Lohnt sich eine Ausbildung zum Klempner überhaupt noch?

Wie haben sich die Ausbildungstarife entwickelt?

Es ist längst ein alter Hut beziehungsweise eine alte Geschichte: unterschiedliche Ausbildungen werden unterschiedlich vergütet.

So verdient eine Fachkraft für Lagerlogistik während der dreijährigen Ausbildung mehr als beispielsweise ein Klempner. Und ein Rohrleitungsbauer- oder ein Zerspanungsmechaniker-Lehrling liegt weit über dem Verdienst eines Ofenbauer-Azubis. Doch wie sehen die Unterschiede konkret aus? Und wie hoch ist die Differenz zwischen Ost und West? Antworten dazu liefert jetzt das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) mit der Auswertung der tariflichen Ausbildungsvergütungen für das Jahr 2018.

Ermittelt wurden die durchschnittlichen Vergütungen für 181 Berufe in West- und 153 Berufe in Ostdeutschland. Auf dieser Basis wurden auch gesamtdeutsche Durchschnittswerte berechnet.

Und erst einmal sieht es für alle positiv aus: Denn die tariflichen Ausbildungsvergütungen sind im Jahr 2018 im bundesweiten Durchschnitt um 3,7 Prozent gestiegen – das sind durchschnittlich 908 Euro brutto im Monat. Wobei hier noch zwischen West- (913 Euro) und Ostdeutschland (859 Euro) zu unterscheiden ist. Damit liegt die tarifliche Ausbildungsvergütung spürbar über 2017, wo der Anstieg „nur“ 2,6 Prozent betrug.

Lehrjahre sind keine Herrenjahre: Mit durchschnittlich 749.- Euro Ausbildungsvergütung geht der zukünftige Anlagenmechaniker für SHK-Technik nach Hause.
Quelle: ZVSHK
Lehrjahre sind keine Herrenjahre: Mit durchschnittlich 749.- Euro Ausbildungsvergütung geht der zukünftige Anlagenmechaniker für SHK-Technik nach Hause.

Maurer top – Klempner flop?

Handwerker ist aber nicht gleich Handwerker. So unterschieden sich in diesem Berufsfeld nicht nur die Gewerke, sondern auch die Ausbildungstarife teilweise deutlich. Besonders hoch lagen die tariflichen Ausbildungsvergütungen im Handwerksberuf Maurer/-in mit monatlich 1.159 Euro im gesamtdeutschen Durchschnitt (Westdeutschland: 1.175 Euro; Ostdeutschland: 975 Euro). Hohe tarifliche Vergütungen wurden beispielsweise auch in Berufen wie Werkstoffprüfer (Westdeutschland 1.079 Euro) oder Zerspanungsmechaniker gezahlt, also in der Industrie. Hier liegt der Tarif durchschnittlich zwischen 1.079 und 1.097 Euro. Vergleichsweise niedrig waren die Vergütungsdurchschnitte 2018 zum Beispiel in Berufen wie Klempner mit 718 Euro oder Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizung-, Klimatechnik. Diese Auszubildenen haben am Monatsende im Durchschnitt lediglich 749 Euro in der Lohntüte.

Zwischen den Ausbildungsbereichen gab es 2018 ebenfalls deutliche Unterschiede: Überdurchschnittlich hohe Ausbildungsvergütungen wurden im Öffentlichen Dienst (einheitlich: 999 Euro) sowie in Industrie und Handel (gesamt: 975 Euro, West: 983 Euro, Ost: 914 Euro) erreicht. Unter dem Gesamtdurchschnitt lagen dagegen die Vergütungen im Bereich der freien Berufe (gesamt: 832 Euro, West: 833 Euro, Ost: 809 Euro), im Handwerk (gesamt: 769 Euro, West: 775 Euro, Ost: 706 Euro) sowie in der Landwirtschaft (gesamt: 767 Euro, West: 791 Euro, Ost: 652 Euro).

bibb.de/ausbildungsverguetung

Dienstag, 30.04.2019