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Hydraulischer Abgleich per Pumpe

Interview mit Markus Henning, Vertriebsleiter Gebäudetechnik bei Grundfos

Vor zwei Jahren hat Grundfos ein neues Verfahren vorgestellt, bei dem die Heizungsumwälzpumpe die notwendigen Daten für einen schnellen hydraulischen Abgleich liefert. Bislang war das nur mit dem speziellen Modell "Alpha3" möglich. Jetzt wird die Funktion zum Standard: Ab sofort sind alle "Alpha2"-Modelle für den hydraulischen Abgleich mit dem Verfahren vorbereitet.

Wie funktioniert der Abgleich mit der Heizungsumwälzpumpe?

Die Pumpe liefert im Betrieb die erforderlichen Daten, um bei verschiedenen Ventilstellungen den Volumenstrom im Rohrnetz zu ermitteln und mit einem Sollwert zu vergleichen. Der Abgleich basiert also auf den tatsächlichen Anlagenverhältnissen. Das ist deutlich zuverlässiger als überschlägige Verfahren und ohne großen Aufwand durchzuführen. Der Installateur muss selbst keinerlei Berechnungen anstellen und braucht keine Unterlagen über die Anlage.

Foto von Markus Henning.
Quelle: Grundfos
"Bislang war nur unser spezielles Modell »Alpha3« mit dem »Alpha Reader« kompatibel, jetzt haben wir auch die »Alpha2« standardmäßig mit der Mess- und Analysefunktion für den hydraulischen Abgleich ausgestattet", so Markus Henning, Vertriebsleiter Gebäudetechnik bei Grundfos.

Das ist mit den bisherigen "Alpha2"-Modellen aber nicht möglich?

Nein. Die Pumpe muss mit dem "Alpha Reader" kompatibel sein, der die Betriebsdaten ausliest und per Bluetooth-Schnittstelle auf das Smartphone oder Tablet überträgt. Bislang war nur unser spezielles Modell "Alpha3" mit dem Reader kompatibel, jetzt haben wir auch die "Alpha2" standardmäßig mit der Mess- und Analysefunktion für den hydraulischen Abgleich ausgestattet.

Wie genau läuft der Abgleich mit der Heizungsumwälzpumpe ab?

Herzstück ist unsere App "GO Balance", die man im "Apple Store" bzw. auf "Google Play" kostenlos herunterladen kann. Der Installateur baut die Heizungsumwälzpumpe wie gewohnt ein und startet dann die App auf seinem Smartphone. Die App zeigt ihm Schritt für Schritt, welche Handgriffe er ausführen muss. Als erstes befestigt er den "Reader" am Pumpenkopf, dann folgt eine Kalibrierungsmessung bei geschlossenen Ventilen, die Eingabe der Basisdaten und schließlich der raumweise Abgleich. Das Ganze dauert bei einem normalen Einfamilienhaus weniger als zwei Stunden.

Welche Daten braucht der Installateur?

Er braucht nur die Informationen, die er vor Ort vorfindet. Also die Raumgröße sowie Anzahl, Typ und Größe der Radiatoren. Die Eingabe erfolgt komfortabel über Auswahlmenüs, automatische Berechnungen und hinterlegte Standardwerte. Der Installateur muss noch nicht einmal Flächen berechnen, das übernimmt alles die App.

Die Grundfos-App
Quelle: Grundfos
Die Grundfos-App "GO Balance" übernimmt beim hydraulischen Abgleich die Regie und führt die notwendigen Berechnungen durch.

Welche Schritte sind beim raumweisen Abgleich erforderlich?

Der Installateur nimmt den Thermostatkopf ab und öffnet das Ventil vollständig. Die App ermittelt dann den Ist-Volumenstrom und vergleicht ihn mit dem vorher ermittelten Soll-Wert. Das Ergebnis kann der Installateur auf der "Cockpit"-Anzeige der App ablesen. Falls erforderlich, passt er die Voreinstellung am Ventil an, bis die "Cockpit"-Anzeige im grünen Bereich steht.

Die Berechnung erfolgt in Echtzeit, das heißt, er kann die geänderte Voreinstellung mit minimaler Verzögerung auf seinem Smartphone kontrollieren. Wenn die Voreinstellung stimmt, speichert der Installateur den Wert und setzt den Thermostatkopf wieder auf. Das Ganze funktioniert problemlos und dauert nur wenige Minuten pro Heizkörper, ohne Hin- und Herlaufen.

Weiterführende Informationen: http://de.grundfos.com/

Donnerstag, 08.02.2018