Heizungswasseraufbereitung: einfach, sicher und nachhaltig

Natürliches Heizungswasser ohne Zusatzstoffe erfüllt alle Ansprüche

Heizungswasseraufbereitung muss sein. Nur so funktioniert die Heizung einwandfrei. Das Wasser in der Heizung braucht aber nicht immer Zusatzstoffen. Nein, auch die Heizungswasseraufbereitung kann ökologisch sein. Lernen Sie in unserem Artikel mehr über die Heizungswasseraufbereitung ohne Zusatzstoffe und ihre Vorteile

Eine Frau lehnt an einer Heizung.
Quelle: BWT
Das „Drei-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit“ – ökologisch, ökonomisch und sozial – mit natürlichem Heizungswasser ohne Zusatzstoffe wird allen Anforderungen der Normen und Unfallverhütungsvorschriften sowie dem Umweltschutz gerecht.

"Klimaschädliche Emissionen" und "Heizung" waren noch vor wenigen Jahren unzertrennlich miteinander verbundene Begriffe. Inzwischen ermöglichen es moderne Technik und sinkende Kosten praktisch jedem Immobilienbesitzer, umweltfreundlich und nachhaltig zu heizen. Aber nicht allein die Kosten sollten zum Umdenken anregen, sondern auch der Gedanke an die Umwelt, die Arbeitssicherheit und die Hygiene. Am Beispiel der Heizungswasseraufbereitung wird im Folgenden aufgezeigt, dass das "Drei-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit" - ökologisch, ökonomisch und sozial - mit natürlichem Heizungswasser ohne Zusatzstoffe allen Anforderungen der Normen und Unfallverhütungsvorschriften sowie dem Umweltschutz gerecht wird.

Bei allen firmenspezifischen Unterschieden zeichnen sich moderne Heizsysteme auch durch Gemeinsamkeiten aus: Sie verfügen über größere Wasservolumina (wegen der erforderlichen Pufferspeicher aufgrund von Hybrid- und Kaskadensystemen), wobei der Primär-Wärmeübertrager ein eher kleines Wasservolumen erhitzt. Hinzu kommen niedrige Rücklauftemperaturen (auch in Teilsträngen) und nicht zuletzt neue Werkstoffkombinationen. Die Kombination dieser Merkmale führt mit Blick auf das Heizwasser zu verstärkten Ablagerungen im System, zu Korrosionserscheinungen und auch zu veränderten mikrobiellen Wachstumsbedingungen.

Damit die Nachhaltigkeit der Energieeffizienz gegeben ist, wird für viele Heizsysteme eine Wasseraufbereitung eingesetzt. Das Verb "nachhalten" hat die Bedeutung "längere Zeit andauern oder bleiben" und begründet die Notwendigkeit der Heizungswasseraufbereitung. Denn wärmedurchgangshemmende Ablagerungen, Korrosionsvorgänge oder auch Korrosionsschlamm behindern eine exakt geregelte und aufeinander abgestimmte Heiztechnik und somit die gewünschte gleichbleibende Funktion.

Heizungswasser: Aufbereitung oder Behandlung?

Im Wesentlichen gibt es zwei Verfahren zur Konditionierung von Heizungswasser: das "Aufbereiten" und das "Behandeln". Die VDI 2035 Blatt 2 hat diese Begriffe unter Punkt 3 eindeutig definiert. Aufbereitetes Heizwasser ist ein enthärtetes oder entsalztes Wasser, dem keine Chemikalien zugesetzt werden. Behandeltes Wasser ist ein Wasser oder aufbereitetes Heizwasser, dem Chemikalien zugesetzt werden.

Da der Heizungsbauer mit der Heizanlage stets eine "Sondermaschine" errichtet, obliegt ihm die Auswahl des Verfahrens. Die VDI 2035 Blatt 2 gibt dem Fachhandwerk dabei einige beachtenswerte Entscheidungshilfen. Unter Punkt 8.4 wird beschrieben, dass eine Zugabe von Chemikalien auf Ausnahmen beschränkt sein soll, die Auswahl einer solchen Maßnahme Sachkunde erfordert und im Anlagenbuch zu begründen und zu dokumentieren ist.

Werden die klaren Aussagen des Punktes 8.3.2 ("Der Zusatz von Chemikalien ist als Korrosionsschutzmaßnahme in der Regel nur bei korrosionstechnisch offenen Warmwasser-Heizungsanlagen erforderlich") und des Punktes 8.4.3 zu Korrosionsinhibitoren beachtet ("Eine Inhibierung des Heizwassers ist nur bei ständigem, durch andere Maßnahmen nicht vermeidbaren Sauerstoffeintrag notwendig"), würden immer wieder veröffentlichte Aussagen in Frage gestellt, wonach eine Konditionierung - sprich: die Zugabe von Chemikalien - grundsätzlich durchzuführen sei.

Sicher gilt das für "offene" Heizsysteme - aber wer baut wirklich noch solche Anlagen? Nachhaltige Heizungssysteme werden korrosionstechnisch geschlossen geplant und gebaut.

Heizungswasser: Salzarm oder vollentsalzt?

Entscheidungskriterien für eine Heizwasseraufbereitung ergeben sich aus dem Gefährdungspotential durch Steinbildung und dem Salzgehalt ("Leitfähigkeit" ist eine Messgröße, um den Salzgehalt einfach zu erfassen). Für Salz gilt: Je geringer der Salzgehalt eines Wassers, desto geringer die Korrosionsgeschwindigkeit.

Montag, 08.08.2016

Von Willibald Schodorf
Leiter Technische Geschäfte, BWT Wassertechnik GmbH