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Heizzentralen: Reintragen, Dranstecken, Losheizen – es ist wirtschaftlicher!

Vielleicht speichern Sie diesen Artikel ja ab – und erinnern mich als Fachautor dieses Beitrages in drei Jahren an folgendes Versprechen: PEWO liefert die steckerfertige, vorkonfigurierte Heizzentrale. Ein Zwischenschritt sind anschlussfertige Heizungs- und Kälteverteiler mit individuellen Aufbauten, hydraulisch und elektrisch komplett. Die Regelung oder der Schaltschrank sind anwendungsbezogen konfiguriert oder sogar fertig programmiert.

Mehrere Heizungsverteiler.
Quelle: PEWO Energietechnik GmbH
Moderne Heizungsverteiler sind flexible Energiezentralen und bringen Pumpengruppen, Absperrarmaturen und nicht zuletzt die fertig verdrahtete und gegebenenfalls programmierte Regelung gleich mit.

Die Vorteile liegen damit bereits auf der Hand. Deshalb beschäftigen wir uns gleich mit dem häufigsten Einwand der technischen Gebäudeausrüster: Ein anschlussfertiger Verteiler von PEWO ist viel teurer als der Einkauf aller Einzelkomponenten im Großhandel. Das stimmt nicht. Als Industriepartner geben wir die Einkaufsvorteile an den Handwerker weiter und sparen ihnen vor allem die Stunden, die niemand sieht und die schon gar kein Bauherr bezahlt. Dazu gleich mehr.

Schauen wir zunächst die Aufgabe eines Heizungsverteilers an. Er ist die hydraulische Schnittstelle zwischen Wärmeerzeugung (oder Fernwärmeauskopplung) und den Verbrauchern. Zuverlässige hydraulische Wärmeverteilung in der Heizzentrale ist die Grunderwartung.

Im Laufe der Zeit sind weitere Anforderungen dazugekommen: Heizkeller sind heute kleiner oder entfallen zugunsten von Tiefgaragen. Mit anderen Worten: Es ist kaum noch Platz für Haustechnik. Gleichzeitig gehört sie – vorgeschrieben nach EnEV – vollständig eingepackt in eine gute Wärmedämmung.

Pumpengruppen werden schon lange nicht mehr nur anhand des maximalen Volumenstromes geplant. Hocheffiziente Komponenten entfalten ihre Wirkung dort richtig, wo sie MSR-technisch sauber eingebunden sind. Die Energieeffizienz eines ganzen Heizhauses kann mit dem Regler auf dem Verteiler verbessert oder zunichte gemacht werden.

Mit anderen Worten: Rohr anbohren und Abzweig anschweißen, das war gestern. Heute geht es um weitaus mehr. Das gilt auch für die ganz praktische Betrachtung der Aufgabe.

Installieren ohne Muffensausen

In einem berühmten Cartoon ruft immer jemand nach "Werner!", wenn auf der Baustelle etwas fehlt. In der leider weniger lustigen Praxis sind das genau die Minuten, die sich in einer Woche zu stundenlangem Leerlauf summieren können.

Sehen wir uns dafür das Leistungsverzeichnis eines typischen Heizungsverteilers für die Energiezentrale einer Klinik in Nordrhein-Westfalen an:

3D-Grafik eines Verteilsystems.
Quelle: PEWO Energietechnik GmbH
Mit einem Blick geprüft: Keine Kollisionspunkte dank 3D-Visualisierung des Verteilsystems.

3,32 MW und DN 150 sind eine ganz typische Dimension. Insgesamt waren zehn gemischte und ungemischte Heizkreise anzuschließen.

Für einen einzigen ungemischten Heizkreis sind neun Komponenten von der Pumpe bis zum Absperrventil und sechs hydraulische Verbindungen vorgesehen. Ein Passstück für einen optischen Wärmemengenzähler (vorbereitet für ein bestimmtes Fabrikat) ist soweit nichts Besonderes – aber wehe dem, der es vergisst.

Die PEWO-Planer und Konstrukteure machen aus dieser Vorgabe nicht nur eine detaillierte Stückliste mit Einzelpositionen, sondern auch eine 3D-Zeichnung. So geht es in die Fertigung. Für die Herstellung eines solchen Verteilers auf der Baustelle müssen Fachhandwerker eben diese Teile vollständig dabeihaben. Das heißt, entweder bis zur letzten Muffe peinlich genau planen und kontrollieren oder mit dem "Muffensausen" leben – das sind die eiligen Fahrten zum Fachgroßhandel, um fehlende Teile zu holen.

Schon in der Angebotsphase spart ein industriell gefertigter Verteiler wertvolle Zeit und Nerven. Handwerker können ihn genau wie jeden Kessel über den Großhandel anfragen, selbst dann, wenn sehr komplexe und individuelle Kundenwünsche zu berücksichtigen sind. Das reicht von der Auswahl des Pumpenfabrikats durch den Bauherrn bis hin zu den seitenlangen Vorgaben aus den Technischen Anschlussbedingungen (TAB) des Energieversorgers in Fernwärmenetzen.

Seite des Anfrageformulars für Heizungsverteiler.
Quelle: PEWO Energietechnik GmbH
Mit einem übersichtlichen Anfrageformular (Auszug) ist ein vollständig konfigurierter Verteiler innerhalb weniger Minuten geplant. Die 3D-Konstruktion wird nach Auftragserteilung vorbereitet.

Selbst wenn der Auftrag erledigt ist, bleiben Verpflichtungen. Für Service und im Gewährleistungsfall gibt es einen anstatt vieler Ansprechpartner. Handwerksbetriebe, die Heizungsverteiler auf der Baustelle anfertigen, riskieren später, jedem Stellantrieb einzeln hinterherzulaufen, falls etwas nicht funktioniert wie vorgesehen.

Es ist ein wenig wie beim Heizkessel, bei dem die Branche schon wesentlich länger auf Lösungen aus einer Hand vertraut. Niemand käme heute mehr auf die Idee, Brenner, Kessel und Regelung separat zu bestellen. Elektriker und Ölfeuerungsmonteur neben dem Heizungsbauer extra auf die Baustelle zu holen, das war in den 70ern. Der Verteiler mit möglichst vielen integrierten Funktionen ist so gesehen die konsequente Fortschreibung dieses Trends zur Integration von Funktionsgruppen.

Weiterführende Informationen: https://www.pewo.com

Mittwoch, 20.09.2017

Von Ulf Kuhrau
Prokurist bei der Pewo Energietechnik GmbH