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Neuheiten im Bereich Messgeräte und Werkzeuge

Spannende Innovationen der Hersteller von Messgeräten und Werkzeugen auf der ISH 2019 (ohne Anspruch auf Vollständigkeit).

Hammer, Zange, Feilen, Nagel und Hobelspäne.
Quelle: stokkete / https://de.fotolia.com
Gut durchdachte und robust ausgeführte Werkzeuge und Messgeräte lassen die Arbeit des Handwerkers leicht von der Hand gehen – was sich Tag für Tag im Einsatz bezahlt macht.

In der Messtechnik ist die Digitalisierung klarer Entwicklungstreiber: Abgasmessung, Druckmessung, Lecksuche, Störungsdiagnose und weitere Optionen werden mit immer intelligenteren Geräten bewerkstelligt. Die Bedienung wird intuitiver und der Datenexport eröffnet viele neue Möglichkeiten. Aber auch bei den Werkzeugen für Installations- und Wartungsaufgaben gibt es interessante neue Entwicklungen zu berichten. Unsere Auswahl erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und berücksichtigt auch ausgewählte Neuheiten, die nicht auf der ISH präsentiert wurden. Los geht es mit Stippvisiten bei den Messtechnik-Anbietern:

Dräger MSI erleichtert die Dokumentation

Ein Mann steht vor einem Dräger-Werbeplakat.
Quelle: Martin Frey
Auf der ISH stellte die Dräger MSI GmbH ihre neue App "Dräger mCon" für alle neuen Abgas- und Druckmessgeräte vor.

Die Dräger MSI GmbH aus Hagen stellte auf der ISH ihre neue App "Dräger mCon" für alle neuen Abgas- und Druckmessgeräte vor. Mittels "Bluetooth LE"-Technologie können damit ausgestattete Geräte die Messdaten als PDF-Datei oder Messprotokoll an das Büro bzw. an den Endkunden übermitteln. Eine Ablage der Daten in eine Cloud ist ebenfalls möglich. Die App verwaltet neben den Messprotokollen auch Kommentare und Fotos. "Wir bekommen sehr viele positive Rückmeldungen zu der App", berichtete Yvonne Lohoff aus der Marketingabteilung. Unter anderem ersparten sich die Handwerker dadurch viele Ausdrucke und Fahrten zum Büro. Nach dem Herunterladen aus "Google Play" oder dem "App Store" könne man Kundendaten importieren bzw. neu anlegen. Anschließend beginne man den Messvorgang und die gestartete App stellt automatisch die Verbindung zum Messgerät her. Dräger ermögliche mit der mobilen Messdatenverwaltung seinen Kunden praktisch das "Büro to go". Das neue Angebot eigne sich für mit "Bluetooth LE" ausgestattete Messgeräte der Typen "Dräger FG7000", "Dräger FG4200", "Dräger P7-TD/TDX" sowie "Dräger P4000".

ecom mit vielen Neuheiten bei portabler Messtechnik

Eine Frau und ein Mann stehen neben einem Messgerätekoffer.
Quelle: Martin Frey
Der Messgerätehersteller ecom GmbH präsentierte das Druckprüfgerät "DP3", welches die Vorgaben der neuen TRGI 2018 erfüllt, wie Marketingchefin Alexandra Bramkamp und Geschäftsführer Frank Binz berichteten.

Interessante Neuheiten gab es auch bei dem Messgerätehersteller ecom GmbH aus Iserlohn: Marketingchefin Alexandra Bramkamp stellte zusammen mit Geschäftsführer Frank Binz das Druckprüfgerät "DP3" vor, welches die Vorgaben der neuen TRGI 2018 erfüllt. Einer der Vorteile sei der automatische Ablauf des Messvorganges, was die Arbeit mit dem Gerät stark vereinfache. Bramkamp riet Heizungsmonteuren, die Druckprüfungen nicht zu vernachlässigen, stellten sie doch ein gutes Mitnahmegeschäft dar. Auch das vor nicht allzu langer Zeit eingeführte Abgasanalysegerät "CL 2" habe aufgrund seiner kompakten Bauform und dem handlichen Alukoffer viele überzeugte Nutzer gefunden. Neben einer optischen Überarbeitung bestehender Produkte wurde die firmeneigene App überarbeitet, die nun auch WLAN- und Bluetooth-fähig ist. Der Fokus von ecom liegt auf der portablen Messtechnik für Abgasanalyse und Druckmessung: "Wir beschäftigen uns aber auch sehr stark mit der Digitalisierung, smarter Technik sowie stationärer Messtechnik für größere Brennerkessel und BHKW", berichtete Geschäftsführer Frank Binz dem HeizungsJournal. Der Markt entwickle sich im In- und Ausland positiv. Das Unternehmen mit 90 Mitarbeitern und 35 weiteren bei Töchtern ist in Deutschland, Frankreich und den USA vertreten und kooperiert in weiteren Ländern mit lokalen Distributoren. In China unterhält es ein eigenes Vertriebsbüro.

