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Raumtemperierung mit Unterflursystemen

Anspruchsvolle Anforderungen

Um die Behaglichkeitskriterien hinsichtlich Temperaturschichtung, Luftbewegung und Schallemissionen für ein bedarfsorientiertes Heizen und Kühlen erfüllen zu können, sollte bei der Auswahl der Geräte grundsätzlich auf hohe Qualitätsstandards und ein umfangreiches technische Know-how seitens des Herstellers geachtet werden. Der vom Unternehmen Kampmann entwickelte "Katherm HK" etwa verfügt bei sehr geringen Abmessungen durch ein abgestimmtes Zusammenspiel des Hochleistungs-Wärmeübertragers und des EC-Querstromventilators über eine Heizleistung von bis zu 14,3 kW und eine Kühlleistung von bis zu 2,7 kW. Ein optimierter Luftaustritt minimiert hierbei den Kurzschlussanteil soweit wie technisch möglich. Das Gerät erreicht bei niedrigen Drehzahlen einen Schallleistungspegel von weniger als 28 dB(A) und befindet sich damit außerhalb des üblichen Mess- und Hörbereiches.

Unterflurkonvektor
Quelle: Kampmann GmbH
Der kurzschlussoptimierte "Katherm HK" von Kampmann erreicht bei sehr geringen Abmessungen durch das optimale Zusammenspiel des Hochleistungs-Wärmeübertragers und des EC-Querstromventilators eine Heizleistung von bis zu 14,3 kW und eine Kühlleistung von bis zu 2,7 kW.

Durch den energieeffizienten EC-Querstromventilator mit geräuschoptimierter Kommutierungselektronik wird ein höherer Wirkungsgrad erzielt, der zu deutlichen Energieeinsparungen gegenüber herkömmlichen Ventilatoren führt. Strömungsoptimierte Walzenlaufräder sorgen für Laufruhe und garantieren eine gleichmäßige Durchströmung des Konvektors auf der ganzen Länge. Darüber hinaus kann das Unterflurgerät mit optionalen Zuluftmodulen ausgestattet werden, welche jeweils die Einbringung von bis zu 60 m³/h Primärluft ermöglichen. Auf diese Weise lassen sich die Funktionen Kühlen, Heizen und Lüften in einer kompakten Einheit kombinieren.

Komplexere Rahmenbedingungen für eine bedarfsorientierte Raumtemperierung erfordern ebenfalls ein entsprechendes Regelungskonzept. Die Unterflurgeräte des Unternehmens aus Lingen lassen sich mit der intelligenten Raumautomation "KaControl" ausstatten. Das System verfügt über Design-Raumbediengeräte mit intuitiver Handhabung und kann mit steckbaren Kommunikationsschnittstellen für den Einzelraumregelbetrieb oder auch für die Aufschaltung auf übergeordnete Leitsysteme – BACnet, CANbus, LON, KNX und Modbus – aufgerüstet werden. Alternativ ist eine direkte Ansteuerung über ein aktives 0-10 V-Signal einer bauseitigen Gebäudeleittechnik möglich. Die parametrierbaren Regler bieten vielfältige Funktionen, zu denen unter anderem manuell einstellbare Lüfterstufen, ein Zeitschaltprogramm oder Motorüberwachung mit Störmeldeverarbeitung gehören. Darüber hinaus steht für sämtliche Geräte ebenfalls eine einfache, elektromechanische Regelungsvariante mit zugehörigem Raumthermostat zur Verfügung.

Leistungsvergleich und Datentransparenz

Nicht zuletzt ist bei der Planung und Auslegung auf die Berechnungsgrundlage der Wärme- und Kühlleistungen zu achten. So kommt es auch heute noch vor, dass in technischen Unterlagen Werte angegeben sind, die nach der europäischen Heizkörpernorm DIN EN 442 ermittelt wurden. Dabei gibt es bereits seit 2015 mit der DIN EN 16430 eine eigene Richtlinie für gebläseunterstützte Heizkörper, Konvektoren und Unterflurkonvektoren, die einen belastbaren Vergleich gleichartiger Geräte ermöglicht. Die hiernach durchgeführten Leistungsmessungen in einem Normraum mit standardisierten Bedingungen und Temperaturen haben sich zudem als besonders nah am realen Anwendungsfall erwiesen. Die Angaben zu Schallemissionen sollen sich dabei auf den Betrieb mit höchster, mittlerer und niedrigster Drehzahl beziehen.

In der Richtlinie werden auch die speziellen Anforderungen für den Kühlbetrieb berücksichtigt. Maßstab für die Kühlleistung ist die Bezugslufttemperatur, die in der Prüfraummitte in 2 m Abstand von der Fassade und in 0,75 m Höhe gemessen wird.

Diese kann je nach Kurzschlussanteil deutlich von der Lufteintrittstemperatur abweichen. Für den Nutzer ist jedoch letztendlich die Temperatur in der Aufenthaltszone entscheidend. Wenn nun fälschlicherweise Raumtemperatur beziehungsweise Bezugslufttemperatur und Lufteintrittstemperatur gleichgesetzt werden, können sich bei der Berechnung zum Teil erhebliche Unterschiede für die Kühlleistungen ergeben.

Ein wichtiges Kriterium für die Auswahl von Unterflurgeräten sind deshalb des Weiteren eine möglichst hohe Datentransparenz sowie fachkompetente Unterstützung bei der Planung und Auslegung. Ein informativer Internetauftritt mit vielfältigen Berechnungs- und Konfigurationsmöglichkeiten sowie umfassende BDH- und BIM-Datensätze sollten daher inzwischen zum Standardangebot der Hersteller gehören. Führende Unternehmen wie Kampmann gehen hier noch einen Schritt weiter.

Am Stammsitz in Lingen befindet sich das moderne, ca. 1.200 m² große Forschung & Entwicklung Center (FEC), das ein Raumluftströmungs-, ein Mehrzweck- sowie ein Schallmesslabor beinhaltet. Zu der technisch anspruchsvollen Ausstattung gehören ein Kammerprüfstand, zwei Klimasimulationsanlagen und eine Klimakammer.

Das Forschung & Entwicklung Center von Kampmann.
Quelle: Kampmann GmbH
Im unternehmenseigenen Forschung & Entwicklung Center (FEC) von Kampmann lassen sich auch bei komplexen Projekten mit simulierten Arbeitsplätzen und Wärmequellen nahezu jegliche Rahmenbedingungen realitätsnah nachstellen und die Leistungsfähigkeit und Funktionalität der Systeme normgerecht prüfen.

Gerade bei komplexen und von der Norm abweichenden Projekten lassen sich hier mit simulierten Arbeitsplätzen und Wärmequellen nahezu jegliche Rahmenbedingungen realitätsnah nachstellen und sowohl Standardgeräte als auch individuelle Sonderlösungen hinsichtlich ihrer Leistungsfähigkeit und Funktionalität unter Einhaltung der geforderten Kriterien detailliert überprüfen.

Mittwoch, 24.04.2019

Von Marcel Rakers
Product Compliance Manager Kampmann GmbH