Sanierungsprojekt setzt auf dezentrales Lüftungssystem mit Wärmerückgewinnung

Von der Ruine zum Niedrigenergiehaus

Der Einbau eines gut funktionierenden Lüftungssystems hilft nicht nur bei der bedarfsgerechten Zu- und Ableitung der Luft, es kann auch Energie und Betriebskosten effektiv einsparen. Das wurde nun mit einem Dutzend Belüftungsgeräten der Lunos Lüftungstechnik GmbH in einer grundsanierten, 300 Jahre alten Ruine umgesetzt. Das Gebäude wurde 2016 im irischen Clane, County Kildare, zu einem Niedrigenergie-Familienhaus umgebaut.

Das renovierte Bauernhaus von außen.
Quelle: Thomasz Juszczak/Imageworks
Im Jahr 2009 entdeckte die irische Familie Jordan ein fast 300 Jahre altes Bauernhaus, das sich in desolatem Zustand befand. Nach längeren Absprachen mit dem Kildare County Council, der das Gebäude kurzerhand unter Denkmalschutz stellte, wurde beschlossen, das Gebäude von Grund auf zu sanieren und einen Erweiterungsbau anzuschließen.

Sowohl für sanierte als auch für neue Wohnhäuser gilt in Deutschland die Energieeinsparverordnung (kurz EnEV). Darüber hinaus wurde im dritten Aktionsplan zur Nationalen Energieeffizienz (NEEAP 3) von 2014 festgelegt, dass bis 2020 EU-weit im privaten Wohnbereich 10.355 GWh Energie eingespart werden sollen. Die Anforderungen an Bauvorhaben steigen dadurch stetig: Fehlt ein umfassendes System zur bedarfsgerechten Belüftung, kann es zu Feuchteschäden und Schimmelbefall kommen, was für die Gesundheit der Bewohner und die Haussubstanz schwerwiegende Folgen haben kann.

Seit dem 1. Januar 2016 gelten in der gesamten EU neue Richtlinien für die Einstufung der Energieeffizienzklassen bei Lüftungssystemen für Wohnhäuser. Damit wird die Richtlinie 2009/125/EG mit der Verordnung (EU) Nr. 1253/2014 und der delegierten Verordnung (EU) Nr. 1254/2014 verbindlich umgesetzt.

Die Kernaussage ist klar: Die Hersteller sind in der Pflicht, ab dem Zeitpunkt des Inkrafttretens der Verordnung energieeffizientere Lüftungsgeräte zu liefern. Planer und Anlagenbauer müssen die Verordnung kennen und umsetzen, da sie großen Einfluss auf die technische Auslegung von Lüftungsgeräten hat – gerade auch bei sanierungsbedürftigen Gebäuden, deren Technik diese Standards mitunter nicht mehr erfüllt und deshalb erneuert werden soll.

Um zu gewährleisten, dass das geplante Gebäude den Bestimmungen gerecht wird, wird es mit einem Referenzgebäude verglichen. Bereits bei kleinen Abweichungen an einer Stelle muss an anderer Stelle für einen entsprechenden Ausgleich gesorgt werden. Diese EU-Verordnung ist im Umfeld einer Vielzahl anderer sogenannter Ökodesign-Richtlinien entstanden, welche die Mindest-Energieeffizienz von Produkten regeln.

Für ein Sanierungsprojekt im irischen Clane, County Kildare, musste ebenfalls eine Lösung in puncto Belüftungssystem gefunden werden: Bei dem Gebäude handelt es sich um ein 300 Jahre altes Bauernhaus aus dem 18. Jahrhundert, welches 2009 von Patrick und Anne Jordan erworben wurde.

Da die Energiekosten des vierstöckigen Hauses mit dem massiven Mauerwerk und den traditionellen Schiebefenstern aufgrund schlechter Isolierung relativ hoch waren, entschieden sich die Eigentümer für eine Grundsanierung und den Einbau einer komplett neuen Heiz- sowie Belüftungsanlage.

Diese Pläne wurden jedoch von der zuständigen Gemeindeverwaltung zerschlagen, die das Gebäude kurzerhand unter Denkmalschutz stellte. Das Gebäude durfte nur sehr "schonend" behandelt und für die Renovierung beziehungsweise den Umbau musste ein so genannter Grade-1-Architect beauftragt werden. In Irland werden Architekten in "Grades" unterteilt, je nach Spezialisierung. Grade 1 bedeutet demnach, dass der Architekt sich auf die "Konservierung" und Restauration von älteren Gebäuden spezialisiert hat.

Einsatz von modernsten Anlagesystemen

Schließlich wurde der Architekt Bill Maxwell vom Architektenbüro Maxwell Pierce engagiert, der bereits Erfahrung mit dem Umbau historischer Gebäude hatte und gemeinsam mit einem Expertenteam von mehreren Ingenieuren, Statikern und Installateuren daran ging, das alte Gebäude nicht nur zu sanieren, sondern auch noch um einen modernen Gebäudekomplex zu erweitern: "Die Anfügung eines Erweiterungsbaus an ein historisches Gebäude funktioniert nur dann, wenn die Möglichkeit besteht, das alte Gebäude fast von Grund auf zu erneuern. Da im Originalgebäude Luftdichtheit und Isolierung meist zu wünschen übriglassen, wird es sonst schwierig, den Energieverbrauch auf ein bezahlbares Level zu senken, ohne dass der Komfort verloren geht", so Maxwell.

Die Galerie des Hauses.
Quelle: Thomasz Juszczak/Imageworks
Ein Teil der alten Bausubstanz blieb erhalten und bildet einen angenehmen Kontrast zu dem von Glas und hellen Farben dominierten Erweiterungsbau.

Am Ende waren von der Ruine nur die gewölbte Ziegelsteindecke im Untergeschoss sowie ein Teil der ursprünglichen Treppe übrig, ebenso blieben Fußböden, Schornsteinbrüstungen und die Veranda aus dem 19. Jahrhundert erhalten.