Neue BHKW-Module im Hallenbad

Seit mehr als 23 Jahren sind im Hallenbad Filderstadt-Bernhausen BHKW-Module im Einsatz. Im vergangenen Jahr sind die Bestandsmodule nach einer Laufzeit von über 130.000 Betriebsstunden durch neue BHKW-Module ersetzt worden. Zugleich wurde das Gesamtkonzept der Energiezentrale grundlegend überarbeitet und modernisiert.

Wohl niemand hätte im Jahr 1993 daran gedacht, dass 23 Jahre später die BHKW Anlagen der Firma COMUNA-metall immer noch Strom und Wärme im Hallenbad Filderstadt-Bernhausen produzieren. Damals wurden fünf BHKW-Module mit je 50 kW elektrischer und 97 kW thermischer Leistung im Auftrag der Stadtwerke Filderstadt mit einem Investitionsbudget von ca. 800.000 DM installiert.

Die alten BHKW-Anlagen im Hallenbad.
Quelle: COMUNA-metall
Die alten BHKW-Anlagen im Hallenbad: Fünf BHKW-Module mit je 50 kW elektrischer und 97 kW thermischer Leistung.

Die Planung des Ingenieursbüros Schuler (Bietigheim-Bissingen) zielte darauf, die Wärme der BHKW-Module über ein Nahwärmenetz in möglichst vielen stadteigenen Objekten zu nutzen und zugleich den Strombezug für das Hallenbad zu minimieren. Eine hohe energetische und wirtschaftliche Effizienz wurde schon damals durch den Einsatz von Abgasbrennwerttauschern und die Installation einer übergeordneten Steuerung der gesamten Wärmeerzeugung inkl. der Beckenwassertemperatur des Hallenbades erreicht.

Nach zwölf Betriebsjahren, mehr als 70.000 Betriebsstunden pro BHKW-Modul Laufzeit und einer BHKW-Gesamterzeugung von ca. 18 Mio. kWh Strom bzw. ca. 34 Mio. kWh Wärme wurde im Jahre 2005 dann eine Generalüberholung aller BHKW-Module inkl. einer Erneuerung der übergeordneten Steuerung vorgenommen.

Weitere gut zehn Jahre später entschieden sich die Stadtwerke Filderstadt für eine grundlegende Erneuerung der Nahwärmezentrale. Nach nunmehr 23 Betriebsjahren und insgesamt über 130.000 Betriebsstunden pro BHKW-Modul wurden die fünf Bestandsmodule im Februar 2016 demontiert und durch vier neue Module des Fabrikats COMUNA-metall mit einer elektrischen Gesamtleistung von 323 kW ersetzt.

Dabei kamen zwei Module des Typs "5450-14" mit je 112 kW elektrischer und 196 kW thermischer Leistung und zwei Module vom Typ "2726-12" mit je 49,5 kW elektrischer und 91 kW thermischer Leistung zum Einsatz. Wie schon vor 23 Jahren sind alle Module mit neuen modernen Abgasbrennwertwärmetauschern zur Effizienzsteigerung ausgerüstet.

Die neue BKWK-Anlage.
Quelle: COMUNA-metall
Neu: Vier Module mit einer elektrischen Gesamtleistung von 323 kW.

Darüber hinaus wurde die übergeordnete Steuerung auf das nun aktuelle Steuerungsfabrikat (Fabr. Bachmann) aufgerüstet. Aggregatesteuerung wie übergeordnete Steuerung sind mit aktuellen Touchdisplays bestückt. Zur Optimierung der BHKW-Laufzeiten und besseren Reaktion der Gesamtanlage auf Lastschwankungen im Nahwärmenetz wurde ein direkt vor Ort gefertigter Heizwasserpufferspeicher mit 28.000 Liter Fassungsvermögen errichtet.

Zudem wurde die Energiezentrale um eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit 28 kW thermischer Leistung erweitert. Diese Wärmepumpe nutzt die Abluftmenge der BHKW-Module von insgesamt ca. 1.400 m³/h für die zusätzliche Heizwasserbeheizung; die für den Betrieb der Wärmepumpe benötigte Strommenge wird durch die BHKW selbst erzeugt. Es wird somit neben der Abgasbrennwertwärme zusätzlich die in der Abluft befindliche Energie sinnvoll genutzt. Die Planung für diese Modernisierung der Energiezentrale auf den Stand der Technik wurde erneut vom Ingenieurbüro Schuler vorgenommen.

Für die neue Anlage haben die Stadtwerke Filderstadt wie in der Vergangenheit einen Wartungs- und Instandhaltungsvertrag (Vollwartungsvertrag) über eine Laufzeit von zehn Jahren abgeschlossen, durch den das Instandhaltungsrisiko der Anlage auf die Firma COMUNA-metall übertragen wird. Damit ist ein wirtschaftlicher Betrieb der Gesamtanlage auch im dritten und vierten Jahrzehnt ihres Bestehens sichergestellt.

Insgesamt zeigt die Geschichte der Energiezentrale des Hallenbads Filderstadt-Bernhausen nicht nur die technische Reife und Standfestigkeit motorischer BHKW sondern auch Optimierungsmöglichkeiten von Energiezentralen mit Kraft-Wärme-Kopplung.

Weiterführende Informationen: http://www.comuna-metall.de/

Freitag, 09.06.2017