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Neues von der Digitalen Heizung auf der ISH 2019

Ein Überblick (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) über Produkte, Services und Apps rund um die digitale Heizung.

EEBus: Vernetzte Heizung entscheidend für Energiewende

Übersichtsgrafik zur EEBUS Initiative.
Quelle: EEBUS

Auf der ISH 2019 zeigten die EEBus Initiative und der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) gemeinsam ihre Lösungen zur Bewältigung der Energie- und Wärmewende und informierten mit weiteren Partnerverbänden über das Zusammenspiel der Technologien im Haus und im Wärmemarkt. Die "Weltsprache für Energie" im vernetzten Energiemanagement ermöglicht die Integration der Heizung und Elektromobilität in die Stromversorgung. Damit löst EEBus eine zentrale Herausforderung der Energiewende: Beide Sektoren steigern künftig den Energieverbrauch in Gebäuden und im Verteilnetz und konkurrieren dabei um die Kapazitäten im Netz. Sobald ein Elektroauto mit voller Leistung lädt und gleichzeitig die Wärmepumpe heizt, kann der Überlastschutz ansprechen. Die EEBus-Kommunikation verhindert dies, indem sie die Leistungen der Großverbraucher mit den Kapazitäten im Haus- und Verteilnetz koordiniert. Zugleich können elektrische Heizungsanlagen und Elektroautos überschüssige Energie in ihren Wärme- und Batteriespeichern aufnehmen. EEBus bietet dabei standardisierte Lösungen für ein Energiemanagement, das die wachsenden Schwankungen in der regenerativen Energieerzeugung lokal ausgleicht und so den notwendigen Netzausbau begrenzt.

Brötje: Gas-Brennwertgerät "BBS EVO" wird smart

Gas-Brennwertgerät
Quelle: Brötje

Das Gas-Brennwertgerät "BBS EVO" wird von Brötje in der neuen Serie "i" angeboten. Sie unterscheidet sich im Wesentlichen durch die Integration diverser Schnittstellen von den Vorgängermodellen. Die "BBS EVO"-Geräte stehen in zwei Varianten zur Verfügung – als SSP mit einem integrierten 135-l-Schichtenspeicher oder als RSP mit einem 130-l-Rohrwendelspeicher. Die angebotenen Heizleistungen liegen bei 2,9 bis 28 kW.

Eine Besonderheit der mit der "IDA-Plus"-Regelung ausgestatteten Geräte: Die gesamte Serie "i2 ist für die Fernüberwachung und -steuerung vorbereitet. Schnittstellen, wie Modbus, OpenTherm sowie die Möglichkeit der direkten Anbindung an eine Gebäudeleittechnik- (GLT) und Smart Home Systeme machen die Modelle ortsunabhängig steuerbar. Die wichtigsten Einstellungen der Anlage hat der Installateur oder der Nutzer über die entsprechende App so direkt im Blick. Über die Brötje Profi Service App können beispielsweise Diagnosen, Anpassungen und Verbesserungen schnell umgesetzt werden. Der Hausherr profitiert hingegen von der "IDA"-App, über die zahlreiche Einstellungen möglich sind – egal ob vom Sofa aus oder von unterwegs.

Bosch: WLAN-fähiger Heizungsregler

Der smarte Heizungsregler
Quelle: Bosch

Mit dem smarten Heizungsregler "EasyControl" verbindet Bosch intelligente Technik, effiziente Wärmeregulierung und hohen Bedienkomfort in einem Gerät. Dank der Anwesenheitserkennung angemeldeter Smartphones wird die Heizleistung automatisch abgesenkt, sobald die Nutzer das Zuhause verlassen. Erst wenn sie zurückkommen, regelt der "EasyControl" die Heizung wieder nach oben.

