KWK-Anlagen in der Wohnungswirtschaft

KWK-Anlagen könnten in noch mehr Wohnungen in Deutschland stehen - und das sollten sie auch, denn sie bieten viele Vorteile. Für Hausbesitzer, Vermieter, Bauherren, die Umwelt... Unser Artikel erklärt die Vorteile von KWK-Anlagen im Einzelnen

Übersicht über die Objektversorgung von KWK-Anlagen in der Wohnungswirtschaft.
Quelle: B.KWK
Einen Überblick über technische, wirtschaftliche und rechtliche Fragen zum Einsatz von KWK gibt jetzt eine neue Broschüre des B.KWK "Kraft-Wärme-Kopplung in der Wohnungswirtschaft", die zum Download unter www.bkwk.de zur Verfügung steht.

Die Potentiale für KWK-Anlagen in der Wohnungswirtschaft sind groß. Mehr als 17 Mio. Gebäude sind in Deutschland vorhanden. Davon entfallen etwa 15 Mio. auf Ein-, Zwei- sowie Dreifamilienhäuser und über 2,3 Mio. auf Mehrfamilienhäuser mit mehr als drei Wohneinheiten.

Ein großer Teil der Objekte, die heute mit Erdgas, Heizöl oder Flüssiggas versorgt werden, sind potentiell für die Nutzung dezentraler KWK-Anlagen zur Versorgung mit Strom und Wärme geeignet. Rund 50 Prozent des Baubestandes in Deutschland werden mit Erdgas versorgt, sodass eine gute Infrastruktur für dessen Einsatz in KWK-Anlagen vorhanden ist. In abgelegenen Regionen kommt häufig Flüssiggas zum Einsatz. Beim Betrieb der KWK-Anlagen mit regenerativen Energieträgern, wie z. B. Biomethan, lassen sich die Ergebnisse noch verbessern, denn dieser Brennstoff ist fast CO2-neutral.

Vermieter müssen eine sichere Wärmeversorgung in den jeweiligen Wohnobjekten garantieren. Dabei sind sie bei der Entscheidung, auf welche Art und Weise diese erfolgt, frei. Der Bau von dezentralen KWK-Anlagen in Wohnobjekten bietet privaten Hausbesitzern, Wohnungsbaugenossenschaften, WEGs und anderen Anbietern der Wohnungswirtschaft neue Chancen und Potentiale.

Dezentrale KWK-Anlagen können in kurzer Zeit und mit relativ geringem Kapitalaufwand errichtet werden. Gleichzeitig lässt sich die bereits vorhandene Infrastruktur flexibel nutzen bzw. adaptieren. KWK-Anlagen eröffnen der Wohnungswirtschaft ein neues Handlungsfeld, denn neben der vorgeschriebenen Wärmeversorgung können Vermieter auch im Bereich des Stromverkaufs aktiv werden.

Ein weiterer Nutzen: Durch den Einbau von KWK-Anlagen können Vorgaben der EnEV und des EE-WärmeG erfüllt werden. Die Energieeinsparverordnung (EnEV) legt für Bauherren bautechnische Standards zur Begrenzung des Primärenergiebedarfs fest. Es besteht die Möglichkeit, Strom aus KWK sowie aus erneuerbaren Energien, der in direkter räumlicher Nähe erzeugt und vorrangig vor Ort genutzt wird, anzurechnen. Gemäß EEWärmeG sind Eigentümer von neu errichteten Gebäuden verpflichtet, den Wärmebedarf ihres Gebäudes teilweise durch die Nutzung von erneuerbaren Energien zu decken. Diese Verpflichtung kann unter anderem erfüllt werden, indem 50 Prozent des Wärmebedarfs aus hocheffizienten KWK-Anlagen stammen.

Auch in Bezug auf günstige Finanzierungskredite sind KWK-Anlagen eine gute Option, denn für deren Errichtung können attraktive KfW-Kredite in Anspruch genommen werden. Die Voraussetzungen und Konditionen sind bei der jeweiligen Hausbank zu erfragen. Zum Teil können diese Kredite zusätzlich zu anderen Fördermaßnahmen genutzt werden.

Mit dem Einsatz dezentraler KWK-Anlagen wird neben einer effizienten Wärme- und Stromversorgung zu attraktiven Preisen auch eine positive CO2-Bilanz erreicht. Strom und Wärme werden gleichzeitig und bedarfsorientiert vor Ort produziert, sodass die Netze der allgemeinen Versorgung entlastet und stabilisiert werden. Die benötigte Menge an Brennstoffen kann minimiert und der Ausstoß von Schadstoffen sowie die CO2-Emission verringert werden.

KWK-Anlagen decken einen Leistungsbereich von wenigen kW bis zu mehreren tausend kW ab. Für die Verwendung in Mehrfamilienhäusern sind vor allem Blockheizkraftwerke (BHKW) geeignet, als Antriebsaggregate werden in erster Linie zuverlässige Verbrennungsmotoren eingesetzt. Die Entscheidung für eine KWK-Technologie ist unter anderem von der Anzahl und Ausstattung der zu versorgenden Wohnungen abhängig. Das Spektrum reicht hierbei von wenigen Wohnungen eines Mehrfamilienhauses bis hin zu ganzen Wohnvierteln mit mehreren hundert Einheiten. In der Praxis kommen besonders häufig Module mit einer elektrischen Leistung zwischen 5 bis 50 kW zum Einsatz. Als Brennstoff wird aktuell vor allem Erdgas eingesetzt, das mit nur geringen Emissionen verbrennt. Aber auch Heizöl, Flüssig- und Biogas (Biomethan) können verwendet werden.

Weiterführende Informationen: http://www.bkwk.de

Mittwoch, 27.07.2016