Heizen mit Holz:

Weniger Emissionen durch Abgasreinigung

Die Energiewende hält immer mehr Einzug in den privaten Bereich. Mehr Menschen gehen dazu über, Energie selbst sauber zu erzeugen, beispielsweise über Photovoltaik-Anlagen auf dem eigenen Hausdach. Auch beim Heizen findet ein Umdenken statt. Öl- und Kohleheizungen haben ausgedient, die Zukunft gehört Heizsystemen, die auf erneuerbaren Energien basieren. Hierzu zählt neben Umweltwärme, Geothermie und Sonnenenergie auch die Bioenergie, die aus nachwachsenden Rohstoffen erzeugt wird. Holz ist hierbei ein wichtiger Rohstoff.

Quelle: Glaser - Fotolia.com

Vielfältige Fördermöglichkeiten machen das Umrüsten auf Holzfeuerungsanlagen für Verbraucher attraktiv. Allerdings geht das „Verheizen“ von Scheitholz, Pellets und Hackschnitzeln mit einer nicht unerheblichen Umweltbelastung einher: Feinstaub. Eine Kombination verschiedener Komponenten im Schornstein kann nicht nur Feinstaubemissionen minimieren, sondern auch den Verbrennungsvorgang effizienter gestalten und so Brennmaterial einsparen.

Im Zuge der Energiewende und der Abkehr von fossilen Brennstoffen hat die Politik Maßnahmen ergriffen, um Verbraucher zum Umstieg auf Holz als Heizmittel zu motivieren. Wer für sein neues Haus eine Holzheizung kauft oder bei einer Sanierung den alten Ölkessel durch eine Holzheizung ersetzt, hat einen Anspruch auf staatliche Fördermittel nach der neuen Förderrichtlinie Bundesförderung Effiziente Gebäude (BEG).

Bei Einbau einer neuen Holzheizung in einem Bestandsgebäude sind beispielsweise bis zu 35 Prozent der Kosten förderbar. Bei einer Investitionssumme von 20.000 Euro entspricht das einem Zuschuss in Höhe von circa 7.000 Euro. Wird im Zuge der Neuinstallation eine Ölheizung ausgetauscht, steigt der Fördersatz um weitere zehn Prozent. Das heißt: Wer in einem Bestandsgebäude eine bestehende Ölheizung durch eine neue Holzheizung ersetzt, bekommt 45 Prozent der förderfähigen Kosten erstattet. Diese Austauschprämie gilt nur für den Gebäudebestand, nicht für Neubauten, hier gibt es eigene Fördersätze. Geschieht die Maßnahme im Rahmen eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP), erhalten Verbraucher ein Plus von fünf Prozent Förderung. Bis zu 50 Prozent der förderfähigen Kosten sind so auf dem Weg von der Ölheizung zu einer neuen Holzheizung förderbar. Aktuelle Zahlen belegen: Immer mehr Haushalte wollen diese Fördermittel nutzen und auf den Energieträger Holz umsteigen.

Abbildung: Mögliche Installationsorte für Feinstaubpartikelabscheider.
Quelle: Kutzner + Weber
Mögliche Installationsorte für Feinstaubpartikelabscheider, ...
Abbildung: Feinstaubpartikelabscheider auf dem Prinzip der elektrostatischen Abscheidung.
Quelle: Kutzner + Weber
..., welche auf dem Prinzip der elektrostatischen Abscheidung beruhen.

Holzabbrand als Feinstaubquelle

Zwar gilt Holz als nahezu CO2-neutraler Brennstoff, da es beim Wachstum so viel CO2 bindet wie es bei der Verbrennung wieder abgibt, es entsteht jedoch eine signifikant höhere Menge an gesundheitsschädlichen Feinstäuben als bei Gas- oder Ölheizungen. Diese werden über den Schornstein in die Umgebungsluft abgegeben. Der Gesetzgeber hat den Ausstoß für kleine und mittlere Feuerungsanlagen in der 1. BlmSchV (Bundes-Immissionsschutzverordnung) geregelt. Darin werden die Emissionswerte stufenweise verschärft. Können die geltenden Grenzwerte nicht eingehalten werden, droht ein Stilllegungsbescheid. Um dies zu umgehen und die geforderten Emissionsgrenzwerte einzuhalten, bietet sich der Einbau eines Feinstaubpartikelabscheiders an.

Für Privathäuser eignet sich ein Feinstaubpartikelabscheider, der auf dem Prinzip der elektrostatischen Abscheidung beruht, besonders gut. Bei diesem Prinzip durchläuft das Rauchgas eine Aufladestrecke, die durch eine Elektrode im Partikelabscheider erzeugt wird. Die Partikel werden elektrostatisch aufgeladen, sie agglomerieren beziehungsweise verbinden und verdichten sich und lagern sich anschließend an der Innenseite des Rauchrohrs oder des Schornsteins ab. Dadurch bildet sich eine Staubschicht aus gröberen Partikeln, die vom Schornsteinfeger problemlos entfernt werden kann. Diese Technik eignet sich für hand- und automatisch beschickte Holzfeuerstätten bis 50 kW Wärmeleistung. Der Abscheidegrad beträgt bis zu 90 Prozent.

Für größere Leistungsklassen bis 320 kW gibt es auch Kombinationslösungen, bei denen mehrere Abscheideprinzipien kombiniert werden – Elektro- und Fliehkraftabscheidung. Der elektrostatischen Abscheidung ist hier ein Zyklon nachgeschaltet. Der Zyklon scheidet die agglomerierten Staubpartikel in eine separate Sammeltonne ab. Diese kann der Betreiber oder Schornsteinfeger einfach entleeren. Unterstützt wird dies durch ein Saug-Zug-Gebläse, das sich oberhalb des Zyklons befindet. Durch die Nutzung der Synergien können hier höhere Abscheideleistungen erzeugt werden, vor allem im Nanometerbereich der Staubpartikel. Auch hier betragen die erzielten Abscheideraten bis zu 90 Prozent.

Dienstag, 21.09.2021

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