Flir stellt Mehrzweck-Umweltmessgerät vor

Mehrzweck-Umweltmessgerät
Quelle: Flir Systems GmbH
Das neue Mehrzweck-Umweltmessgerät "EM54" der Flir Systems GmbH ist für das Überprüfen von Luftkanalsystemen, Elektromotoren, thermischen Anlagen und anderen Systembauteilen in Wohngebäuden, Gewerbeeinrichtungen und industriellen Anlagen geeignet.

Kurz nach und unabhängig von der ISH vermeldete die Flir Systems GmbH aus Virginia/USA mit Vertretung in Frankfurt am Main die Präsentation des neuen Mehrzweck-Umweltmessgerätes "EM54" für HLK-Systeme. Als Einsatzzwecke werden das Überprüfen von Luftkanalsystemen, Elektromotoren, thermischen Anlagen und anderen Systembauteilen in Wohngebäuden, Gewerbeeinrichtungen und industriellen Anlagen angegeben. Zur Ausstattung gehören ein hochauflösendes externes Flügelrad-Anemometer für Luftstromgeschwindigkeitsmessungen, ein integriertes Hygrometer und ein mitgelieferter Typ-K-Kontakt-Temperaturmessfühler. Außerdem berechne das "EM54" die Feuchtkugel- und Taupunkttemperatur. Zur Ausstattung gehörten ferner unter anderem ein Multifunktionsdisplay und eine programmierbare automatische Abschaltung.

Gann mit Lösungen zur Feuchtemessung

Universalfeuchtemessgerät
Quelle: Gann Mess- u. Regeltechnik GmbH
Das neue Universalfeuchtemessgerät "Hydromette CH 17" der Gann Mess- und Regeltechnik GmbH ermöglicht unter anderem zwei Messungen gleichzeitig.

Die Gann Mess- u. Regeltechnik GmbH aus Gerlingen im Landkreis Ludwigsburg führt ein neues Universalfeuchtemessgerät im Sortiment: Die "Hydromette CH 17" ist nach Unternehmensangaben dabei ein "echter Allrounder im Bereich der elektronischen Feuchtigkeitsmessung". Sie ermögliche die Ermittlung von Baufeuchte, Holzfeuchte, Luftfeuchte, Temperatur sowie die Luftgeschwindigkeitsmessung. Auch zwei gleichzeitige Messungen sind mit dem Gerät realisierbar: Dies bietet die Möglichkeit, "völlig neue Bewertungen der Messungen" zu erhalten. Im Display können zusätzlich weitere berechnete Messgrößen wie absolute Feuchte, Taupunkt, Holzfeuchte-Gleichgewicht und Weiteres angezeigt werden. Mittels einer grafischen Kurvenfunktion ist aufgrund der Entwicklung der Messwerte im Bohrloch der vermutliche Endwert vorauszusagen. Die Datenlogger-Funktion ermöglicht es, Messwerte über einen Zeitraum von bis zu 31 Tagen aufzuzeichnen und abzuspeichern. Das Messgerät bietet außerdem Listenmessungen, Rastermessung, Mittelwert-Berechnung und optional eine Screenshot-Funktion. Eine im Lieferumfang enthaltene Software ermöglicht es zudem, die bei den Messungen gewonnenen Daten auf einen PC zu übertragen. Bei Einführung neuer Baustoffe können deren neue Kennlinien ebenfalls optional aufgespielt werden. Gann hält außerdem ein umfangreiches Sortiment an Messelektroden bereit, welche die Produktneuheit ergänzen könnten.

MRU präsentiert neuen Multifunktions-Detektor

Multifunktionsleckagedetektor
Quelle: MRU Messgeräte für Rauchgase und Umweltschutz GmbH
Zu den Neuheiten der MRU Messgeräte für Rauchgase und Umweltschutz GmbH zählt der Multifunktionsleckagedetektor "400GD", der dank eines Sensor-Wechselsystems die Funktionen Lecksuchgerät und Rückstaumelder miteinander vereint.

Am Stand der MRU Messgeräte für Rauchgase und Umweltschutz GmbH aus Neckarsulm-Obereisesheim wurde über die gesamte Produktpalette informiert, zu der auch der neue Multifunktions-Leckage-Detektor "400GD" zählt, der dank eines Sensor-Wechselsystems die Funktionen Lecksuchgerät und Rückstaumelder vereint. Das Gerät ist modular aufgebaut und kann innerhalb von kürzester Zeit vom Gasspürer zu einem Rückstaumelder oder Kältemitteldetektor umgerüstet werden. Zusätzliche Messgrößen, wie etwa Umgebungsfeuchte, sind laut Unternehmen in Vorbereitung. Das Sensor-Wechselsystem wurde auf Basis einer automatischen Funktionserkennung entwickelt. Das Grundgerät, kombiniert mit mehreren Sensoren, biete die Möglichkeit einer kompakten, kostengünstigen Lösung. Auf dem 1,8"-Farbdisplay wird neben dem Messergebnis in ppm, % und %UEG gleichzeitig auch eine grafische Mess-Verlaufskurve angezeigt. Das Gehäuse (B 50 x H 135 x T 25 mm) aus glasfaserverstärktem Kunststoff ermögliche eine einfache und robuste Handhabung und der Lithium-Ionen-Akku langes, netzunabhängiges Arbeiten. Alarme werden optisch an Gerät und Sensor angezeigt, das Gerät vibriert gleichzeitig und die Alarmschwelle ist individuell einzustellen.

