Scannen, messen, gestalten

Raumplanung mit HottScan und Palette CAD

Wohnkomfort und Wirtschaftlichkeit werden zunehmend über technische Maßnahmen definiert und bestimmen die Qualität eines Gebäudes. Genau hier treffen zwei namhafte Softwarehäuser aufeinander.

Durch das abgestimmte Zusammen­spiel von digitalem Aufmaß und weiterführender Planung in der 3D-CAD-Software soll der Kunde ein möglichst reales Abbild der zukünftigen Raumplanung erhalten.
Quelle: Palette CAD
Durch das abgestimmte Zusammen­spiel von digitalem Aufmaß und weiterführender Planung in der 3D-CAD-Software soll der Kunde ein möglichst reales Abbild der zukünftigen Raumplanung erhalten.

Geometrische Grundlagen und Planungsdaten werden heute – immer noch – mehrheitlich konventionell über Handmessungen, mithilfe von Zollstock, Lasermessgerät und Leiter, ermittelt. Anschließend werden diese Informationen zusammen mit einer Skizze in der Bauakte abgeheftet und in einem langwierigen Prozess in ein digitales Format übertragen. Dieser analoge Weg bringt jedoch drei potentielle Schwierigkeiten mit sich:

  1. Maße können nachträglich nicht noch einmal überprüft werden, ohne die Räumlichkeiten erneut aufzusuchen.

  2. Durch fehlende Visualisierung und erschwerte Kommunikation mit Partnern erhöhen sich Fehlerquellen und Zeitverlust.

  3. Die Daten müssen nachträglich, überwiegend händisch, in einer Designsoftware (z. B. Badplanungssoftware) aufbereitet werden.

Die HottScan GmbH, Tochterunternehmen der Hottgenroth Software GmbH & Co. KG, beantwortet die Frage, wie ein Aufmaß mithilfe von innovativer Fotometrie praxisgerecht und präzise erstellt werden kann: Der 3D-Raumscanner „HottScan“ erfasst so in weniger als zwei Minuten den kompletten Raum mit Bildern und Messpunkten. Daraus können ein kompletter 3D-Raum oder nur einzelne benötigte Maße erstellt und genutzt werden. Die Software „HottScan Modellierer“ wandelt Bilder und Messpunkte in ein 360°-Panorama um und stellt einfache Flächenzeichenfunktionen und Maßketten zur Verfügung. Der Vorteil dieses Systems besteht, laut Hersteller, in den geringen Datenmengen, um einen Raum eindeutig zu definieren. Es werden keine Millionen Punkte in Form einer Punktwolke benötigt, sondern via Fotometrie lediglich 50 bis 60 Referenzpunkte erzeugt. Diese Parameter seien vollkommen ausreichend, um detailliert in kurzer Zeit einen 3D-Raum zu generieren.

Der 3D-Raumscanner „HottScan“ erfasst in weniger als zwei Minuten den kompletten Raum mit Bildern und Messpunkten. Daraus können ein kompletter 3D-Raum oder nur einzelne Maße erstellt und genutzt werden.
Quelle: Hottgenroth Software
Der 3D-Raumscanner „HottScan“ erfasst in weniger als zwei Minuten den kompletten Raum mit Bildern und Messpunkten. Daraus können ein kompletter 3D-Raum oder nur einzelne Maße erstellt und genutzt werden.

Einmal erfassen, vielfach nutzen

Der so erstellte 3D-Raum ist nicht nur jederzeit visuell prüfbar und editierbar, er kann auch direkt via mitgelieferter IFCSchnittstelle in die Palette CAD-3D-Software importiert werden. Seit nunmehr 25 Jahren verfolgt die Palette CAD GmbH das Ziel, Handwerk und Handel bei der maßgetreuen Planung von Räumen zu unterstützen. Sei es bei der Konstruktion, Gestaltung und natürlich dem Verkauf von Dienstleistung und Material.

Die beschriebenen Prozesse sind demnach, ohne Medienbruch und Datenverlust, durchgängig. Der fertig importierte Raum hat die gleiche Datenqualität, wie bei einer komplett in Palette CAD 3D erstellten Zeichnung. Alle Objekte sind „intelligent“: Türen „kennen“ ihren Anschlag und lassen sich öffnen und schließen, die Wände „wissen“, dass sie verbunden sind – um nur zwei Beispiele zu nennen. Kurzum, der Raum ist nun als realistisches Modell auf dem Bildschirm sichtbar und kann jetzt umgestaltet, ausgebaut und fertiggestellt werden.

Das abgestimmte Zusammenspiel von digitalem Aufmaß und weiterführender Planung in der 3D-CAD-Software verfolgt zwei Ziele:

Das erste Ziel ist es, dem Kunden ein möglichst reales Abbild der zukünftigen Raumplanung darzustellen. Eine große Herausforderung bei der Sanierung von Räumen ist oft das mangelnde Vorstellungsvermögen des Bauherrn in Bezug auf Gestaltung und Proportionen. Hier sind die Visualisierungen in fotorealistischer Qualität von Palette CAD enorm hilfreich. Mittlerweile lassen sich diese auch mittels VR-Brille virtuell begehen.

Das zweite Ziel ist die Optimierung des Prozesses innerhalb des ausführenden Unternehmens. Da mittlerweile jede Armatur und jeder Einrichtungsgegenstand einen „digitalen Zwilling“ besitzt, entsteht schlussendlich von jedem geplanten Raum ebenso ein „digitaler Zwilling“. Diese exakte Kopie des Raums entsteht noch vor der realen Fertigstellung. Die virtuelle Simulation der Baustelle bietet einige Vorteile: Der Handel bekommt vom Handwerk die exakten Bestellmengen von allen Einrichtungsgegenständen und Baustoffen übermittelt. Die Gewerke für die Vormontage kennen schon die fotorealistische Darstellung und die damit verbundenen Pläne. Sie wissen also genau, worauf sie achten müssen, damit die Endmontage mit dem Wunschergebnis übereinstimmt. Fehler und Schnittstellenprobleme werden so effektiv vermieden. Fotorealistische Darstellungen sind also nicht nur für den Verkauf optimal, sondern auch für die Kommunikation auf der Baustelle.

Dienstag, 22.01.2019