Intelligente Messtechnik für das installierende Fachhandwerk

Das Abgasmessgerät baut ein eigenes stabiles WLAN-Netz auf, so dass die Datenübertragung zum Smartphone oder Tablet auch auf der Baustelle und im Aufstellraum der Heizungsanlage stets sicher erfolgt. Der Monteur verbindet dann einfach sein Handy mit diesem WLAN-Netz und kann sich die Messwerte in der App anzeigen lassen.

Kundendienstmonteur Christian Michel nutzt bei den großen Anlagen der Stadtwerke Osnabrück die App schon während der Einstellungsarbeiten: Hier liegt die Messöffnung in einiger Entfernung zum Brenner. Der Monteur sieht sich die Messdaten dann auf seinem mobilen Endgerät an, während er die Einstellungen vornimmt. Er kann dabei die für ihn günstigste Arbeitshaltung einnehmen, ganz unabhängig von der Positionierung des Messgerätes. Ein langer Messschlauch ist somit nicht notwendig, so dass die Anzeige der Messwerte unverzüglich auf Schwankungen reagiert. Sobald die Werte stimmen, beendet er die Messung mit einem Klick in der App. Ein zweiter Klick ermöglicht schon den Versand des Messprotokolls in verschiedenen Dateiformaten (pdf, csv, jpg oder xml). Das kann dann per Mail oder Messenger-Dienst, z.B. "WhatsApp", geschehen. Christian Michel hat hier die Büroadresse voreingestellt. Bei Bedarf kann er gleich einen Kommentar oder ein Foto mitversenden, die dann in das Protokoll integriert werden.

Kundendienstmonteur Christian Michel von der Profi-Wärme-Service GmbH führt eine Abgasmessung an einer Gas-Brennwertheizung durch.
Quelle: Wöhler
An einer Gas-Brennwertheizung (20 kW) in einem Privathaushalt führt der Monteur die Abgasmessung ohne die App durch: Hier arbeitet er am schnellsten "ganz klassisch" mit dem großen Touchscreen.

"Ganz klassisch" per Ausdruck

Bei den kleineren Anlagen der Privatkunden nutzt Christian Michel die App nur zum Versenden des Messprotokolls ins Büro, jedoch nicht während der Messung. Hier arbeitet er lieber "traditionell", da er das große Farbdisplay des Abgasmessgerätes auch während der Messungen bequem einsehen kann. Es zeigt ihm alle wichtigen Messwerte übersichtlich auf einen Blick.

Die Messung kann dann mit einem Tipp auf den Touchscreen gesteuert werden. Der ist so robust, dass er auch Baustellenverhältnisse und schmutzige Finger verzeiht. Nachdem er die Messung gestoppt hat, druckt er die Messdaten auf einem kleinen Thermodrucker aus, damit das Messprotokoll dann bis zur nächsten Messung am Kessel verbleiben kann.

Einen Block mit Arbeitsberichten hat übrigens immer noch jeder Monteur der Profi-Wärme-Service GmbH dabei. Hier können zum Beispiel Arbeitsstunden, Fahrzeiten, verbaute Materialien eingetragen werden. Viele Noteinsätze erfolgen ja nicht während der üblichen Arbeitszeiten. "Am 1. Weihnachtstag ist auch bei uns das Büro nicht besetzt", so Jörg Berger. Und dann notiert der Monteur – ganz klassisch – mit Stift auf Papier.

Donnerstag, 30.08.2018