Ford setzt beim Transit Custom PHEV auf Elektroantrieb und Reichweite

Das Konzept von Ford überzeugt: Der Transit Custom PHEV bietet emissionsfreien Elektroantrieb und große Reichweite.

Ein orangener Ford Transit Custom PhEV.
Quelle: Robert Donnerbauer
Ford bietet den Transit Custom jetzt auch in einer Version als Plug-in-Hybrid an.

Mit dem Transit Custom PHEV (Plug-in Hybrid Electric Vehicle) bietet Ford ab sofort ein Nutzfahrzeug in der Ein-Tonnen-Nutzlastklasse, mit dem man rund 50 Kilometer mit reinem Elektroantrieb, das heißt, lokal emissionsfrei unterwegs sein kann. Und dies ohne die oftmals vorgetragene Sorge, während der Fahrt wegen mangelnder Ladeinfrastruktur und zu geringer Reichweite liegen zu bleiben. Denn als Plug-in-Hybrid verfügt das Nutzfahrzeug über einen EcoBoost-Turbobenziner. Der Dreizylinder steigert als Range Extender die Reichweite auf rund 500 Kilometer. Von etwaigen Zufahrtsbeschränkungen befreit, empfiehlt sich der Transporter damit besonders für Handwerker und Gewerbetreibende mit Kunden in innerstädtischen Umweltzonen.

Auch wenn sich ein Benzinmotor unter der Haube befindet – die Vorderräder des Transit Custom PHEV werden ausschließlich von einem Elektromotor angetrieben. Das gewohnte Getriebe sucht man vergebens. Man vermisst es aber auch nicht, ganz im Gegenteil. Wer schon einmal die Vorzüge eines Elektroantriebs bei einem Personenkraftwagen kennen und schätzen gelernt hat, wird auch von diesem Nutzfahrzeug begeistert sein. Mit seiner Leistung von 92,9 Kilowatt (126 PS) und einem maximalen Drehmoment von 355 Newtonmeter hat der Elektromotor keine Probleme mit dem Transporter. Der Transit Custom ist in der Version mit Plug-in-Hybrid nicht minder so wendig, wie in den Versionen mit konventionellem Antrieb. Keine Abstriche muss man übrigens auch beim Laderaumvolumen des Kastenwagens mit sechs Kubikmetern machen. Großzügig zeigt sich auch die Netto-Nutzlast von rund 1.100 Kilogramm.

Der Elektromotor bezieht seine Energie aus einer flüssigkeitsgekühlten Lithium-Ionen-Batterie mit einer Kapazität von 13,6 Kilowattstunden. Der Energiespeicher ist platzsparend in Unterflurbauweise unterhalb des Fahrzeugbodens positioniert, wodurch der üppige Laderaum resultiert. Auf die Batterie gibt Ford übrigens eine Garantie von acht Jahren beziehungsweise 160.000 Kilometer. Zum Laden (Plug-in) der Batterie verfügt der Transit Custom PHEV über eine Anschlussmöglichkeit im vorderen Stoßfänger. An einer Haushaltssteckdose (10 Ampere) kann die Batterie innerhalb von 4,3 Stunden vollständig aufgeladen werden. An einer Ladestation mit Typ-2-Ladestecker (16 Ampere) verkürzt sich diese Zeitspanne auf 2,7 Stunden.

Stoßfänger an einem Auto mit Anschlussmöglichkeit zum Laden einer Batterie mit angeschlossenem Ladekabel.
Quelle: Robert Donnerbauer
Zum Laden der Batterie verfügt der Transit Custom PhEV über eine Anschlussmöglichkeit im vorderen Stoßfänger.

Während der Fahrt schließlich kann der Transit Custom PHEV beim Bremsen mittels Rekuperation wieder Energie zurückgewinnen (Hybrid). Dabei kann der Fahrer den Grad der Energierückgewinnung und der Bremsunterstützung des regenerativen Ladesystems beeinflussen. Hierzu wechselt er am Schalthebel zwischen dem Modus Drive und Modus Low. In der Praxis macht sich dies in der Einstellung Low durch eine deutlich stärkere Rekuperation bemerkbar, sobald der Fahrer den Fuß vom Gaspedal nimmt. Um nachfolgende Verkehrsteilnehmer auf die stärkere Verzögerungsleistung hinzuweisen, aktiviert das Fahrzeug automatisch die Bremsleuchten. So kann der Fahrer die Reichweite im elektrischen Fahrbetrieb deutlich beeinflussen.

Und ist die Kapazität der Batterie dann doch einmal erschöpft, kommt der 1,0 Liter große EcoBoost-Benzinmotor als Range Extender ins Spiel. Aber wie gesagt nicht als Antriebsmotor, sondern als Stromproduzent. Das heißt: der Benzinmotor produziert während der Fahrt über einen Generator neuen Strom für den Elektroantrieb. So kann der Transit Custom PHEV mittels eines 54 Liter fassenden Benzintanks im Bedarfsfall mühelos auch längere Strecken absolvieren, ohne dass hierzu ein Stopp zum Aufladen der Batterien erforderlich wäre.

Technikbegeisterten Elektromobilitätsenthusiasten stehen überdies schließlich noch vier unterschiedliche EV (Electric Vehicle) Fahrprogramme zur Wahl. Damit kann der Fahrer darüber entscheiden, wie und wann die verfügbare Batterieladung genutzt wird. Standard ist der Modus "EV Auto" – das Programm wechselt je nach Fahrsituation automatisch zwischen rein elektrischem Modus und der Nutzung des Range Extenders, um auf der Autobahn wie auch im Stadtverkehr stets die optimale Ausbeute für Leistung und Effizienz zu erzielen. Der Modus "EV Jetzt" priorisiert das Fahren im elektrischen Modus und deaktiviert den Range Extender, bis der Ladezustand der Batterie nicht mehr für emissionsfreies Fahren ausreicht. Der Modus "EV Später" priorisiert das Fahren mit aktiviertem Range Extender und nutzt regeneratives Laden, um den Ladezustand des Akkus möglichst aufrechtzuhalten, wenn zum Beispiel für später die Einfahrt in eine emissionsfreie Umweltzone absehbar ist. Der Modus "EV Aufladen" schließlich nutzt den Range Extender, um das Fahrzeug anzutreiben und die Batterie bis zu rund 75 Prozent aufzuladen, damit weitere Fahrten im rein elektrischen "EV Jetzt"-Modus möglich sind.

Weiterführende Informationen: https://www.ford.de/

Donnerstag, 12.03.2020

Von Robert Donnerbauer
Redaktion, Heizungs-Journal Verlags-GmbH