Mikro- und Mini-KWK sei jedenfalls vorhanden. „Es gibt keine Marktprobleme, es gibt weiterhin einen ungesättigten Markt und große Ausbauchancen“, erklärte Bernd Gercken, Vertriebsleitung Deutschland von SenerTec Kraft-Wärme-Energiesysteme (Abb. 6).

Bernd Gercken, Vertriebsleitung Deutschland von SenerTec Kraft-WärmeEnergiesysteme und die aktuelle Generation des BHKW Dachs.
Quelle: Robert Donnerbauer
Bernd Gercken, Vertriebsleitung Deutschland von SenerTec Kraft-WärmeEnergiesysteme (rechts), informierte über die aktuelle Generation des BHKW Dachs (Abb.6).

Aktuell verteile sich die Nachfrage zu drei Viertel auf das Gewerbe und ein Viertel auf Privathaushalte. Dabei sei der Wohnungssektor ein „schlafender Riese“. Speziell für den Geschossbau wolle man noch in diesem Jahr ein Konzept vorstellen. Wichtig sei, allgemein den Bekanntheitsgrad der KWK-Technologie bei den Zielgruppen zu erhöhen. „Wenn dies gelöst ist, kommt der KWK-Durchbruch.“

Seit 1996 produziert und vertreibt SenerTec den Dachs. Seit 2009 gehört das Unternehmen zu BDR Thermea. Je nach Ausführung liegt die elektrische Leistung des Dachs zwischen 0,7 kW und 20 kW, die thermische Leistung reicht bis zu 42 kW. Die Einsatzbereiche der Anlagen reichen vom Einfamilienhaus bis hin zu Wohnanlagen, Gewerbebetrieben, öffentlichen Gebäuden, Hotels oder Supermärkten. Mit über 33.000 installierten Dachs KWK-Anlagen bezeichnet sich SenerTec in dem Segment als Marktführer in Europa.

In diesem Jahr standen auf den Messen besonders die neuen Features der Dachs Generation 1.1 und des Dachs Pro 20 im Fokus. Der „klassische“ Dachs mit einer elektrischen Leistung von 5 kW bis 5,5 kW präsentiert sich jetzt mit Hocheffizienzpumpe, integriertem Ansaugschalldämpfer und Abgaswärmeübertrager (Kondenser). Damit habe man die Effizienz der Anlage erhöhen können, die thermische Leistung reiche bis zu 14,8 kW. Der „große Bruder“ des Dachs, der Dachs Pro 20, ist mit einer elektrischen Leistung bis 19,2 kW und einer thermischen Leistung bis 42 kW besonders für Objekte geeignet, deren jährlicher Wärmebedarf mindestens bei 200.000 kWh und Strombedarf bei über 40.000 kWh liegt. In zweiter Generation verfügt er über einen integrierten Brennwertwärmeübertrager. In Zehn-Prozent-Stufen lässt sich die Leistung von 50 bis 100 Prozent modulieren.

Brötje zeigt Studie mit Speicher

Auch Marcus Bernhardt, Produktmanager bei August Brötje, sieht im Markt „immer noch viele Hemmnisse“, angefangen bei einer Verunsicherung durch eine sich ständig ändernde Förderung, bis hin zu einer hohen Komplexität sowohl beim Antragswesen als auch bei der Abrechnung. Hier bestehe noch Handlungsbedarf, die Prozesse (sprich Anträge, Formulare, Zählerwelt) zu vereinfachen. Im Bereich der KWK vertreibt Brötje ausschließlich den EcoGen WGS mit Strirlingmotor. Dieser erzeugt 1 kW Strom und 3,8 kW bis 6,7 kW Wärme. Das integrierte Gasbrennwertgerät hat als Zusatzbrenner eine Heizleistung von 9 kW bis 20 kW. In dem angesprochenen Kundensegment hätten die zuletzt geringen Energiekosten für wenig Investitionswille gesorgt. Einerseits kämen von interessierten Endkunden immer noch häufig Anfragen, andererseits hätte das Handwerk „genug andere Arbeit“, erklärte Bernhardt. So könne es beispielsweise im Badbereich „schneller mehr Geld verdienen“.

„Mit neuen Argumenten kann man Produkten neuen Schwung verleihen. Daher integrieren wir eine revolutionäre Batterietechnologie in unser Stirling-Heizgerät“, erklärte Bernhardt. Dabei spricht er von einem EcoGen Energy-Tower, der als Studie vorgestellt wurde (Abb. 7).

Montag, 05.09.2016

Von Robert Donnerbauer
Redaktion, Heizungs-Journal Verlags-GmbH