Wärme

KfW-55-Einfamilienhaus setzt auf Haustechnikzentrale

Mittwoch, 15.01.2020

Hinzu kommt: Selbst in einem Neubau wie diesem mit 220 m² Wohnfläche ist der Haustechnikraum zumeist klein dimensioniert. Mit der Größe eines mittleren Kleiderschranks aber passt sich die Anlage diesem Platzangebot an. Da das Gerät zur Wartung von vorne geöffnet werden kann, wird zudem kein weiterer Platz "verschenkt". Für die einfache Aufstellung lässt sich das Gehäuse problemlos teilen. Vorkonfektionierte Steckverbinder und Rohrleitungen stellen sicher, dass die anschließende Kopplung schnell und verwechslungsfrei erledigt ist.

Die 7 kW Heizleistung der Wärmepumpe werden in dem zweigeschossigen Neubau über eine Flächenheizung mit insgesamt 16 Kreisen (Systemtemperaturen: 35/32 °C) verteilt; ein per Funk mit der Anlage verbundener Vaillant-Systemregler "multiMATIC 700" steuert das individuelle Wohlfühlklima. Und zwar auch im Sommer, wenn die Wärmeeinträge durch die vielen bodentiefen Fenster zunehmen und die Räume gekühlt werden können. Dann sorgt der frei im Haus positionierbare Regler in Verbindung mit der Kühlfunktion der Luft/Wasser-Wärmepumpe automatisch für eine Absenkung der Raumlufttemperaturen um 3 bis 4 K.

Besonders praktisch für Familie Krüger: Über denselben Regler steuern sie auch die in der Wärmepumpe integrierte Lüftungsanlage. Die versorgt, über in die Zwischendecke eingelassene Lüftungskanäle, das Wohnzimmer, die Kinderzimmer und das Schlafzimmer mit ausreichend Außenluft. Als Ablufträume dienen die Küche, die beiden Badezimmer, der Flur und das Gäste-WC.

Zwei Männer stehen vor einer Haustechnikzentrale, einer der Männer hat einen Luftfilter in der Hand.
Quelle: Vaillant
Für Sebastian Pönsgen (li.) vom Fachhandwerksunternehmen Priogo ist das einfache Handling der Wärmepumpe mit integrierter Wohnraumlüftung ein wichtiges Verkaufsargument im Gespräch mit dem Endkunden. Bis hin zum einmal jährlich obligatorischen Luftfilterwechsel, der im wahrsten Sinne des Wortes mit einem Handgriff erledigt ist.

Weitere Effizienz-Schritte in Planung

Aus Sicht von Fachhandwerker Pönsgen ist die Kombination aus Wärmepumpe und kontrollierter Wohnraumlüftung aber nicht nur für die Nutzer vorteilhaft, sondern vor allem aus energetischer Sicht: "Eine KWL-Anlage gewinnt üblicherweise etwa 80 Prozent der Abluftwärme zurück. Durch die Anlagenkombination haben wir hier die Möglichkeit, sogar noch die verbleibende Restwärme zumindest teilweise für die Wärmepumpe zu nutzen. Damit kommen wir auf eine überdurchschnittlich hohe Effizienz der Gesamtanlage mit einem Wärmerückgewinnungsgrad von fast 95 Prozent. Das schlägt sich natürlich in entsprechend niedrigen Betriebskosten nieder."

Ein Mann und eine Frau schauen auf ein Smartphone.
Quelle: Vaillant
Die drahtlos frei im Haus positionierbare Regelung der Luft/Wasser-Wärmepumpe ist zwar schon bequem – noch einfacher aber geht es mit Smartphone und App, demonstrieren die Bauherren Nadine und Christian Krüger.

Die Effizienz wird im nächsten Ausbauschritt weiter gesteigert – und zwar über eine PV-Anlage zur Eigenversorgung der Wärmepumpe mit Strom. Vorausschauend wurde die notwendige Verdrahtung dafür bereits auf das Dach geführt und ein möglicher Batteriespeicher für überschüssigen Solarstrom vorgesehen. "Mit dem und der ebenfalls vorgeplanten Steckdose für das Elektroauto wird dann auch noch unsere Mobilität umweltfreundlich", freut sich Nadine Krüger. Damit findet sie in Pönsgen einen Fürsprecher, der jedem Bauherren nur zu so vorausschauender Anlagenplanung raten kann: "Im Sinne unserer Umwelt müssen wir möglichst schnell auf eine intensive Nutzung regenerativer Energien umsteigen. Das Komplettpaket aus gut gedämmter Gebäudehülle, elektrischer Wärmepumpe, integrierter KWL-Anlage und Photovoltaik mit Batteriespeicher ist dafür der perfekte Ansatz."

Gleichzeitig, so der erfahrene Fachhandwerker, reduziere die werksseitig weitestgehend vorkonfektionierte Einheit den Installationsaufwand auf der Baustelle: "Speziell in Zeiten des Facharbeitermangels ist das für uns ein besonders wichtiges Argument. Denn so können wir mit geringerem Zeitaufwand auf gleichbleibend hohem Qualitätsniveau mehr Neubauten mit regenerativer Wärmetechnik ausstatten, was am Ende wiederum direkt der Umwelt zugutekommt."

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