Erneuerbare Energien

Keine Nachbarn als Feinde

Gute Beispiele aus der Gebäudesanierung mit Wärmepumpen

Dienstag, 04.01.2022

„Von Kohle zu Grün, von Öl zu Grün, von Gas zu Grün“ – unter dieser Überschrift stand eine Journalistenreise Ende August dieses Jahres. Grün steht für Geothermie als Wärmequelle, für Luft als Wärmequelle, für Solarwärme via Kollektoren und grünen Strom via PV. Das Programm konzentrierte sich auf mustergültig sanierte Ein-, Zwei- und Mehrfamilienhäuser.

Quelle: Blake Wheeler/Unsplash

Deutschland trägt zur Einbremsung der Erderwärmung nur bei, wenn die Energiewende auch im Bestand stattfindet. Dass der entgegen landläufiger Meinung wärmepumpentauglich ist, wollte eine Informationsfahrt zu verschiedenen Objekten im Ruhrgebiet und in Westfalen belegen. Eingeladen hatte der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) e.V. In den besichtigten Objekten reduzierte sich nicht nur der Primärenergiebedarf erheblich, zum Teil mutierten die Bestandsbauten zu Null-Energie- oder gar Energie-Plus-Häusern. Bei den Beispielen führte natürlich das Umweltbewusstsein der Hauseigentümer zu den nachhaltigen Installationen. Einen Ausschlag zum Umstieg von fossil auf regenerativ gaben zusätzlich die staatlichen Zuschüsse von BAFA und KfW. Sowie eine befürchtete spürbare Verteuerung des fossilen Heizens aufgrund der CO2-Abgabe.

Um von der hohen Nachhaltigkeit einer Energiewende mit der Wärmepumpentechnologie zu überzeugen, hatte der BWP als Anschauungsmaterial Projekte ausgewählt, deren Effizienz und Funktionsfähigkeit Gutachteraugen standhalten. Dass sie die Prüfung bestehen, hat freilich nicht ausschließlich in der soliden Technik ihren Grund. Bei fast allen Stationen der Reise rückte immer wieder die Kompetenz der Beratung ganz vorne auf die Prioritätenliste. Der Vertreter eines Herstellers erklärte es den anwesenden Fachjournalisten so: „Wenn der Außendienstmitarbeiter vor einer Radiatorheizung steht und den potentiellen Kunden damit beruhigt »Kein Problem, natürlich können unsere Wärmepumpen auch locker 60 °C«, statt ihn auf die Notwendigkeit einer eventuellen Heizkörpervergrößerung hinzuweisen, hat der in der Regel schon den falschen Berater. Ein seriöser Service denkt zuerst an die Effizienz. Wer die Energiewende ernst nimmt und den Kunden zufrieden stellen will, verweist nicht einfach auf das gute Label auf seinen Maschinen. Effizienz setzt eine ganzheitliche Betrachtung voraus. Die geht hin bis zur Empfehlung des qualifizierten Installateurs. Das Label macht nicht die Effizienz, sondern die kompetente Beratung und die qualifizierte Umsetzung.“

Mit und ohne Kälteschein

Die Industrie unterscheidet bei Luft/Wasser-Wärmepumpen lediglich zwischen Monoblock- und Split-Anlagen. Das ist relativ grob, weil diese Unterscheidung weder den Einsatzort noch einen entscheidenden Punkt der Technik erfasst: die Unterbringung des Schall emittierenden Verdichters. Zur Monoblock-Bauweise: Es handelt sich um einen kompletten Wärmeerzeuger mit sämtlichen Bauteilen. Er steht im Haus oder vor dem Haus. Bei der Außenaufstellung verbindet keine Kältemittelleitung, sondern eine Heizwasserleitung die Maschine im Freien mit dem Pufferspeicher im Keller. Der Heizungsbauer kommt mithin ohne Kälteschein aus, wie natürlich auch bei der Innenaufstellung. Hier rückt alles im Heizraum komplett und klassisch zusammen. Allerdings mit dem Unterschied zu einem Gas- oder Ölkessel, dass Zu- und Fortluftkanäle hinzukommen.

Die Split-Ausführung setzt sich aus einer Innen- und einer Außeneinheit zusammen. Beide Module enthalten Teile des Kältemittelkreises: die Außeneinheit in jedem Fall den Verdampfer und den Ventilator, die Inneneinheit den Kondensator. Hinsichtlich des Verdichters variiert das Schema. Die einen verbauen den nicht leisen Kompressor draußen beim Verdampfer, die anderen vornehmlich aus Lärmschutzgründen innen beim Kondensator. In beiden Fällen muss wegen der Zweiteilung des Kältekreises eine Kältemittelleitung die Technik vor dem Haus mit der Technik im Haus koppeln.

Der folgende Überblick über Wärmepumpen-Praxisbeispiele konzentriert sich weniger auf Details zu den Installationen. Einige kommen zur Sprache, das schon. Mehrheitlich geht der Artikel aber auf die Motivationen und die Erfahrungen mit dem Umbauen ein sowie auf Umfeldthemen.

Weiterführende Informationen: https://www.waermepumpe.de/

Galerie

  • In einem Klinkerbau aus den 1930er-Jahren wich der Ölkessel einem Wärmepumpen/Gas-Hybriden bestehend aus einem 18-kW-Monoblock (außen aufgestellt) und einem wandhängenden 70-kW-Erdgaskessel von Brötje.
  • Die Monoblock-Luft/Wasser-Wärmepumpe von Nibe im Einfamilienhaus Gerlach ist in einem ehemaligen Holzverschlag untergebracht. Schallprobleme gibt es laut Betreiber keine. Früher heizten die Gerlachs mit Öl. An der Umrüstung auf erneuerbare Wärme beteiligte sich der Staat mit 45 Prozent.
  • Die fünf geothermischen Wärmepumpen von Weishaupt auf dem umgenutzten Bauernhof der Familie Kuhlmann erhalten ihre Antriebsenergie von der eigenen Photovoltaik.
  • Im Detail: 5,3-kW-Sole/Wasser-Wärmepumpe für 170 m!SUP(2)SUP! Wohnfläche im umgebauten Speicher des Bauernhofs.

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