Testo zeigt neues Universal-Klimamessgerät

Ein Mann präsentiert auf einem Testo-Messestand ein Messgerät.
Quelle: Martin Frey
Bei der Testo SE & Co. KGaA stand unter anderem das neue Universal-Klimamessgerät "testo 400" im Mittelpunkt. Es misst Strömung, Temperatur, Feuchte, Druck, Beleuchtungsstärke, Strahlungswärme, Turbulenzgrad, Kohlendioxid und Kohlenmonoxid.

Bei dem Messtechnik-Spezialisten Testo SE & Co. KGaA aus Lenzkirch stand unter anderem das neue Universal-Klimamessgerät "testo 400" im Mittelpunkt des Messeauftrittes. "Man sieht gut daran, dass die Messtechnik immer digitaler wird", so Marketingdirektorin Petra Toischer. Dies ermögliche die sofortige Weiterverarbeitung von gewonnenen Messwerten. "Somit spart man Zeit und Fehler werden reduziert." Das neue Produkt ist ein wahrer Alleskönner, denn es misst Strömung, Temperatur, Feuchte, Druck, Beleuchtungsstärke, Strahlungswärme, Turbulenzgrad, Kohlendioxid und Kohlenmonoxid. Eine intuitive Benutzerführung über eine große berührungssensible Anzeige ("Touch-Display") sowie eine Vielzahl von angebotenen Sensoren ermöglichen ein optimales Messergebnis. Weitere Neuheiten waren das Klimamessgerät "testo 440", das mit "Bluetooth"-fähigen Sonden ausgestattet wer-den kann, sowie das Abgasanalysegerät "testo 300" mit einem großen Touch-Display, einem robusten Kunststoffgehäuse, intuitiven Menüs und einem Protokollversand via E-Mail. Petra Toischer registriert, dass auch kompakte Messgeräte, bei denen das Smartphone als Display genutzt wird (sogenannte "Smart Probes"), vor allem bei der jüngeren Generation des Fachhandwerks an Akzeptanz gewinnen. "Auch die Verbreitung dieser Geräte wird nun sehr schnell vorangehen", so ihre Prognose.

Wöhler mit praxisorientierten Lösungen

Eine Frau demonstriert die Funktionsweise eines Videoinspektionssystems.
Quelle: Martin Frey
Das Videoinspektionssystem Wöhler "VIS 700" der Wöhler Technik GmbH bietet Bilder in HD-Qualität sowie etliche nützliche Funktionen, wie einen dreh- und schwenkbaren Kamerakopf sowie eine manuelle Fokussiereinrichtung, wie Pressereferentin Christine Blumenthal am Stand demonstrierte.

Etliche Neuheiten fanden sich auch bei der Wöhler Technik GmbH aus Bad Wünnenberg, von denen Pressereferentin Christine Blumenthal berichtete: Das Videoinspektionssystem Wöhler-"VIS 700" bietet Bilder in HD-Qualität sowie etliche nützliche Funktionen, wie einen dreh- und schwenkbaren Kamerakopf sowie eine manuelle Fokussiereinrichtung. Das System ist in einem kompakten Koffer mit einem 30-m-Kabel untergebracht. "Wir richten uns mit diesem Produkt an Leckorter ebenso wie an Gutachter und Fachhandwerker", so Blumenthal. Für Inspektionsarbeiten leistet künftig das Videoskop Wöhler-"VE 400" wertvolle Dienste, welches Fotos, Videos und Ton überträgt und eine HD-Inspektion selbst durch kleinste Öffnungen ermöglicht. Die Kamera ist klein und leicht und mit unterschiedlichen Sonden ab 3,9 mm Durchmesser zu haben. Noch nicht lange im Programm ist auch das Blower-Door-Messgerät "BC 600", welches jetzt über App auf dem Tablet oder Smartphone zu bedienen ist. Die dazugehörige App zur Steuerung biete viel mehr Möglichkeiten, wie Checklisten zur Hausabdichtung inklusive Normen für unterschiedliche Länder. Viel Interesse fand am Stand ebenso das Abgasmessgerät Wöhler-"A 450". Es ist klein, leicht und robust und zeigt alle 14 Messwerte auf einen Blick. Die Übersichtlichkeit auf dem 5“-Display sei für den Fachhandwerker entscheidend. Das Gerät biete neben der Abgasanalyse auch eigene Menüs für spezielle Messungen wie die QA-Mittelwert-Messung, aber auch Wartungsarbeiten wie die Brennereinstellung. Zu den nachrüstbaren Sensoren zähle auch der NO-Sensor, der künftig zur Messung der Stickoxide an Bedeutung gewinnen werde.

Mittwoch, 10.07.2019

Von Martin Frey
Fachjournalist