Startschuss für die Hallenbeheizung der Zukunft

Ein BMBF gefördertes Forschungsprojekt von TU Kaiserslautern und Kübler Ludwigshafen zur hybriden Infrarotheizung ist gestartet.

55 Prozent weniger CO2-Emissionen bis 2030, 80 bis 95 Prozent bis 2050 – so die Ziele der Bundesregierung für den Gebäudesektor. Neben Wohn- und Bürogebäuden wird hier auch ein großer Bedarf bei industriellen Gebäuden (Fertigungshallen etc.) gesehen. In diesem Bereich erreichen die Heizungssysteme des Ludwigshafener Infrarotspezialisten Kübler bereits heute den Anforderungsstandard des nächsten Jahrzehnts. Den entscheidenden Innovationsschritt auf der Etappe 2050 verspricht jetzt ein gemeinsames Forschungsvorhaben von Kübler und der TU Kaiserslautern mit dem Titel InfraEff. Am 13. März trafen sich die Kooperationspartner zum Startschuss in Ludwigshafen.

"Es geht um nicht weniger als die Hallenheizung der Zukunft", begrüßt Dr. Jens Findeisen, Leiter Forschung und Entwicklung bei Kübler, seine Gäste zum gemeinsamen Kick-off Meeting in Ludwigshafen. Seine Einleitung zeigt die große Bedeutung, die dem Forschungsprojekt mit dem Kurztitel InfraEff beigemessen wird. Das gilt für beide Kooperationspartner, namentlich die Technische Universität Kaiserslautern mit ihrem Fachbereich Bauingenieurwesen und Kübler. Schließlich ginge es darum, die Klimaschutzvorhaben der Bundesregierung realisierbar zu machen und einen relevanten Beitrag zur Energiewende zu leisten. Mit Technologien, die es heute noch gar nicht gibt.

Hinter InfraEff verbirgt sich ein konkretes Ziel, nämlich die Entwicklung einer benutzeradaptierten und hybriden Infrarotheizung. Und es geht um die Integration regenerativer Energien. 30 Monate Laufzeit hat das großangelegte Projekt mit einem Gesamtumfang von über einer Million Euro. Das zeitliche und finanzielle Volumen macht das Projekt für beide Forschungspartner attraktiv. Zumal man sich auch beim Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) viel von den Ergebnissen verspricht und einen Großteil über den Förderträger DLR im Rahmen des Förderprogramms KMU-innovativ unterstützt.

"Wir planen, durch das Projekt eine Energieeinsparung von 30 % zu erreichen, das bedeutet eine CO2-Reduktion von 8 Millionen Tonnen", sagt Dr. Jens Findeisen von Kübler Ludwigshafen.

Kübler sieht seine besondere Verantwortung gegenüber Bevölkerung und Umwelt darin, einen Beitrag zur Erfüllung der Energiewende zu leisten. Auf dem Weg dorthin ist das Unternehmen bereits weit gekommen. Mit einer 30-jährigen Erfahrung auf diesem Gebiet sorgen Entwicklungen von Kübler für Energie- und CO2-Einsparungen zwischen 30 und 70 Prozent gegenüber konventionellen Technologien.

Die Expertise von Kübler auf dem Gebiet Infrarotheizung ist für das Team um die Professoren Dr. rer. nat. Svenja Carrigan und Prof. Dr. rer. nat. Oliver Kornadt sowie ihrem Wissenschaftlichen Mitarbeiter Dipl.-Ing. Marco Hartner im Fachgebiet Bauphysik der TU Kaiserslautern (Fachbereich Bauingenieurwesen) eine wichtige Ergänzung zum eigenen Know-how. Der Fachbereich hat bereits große Erfahrungen mit Projekten zu den Themen Niedrigst-Energie-Hallen und Thermischer Komfort.

Die Kooperationspartner der TU Kaiserslautern und der Kübler GmbH Ludwigshafen im großangelegten Forschungsprojekt InfraEff.
Quelle: Kübler Energiesparende Hallenheizungen
Die Kooperationspartner der TU Kaiserslautern und der Kübler GmbH Ludwigshafen im großangelegten Forschungsprojekt InfraEff (von links nach rechts): Thomas Kübler, Jörg Zartmann, Marco Hartner Dr. Jens Findeisen, Thorsten Schmitt, Hanna Lermen, Daniel Berka, Michael Saumer, Prof. Dr. Svenja Carrigan und Prof. Dr. Oliver Kornadt.

"Unser Wissen aus den Bereichen Büro- und Wohngebäude darum, welche Bedingungen Menschen als behaglich empfinden, wollen wir auf Hallen übertragen. Und dies bei gleichzeitig erhöhter Energieeffizienz", formuliert Kornadt ein Teilziel des Forschungsprojektes. Aber es geht um mehr: "InfraEff zielt darauf, mit einem völlig neuen Konzept nur die Hallenzonen zu heizen, die gebraucht werden. Das große Volumen des Projektes erlaubt, verschiedene Ansätze zu berühren. Dies ist unglaublich spannend und vor allem: dies ist praxisrelevant." Auch wenn die wissenschaftliche Erkenntnis rund um die Hallenbeheizung der Zukunft für die TU Kaiserslautern im Vordergrund steht, ist gerade dieser Praxisbezug ein relevanter Aspekt für die Forscher. "Der Fachbereich pflegt seit langem die Zusammenarbeit mit Wirtschaftsunternehmen zur praxisrelevanten Umsetzung von Forschungsergebnissen", so der Professor.

Weiterführende Informationen: https://www.kuebler-hallenheizungen.de/

Dienstag, 21.04.2020