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Einsatz der Kraft-Wärme-Kopplung in Seniorenwohnanlage

Ein Altenwohnzentrum in Emden bekam bei der Sanierung gleich zwei Blockheizkraftwerke.

Das AWO Altenwohnzentrum in Emden von außen.
Quelle: RMB/Energie GmbH, Saterland
Das AWO Altenwohnzentrum in Emden wurde in den Jahren 2014 und 2015 umfangreich erweitert und saniert. Der Neubau dieses Gebäudekomplexes mit 23 Wohneinheiten für betreutes Wohnen bildete 2014 den Auftakt der Maßnahmen. 2015 erfolgte dann die Erneuerung der Heiztechnik im ursprünglichen Altenwohnzentrum aus dem Jahr 1970.

Innovativen Konzepten gegenüber zeigt sich die Arbeiterwohlfahrt (AWO) Bezirksverband Weser-Ems e.V. außerordentlich aufgeschlossen. Das gilt nicht nur in der stationären Pflege, wo man beispielsweise über "Skype" die Videotelefonie der Bewohner mit Angehörigen ermöglicht. Im Zuge einer Modernisierung und Erweiterung des AWO Altenwohnzentrums Emden investierte man auch in hocheffiziente BHKW-Technik von RMB/Energie, um den Grundbedarf an Wärme und Strom aus eigener Produktion zu decken – und das sogar gleich zwei Mal.

Der Einsatz moderner Blockheizkraftwerke (BHKW) zur kombinierten Wärme- und Stromerzeugung ist immer dann besonders rentierlich, wenn Gebäude einen hohen Grundbedarf an Wärme aufweisen. Typischerweise ist dies auch bei Seniorenwohnanlagen der Fall, da die Bewohner häufig rund um die Uhr im Hause sind und ein höheres Raumlufttemperaturniveau wünschen. Die konventionelle Wärmeerzeugung mit Gas- oder Ölheiztechnik sowie ein kontinuierlicher Stromverbrauch tragen in solchen Einrichtungen meist zu relativ hohen Grundkosten für die Wärmeerzeugung bzw. Energiebereitstellung bei. Besonders der Stromverbrauch ist bei Liegenschaften dieser Art im Vergleich zu reinen Wohngebäuden hoch. Voruntersuchungen für den Einsatz eines BHKW haben gezeigt, dass Amortisationszeiten von drei Jahren aufgrund der Kosteneinsparungen im Strombezug möglich sind.

Die ersten Überlegungen, die Liegenschaft des AWO Altenwohnzentrums Emden mit einem BHKW des Herstellers RMB/Energie auszustatten, begannen im Jahr 2012/2013. Ursächlich für das Vorhaben war die Planung für einen Neubau zum betreuten Wohnen mit 23 Wohneinheiten, dessen Bau für 2014 angesetzt war. Darüber hinaus sollten ein Jahr später eine ebenfalls neu gebaute Tagespflegeeinrichtung sowie elf sanierte Bungalows aus dem bisherigen Gebäudebestand über ein Nahwärmenetz auf dem Gelände mit eingebunden werden.

Man hat sich daher für eine eigene Heizzentrale mit einem BHKW "neoTower Premium M" (elektr. Leistung: 11 kW) entschieden. Die Spitzenlast beim Wärmebedarf wird durch einen kompakten Gas-Brennwertkessel abgedeckt.

Ein BHKW
Quelle: RMB/Energie GmbH, Saterland
Das kompakte BHKW "Neotower Premium M" mit einer modulierenden elektrischen leistung von 7,5 bis 11,0 kW deckt die Grundlast des Wärme- und Strombedarfs im Neubau und über das Nahwärmenetz auch der tagespflege sowie der elf Bungalows.

BHKW plus Nahwärmenetz

Für das BHKW des Herstellers RMB/Energie aus dem benachbarten Saterland sprachen vor allem die technischen Details. Anlagenplaner und Energieberater Volker Schwarting ist vom umfassenden Anlagenmonitoring durch den Hersteller begeistert. Die Steuerung bietet zusätzlich einen Fernzugriff mit der Möglichkeit der Kontrolle über eine Visualisierung. Sämtliche Daten der Steuerungsein- und -ausgänge werden gespeichert und können im Monitoring für einen beliebigen Zeitraum grafisch dargestellt werden. Hiermit können die einzelnen Komponenten optimal aufeinander abgestimmt werden.

Schwarting erklärt: "Mögliche Anlagenstörungen oder nicht optimale Betriebszustände laufen datenmäßig nicht nur bei mir, sondern auch bei den Spezialisten im Werk bei RMB/Energie auf, die entweder per Fernzugriff Korrekturen vornehmen oder mir konkrete Lösungsvorschläge unterbreiten können. Gerade bei der Einregulierung der Anlage in der Anfangsphase waren Probleme oft schon behoben, bevor ich darauf reagieren konnte."

Grafikdisplay einer BHKW-Steuerung.
Quelle: RMB/Energie GmbH, Saterland
Das Grafikdisplay der BHKW-Steuerung.

Technisch konnte der "neoTower Premium M" mit seinem hohen Gesamtwirkungsgrad von 105,5 Prozent (elektr.: 32,0 Prozent; therm.: 73,5 Prozent) und seiner geringen Geräuschemission von nur 50 dB(A) überzeugen. Für einen wirtschaftlichen Betrieb sorgt die Leistungsmodulation zwischen 7,5 und 11,0 kW (elektr.) sowie 20,6 bis 25,3 kW (therm.), welche immer optimal auf die jeweilige Anforderungssituation reagiert.

Auch das lange Wartungsintervall von 8.500 Betriebsstunden, welches aus der besonders niedrigen Konstantdrehzahl des robusten Toyota-Vierzylinder-Motors resultiert, führt zu niedrigen Unterhaltskosten und wirkt sich positiv auf die Wirtschaftlichkeit der Anlage aus.

Weiterführende Informationen: https://www.neotower.de/

Freitag, 12.04.2019