Strahlend sauber

Solare Großanlage von Junkers Bosch liefert Prozesswärme für Waschstraße und Werkstatthalle bei Kölner Spezialfahrzeuge-Unternehmen

Sie transportieren, heben, schleppen und bergen – die Kran-, Abschlepp- und Lkw-Flotte des Kölner Spezialfahrzeuge-Unternehmens Colonia ist harte Einsätze gewohnt. Ein neues Werkstattgebäude mit drei Werkstattgruben, eigener TÜV-Prüfhalle und einer Waschstraße sorgt dafür, dass die Fahrzeuge laufend bestens gewartet sind und im Einsatz strahlend sauber aussehen. Eine solare Großanlage von Junkers Bosch liefert hierfür die nötige Prozesswärme sowie Warmwasser und Heizungswärme für Werkstatt und Waschstraße.

Colonia Spezialfahrzeuge ist mit einer Flotte von mehr als 250 Fahrzeugen einer der größten Dienstleister für Kranarbeiten und Schwertransporte in Deutschland. Das Unternehmen mit Sitz in Köln-Ossendorf ist seit drei Generationen in Familienhand und feiert dieses Jahr sein 70-jähriges Bestehen. Im Jubiläumsjahr hat die Geschäftsleitung auf dem Werkgelände eine große Werkstatthalle errichtet, inklusive Diagnosefeld und Waschanlage für Lkw. Das Besondere dabei ist: Die Prozesswärme für die Waschanlage sowie Warmwasser und Heizungswärme werden mittels einer solaren Großanlage von Junkers Bosch erzeugt – unterstützt von einer Gas- Brennwertkaskade. Mit ihrer ökologischen Wasseraufbereitung durch eine rein biologische Wasserkreislauf-Führung ist die Anlage derzeit wohl einzigartig in Deutschland und auf dem neuesten technischen Stand.

Das Innere der Werkstatthalle.
Quelle: Junkers Bosch
In der großräumigen Halle warten und reparieren Colonia-Mitarbeiter die Spezialfahrzeuge. An der Hallendecke befinden sich Deckenstrahlplatten, mit denen überschüssige Solarenergie abgeführt werden kann.

Bereits in der Planungsphase des Hallenneubaus arbeitete Colonia mit Hubert Aretz vom Planungsbüro Plan Team Hürth (PT-H), Planungsgesellschaft für technische Gebäudeausrüstung mbH, zusammen. Die Anlage für die bis zu 23 Meter langen Mobilkrane und Spezialfahrzeuge musste so konzipiert werden, dass zwei Hochdruckreiniger mit einem Durchlauf von jeweils 1.200 Liter Wasser pro Stunde sechs Stunden am Tag eingesetzt werden können. Das Wasser muss 70 Grad Celsius haben. Hinzu kommen täglich drei Stunden Bürstenbetrieb der Portalwaschanlage und die vollautomatische Unterbodenwäsche mit einem Durchlauf von 250 Litern pro Minute. Die Bürstenanlage verbraucht pro Fahrzeug insgesamt rund 1.000 Liter Wasser.

Insgesamt müssen Solarthermie-Anlage und Gas-Brennwertkaskade also pro Arbeitstag rund 15 Kubikmeter 70 Grad Celsius warmes Waschwasser bereitstellen. Um Frischwasser zu sparen und das Grundwasser nicht zu belasten, besteht das Waschwasser aus weichem Regenwasser, das nach Gebrauch aufgefangen, geklärt, gefiltert und wieder zur Wäsche verwendet wird. Auf Grundlage dieser Vorgaben und der ermittelten Daten konnte die Planungsabteilung von Junkers Bosch die Komponenten sowie die Anlage auslegen und planen.

Der Film bietet interessante Einblicke in das Projekt und seine Planung und Durchführung.

"Das Besondere an diesem Projekt war, dass wir bestehende Baugruppen für Solarthermie für Mehrfamilienhäuser auf Industrieprozesse umstellen mussten. Nur so konnten wir dem hohen Wasserumsatz der Anlage und der erforderlichen Größe der Solaranlage gerecht werden", sagt Jörg Vorländer, Business Development Manager bei Junkers Bosch. Zu den zentralen Komponenten der Anlage gehören dabei nicht nur die Gas-Brennwertkaskade und die Röhrenkollektoren, sondern auch ein ausgefeiltes zentrales Regelsystem.

Junkers Bosch bietet ein standardisiertes Monitoring-System an, mit dem sich die gesamte Anlage zuverlässig und dauerhaft fernüberwachen lässt und das sich an individuelle Kundenbedürfnisse anpasst. Das macht das Zusammenspiel der einzelnen Module äußerst sicher und sorgt dafür, dass die Solaranlage zu jeder Betriebszeit allen Anforderungen entspricht. Nach dem Abschluss der umfangreichen Planungsphase beauftragte Colonia schließlich den Kölner Heizungs- und Sanitärfachbetrieb Hans Olbertz GmbH mit der Umsetzung des Projekts.

Ergebnis: Ausgeklügeltes System

Das Ergebnis ist eine solarthermische Anlage, die mit 168 Vakuumröhren-Kollektoren VK-120-2CPC von Junkers Bosch auf dem Hallendach die nötige Prozesswärme liefert. Das Kollektorfeld bringt es auf eine Gesamtfläche von 205 Quadratmetern. Der Nutzwärmeertrag des Solarsystems beträgt 99 Megawattstunden (MWh) bei einer Kollektorflächeneinstrahlung von 206 MWh – dies entspricht einem Systemnutzungsgrad von 48 Prozent.

Auch bei der Planung und der statischen Auslegung der Ständerkonstruktion des Kollektorfeldes hat PT-H eng mit Junkers Bosch zusammengearbeitet, denn Erfahrung war sowohl von planerischer als auch von Hersteller-Seite gefragt. Bei der Bauplanung des ca. 55 Meter langen Kollektorfeldes spielen außer dem Gewicht der Kollektoren, der Ständerkonstruktion und der Verrohrung auch die Berücksichtigung von Wind- und Schneelast eine entscheidende Rolle. Da müssen sämtliche Komponenten haargenau aufeinander abgestimmt und auf die Hallen-Statik ausgelegt sein. Trotz ihrer Abmessungen reicht die Kollektorfläche – besonders an sonnenarmen Tagen – nicht ganz aus, um täglich 15 Kubikmeter Wasser auf bis zu 70 Grad Celsius zu erwärmen.

Montag, 19.12.2016