Mit den neuen Gas-Brennwertgeräten von Bosch, beispielsweise der "Condens 5300i WM" und der "Condens 8700i WT", lässt sich der "EasyControl" noch einfacher ohne Bus-Kabel über den Control-Key als Schnittstelle drahtlos verbinden – vom Gerät zum Regler bis zum Internet. Für Herbst dieses Jahres ist die Vernetzung mit der portalgestützten Anwendung "HomeCom Pro" von Bosch für Heizungen geplant, die mit dem "Easy-Control" gesteuert werden. Die Kunden entscheiden dabei jederzeit selbst, welche Informationen sie weitergeben. Mitte des Jahres wird der "EasyControl" mit IFTTT kompatibel sein – einem Automatisierungsdienst, mit dem der smarte Regler auch andere Geräte und Dienste einfach und flexibel über das Internet ansprechen kann. Ebenfalls für Mitte 2019 ist die Vernetzung mit dem Sprachassistenten "Amazon Alexa" und "Google Home" geplant.

Buderus: Raumregler kommuniziert per Funk mit Heizkessel

Der smarte Heizungsregler
Quelle: Bosch

Auf der ISH 2019 stellte Buderus mit dem "Logamatic TC100.2" eine neue Generation seines smarten Raumreglers vor. Die Bedieneinheit für internetfähige Gas-Brennwertgeräte verbindet sich nun über Funk mit dem Heizkessel, bislang war dies nur über Kabel möglich. Die erste Baureihe, die dank eines Funkmoduls diese Drahtlosverbindung zur Bedieneinheit nutzen kann, präsentiert Buderus mit der Kompaktheizzentrale "Logamax plus GB172iT".

Als weiteres Zubehör ist der "EasyAdapter" erhältlich: Damit wird der Raumregler dank passender Schnittstelle kompatibel zu älteren Geräten. Darüber hinaus bringt der "Logamatic TC100.2" alle Funktionen der ersten Gerätegeneration mit. Er lässt sich optimal nutzen, um Heizkessel oder Wärmepumpe übers heimische WLAN zu steuern, der Raumregler ist dabei mit dem Router verbunden.

Über die zugehörige Buderus App "MyMode" für Smartphone oder Tablet können Anlagenbetreiber einzelne Räume mit Bosch Smart Home Thermostaten regeln. Mit dem "Logamatic TC100.2" lassen sich ein Heizkreis und die Warmwasserbereitung regeln. Über die Touch-Oberfläche stellen Anlagenbetreiber die Grundfunktionen wie Heizung warm/kalt, Warmwasser an/aus, Automatik- oder Handbetrieb, Raumtemperatur sowie die Verbrauchsanzeige ein, über "MyMode" sind weitere Funktionen regelbar.

Kermi: Umfassende Steuerung mit "x-center base"

Die Komponenten des Systems
Quelle: Kermi

Das System "x-optimiert" von Kermi umfasst die Segmente Wärme erzeugen mit Wärmepumpen, Wärme speichern, Wärme übertragen mit Heizkörpern und Flächenheizung/ -kühlung bis hin zu Regelungstechnik und Wohnraumlüftung. Der Komfort- und Energiemanager "x-center base" vernetzt alle Komponenten des Systems – von Wärmepumpe, Fußbodenheizung, Heizkörper und Wohnraumlüftung bis zur PV-Anlage – und stimmt deren Regelung aufeinander ab.

Gleichzeitig ist "x-center base" auch das Herzstück von Kermi Smart Home. Alle Geräte können hier einfach über den Internetbrowser von zuhause oder unterwegs gesteuert werden. Mit dem "x-center base" lassen sich Szenen frei programmieren, um das gesamte System auf die individuellen Bedürfnisse einzustellen. Das Besondere: Die Wärme steht genau dann zur Verfügung, wenn sie auch tatsächlich benötigt wird. In die dafür benötigten Berechnungen zur Steuerung des Systems bezieht der "x-base center" auch raumbezogene Daten ein. Damit ist eine echte bedarfsgeführte Vorlauftemperaturregelung möglich, die nicht nur für ein behagliches Raumklima sorgt, sondern auch Energie spart. Dank der offenen EnOcean-Schnittstelle können im Kermi Komfort- und Energiemanager auch die Produkte anderer Hersteller, zum Beispiel für Fensterkontakte oder Rollläden, eingebunden werden.

Dienstag, 18.06.2019