Erste Freigaben für „grünes“ Heizöl

Nach einem erfolgreichen Modellversuch können verschiedene Buderus Wärmeerzeuger für flüssige Energieträger jetzt auch mit einer R33-Brennstoffkombination betrieben werden.

Das Bild zeigt einen Brennwertkessel.
Quelle: Buderus
Buderus hat die Brennwertkessel "Logano plus KB195i" und "Logano KB195i-BZ" jetzt für treibhausgasreduzierte flüssige Energieträger inklusive Blends mit maximal 10 Prozent FAME (HVO, R33, GtL, PtL, BtL …) freigegeben.

Flüssige Brennstoffe beziehungsweise Energieträger mit regenerativem Anteil können zukunftsfähig und klimaschonend sein – das wollen der Bundesverband der deutschen Heizungsindustrie (BDH) und das Institut für Wärme und Mobilität (IWO) gemeinsam mit Heiztechnikherstellern wie Buderus belegen. In einem Modellversuch werden bundesweit 21 Wärmeerzeuger mit einer R33-Brennstoffkombination betrieben, die zu einem Drittel aus treibhausgasreduzierten Komponenten besteht. Ziel ist es, deren Einsatzreife und Langzeitstabilität zu testen. Die Bilanz nach der ersten Heizperiode ist vielversprechend. Parallel läuft zurzeit ein zweites Modellprojekt von Buderus mit der Mobene GmbH, einem Anbieter im Bereich Kraft- und Brennstoffe, der Ende 2021 ein HVO-Öl (Hydriertes Pflanzenöl) auf den Markt bringen möchte.

Der Systemexperte Buderus hat aktuell seine ersten Wärmeerzeuger für treibhausgasreduzierte flüssige Energieträger inklusive Blends mit maximal 10 Prozent FAME (HVO, R33, GtL, PtL, BtL …) freigegeben. Dies sind die Brennwertkessel für flüssige Energieträger "Logano plus GB125", "Logano plus KB195i-BZ" und "Logano plus KB195i". Mit R33 vergrößert sich – neben synthetischen Brennstoffen – die Bandbreite an treibhausgasreduzierten flüssigen Energieträgern für Ölheizungen weiter.

Abfallbasierte Biobrennstoffe

Die im Modellversuch von BDH, IWO und Buderus eingesetzte R33-Brennstoffkombination besteht zu 26 Prozent aus hydrierten Reststoffen wie Altspeisefetten, sogenannten abfallbasierten Biobrennstoffen der zweiten Generation. Wesentlicher Vorteil: Deren Herstellung steht nicht in Konkurrenz zum Nahrungsmittelanbau und verursacht damit keinen zusätzlichen Landverbrauch. Ein weiterer siebenprozentiger Anteil bei R33 sind veresterte Bioöle, sogenannte FAME. Diese Kombination reduziert bei der Verbrennung in einem Wärmeerzeuger die Treibhausgas- beziehungsweise CO2-Emissionen gegenüber klassischem Heizöl um mindestens ein Fünftel. Geplant ist für die klimaschonende Qualität des neuen flüssigen Energieträgers darüber hinaus auch noch eine Beimischung von sogenannten E-Fuels auf Basis von grünem Wasserstoff und recyceltem CO2.

In Deutschland werden rund 5,5 Millionen Gebäude mit einer Ölheizung versorgt, von denen etwa drei Millionen abseits der Wärme- und Gasnetze stehen. Teilweise sind die technischen und finanziellen Hürden für einen Umstieg auf andere Systeme sehr hoch. Heizöl mit einer R33-Brennstoffkombination leistet hier einen wichtigen Beitrag zur klimaschonenderen Wärmeerzeugung und damit zu einer Reduzierung der CO2-Emissionen.

Weiterführende Informationen: https://www.buderus.de

Donnerstag, 15.07.2021

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