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Einrohrheizungen praxisgerecht optimieren

Die Systemlösung "indiControl" aktiviert die im Gebäude grundsätzlich bereits vorhandenen separaten Teilheizkreise und regelt diese nach individueller Last. Nötig sind dafür nur zwei Temperaturfühler und ein motorisches Ventil pro Teilheizkreis sowie eine zentrale Steuereinheit, die alle Teilheizkreise überwacht und einzeln ansteuert. So kann wesentlich flexibler auf den individuellen Wärmebedarf der Mieter reagiert werden. Die Systemelemente sind per Kabel miteinander verbunden. Der Einbau kann außerhalb der Wohnungen erfolgen, ohne dass die Mieter beeinträchtigt werden.

Die Höhe der Einbaukosten relativiert sich, wenn Zuschüsse vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) im Rahmen des 2016 aufgelegten Förderprogramms zur Heizungsoptimierung ("Richtlinie über die Förderung der Heizungsoptimierung durch hocheffiziente Pumpen und hydraulischen Abgleich") beantragt und gewährt werden. Bis zu 25.000 Euro der Nettoinvestitionskosten werden übernommen, auch explizit für Maßnahmen zur Volumenstromregelung. Dies und die Tatsache, dass die Anerkennung der Förderfähigkeit von "indiControl" durch die KfW zu einer Optimierung der Tilgungszuschüsse bei Krediten führt, macht den Einsatz der Systemlösung attraktiv.

Schema einer Einrohrheizung ohne
Quelle: GWG Service GmbH
Hier die Einrohrheizung ohne "indiControl".

Schema einer Einrohrheizung mit
Quelle: GWG Service GmbH
Optimierung einer Einrohrheizung mit "indiControl".

Die schematische Darstellung zeigt, wie die
Quelle: GWG Service GmbH
Die Messdaten der Temperaturfühler werden konstant mit einem anlagenspezifischen Referenzwert (hier z.B. 8 K) abgeglichen. Daraus berechnet die "indiControl"-Steuereinheit die notwendigen Impulse für das motorische Ventil.

Die Grafik zeigt einen Fall, bei dem die von
Quelle: GWG Service GmbH
Ist die gemessene Temperaturdifferenz größer als der jeweilige Referenzwert (hier z.B. 12 K), wird also mehr Wärme abgenommen, gibt die Steuereinheit das Signal zur Erhöhung des Volumenstroms an das Ventil weiter.

Die Grafik zeigt einen Fall, bei dem
Quelle: GWG Service GmbH
Sinkt die Temperaturdifferenz (hier z.B. 4 K), reduziert das Ventil den Volumenstrom um bis zu 80 Prozent.

Einsparungen von 20 bis 42 Prozent

Bei der GWG Kassel sind von den insgesamt 2.200 Wohnungen mit Einrohrheizung bislang 1.000 Wohnungen auf das neue System umgestellt worden. In ihren eigenen Liegenschaften konnte die GWG Kassel den Energieverbrauch durch den Einsatz von "indiControl" im Schnitt um 27,2 Prozent senken und gleichzeitig den Wohnkomfort verbessern. Mit großer Zufriedenheit wurden auch die ersten Messwerte aufgenommen, die die Wohnungsbaugenossenschaft >Wiederaufbau< eG in Braunschweig nach ersten Messungen zum 31. März 2017 gemeldet hatte. Die Auswertungen lassen, laut GWG Kassel, eine Energieeinsparung von 42 Prozent erwarten.

Aktuell bereiten weitere Wohnungsunternehmen den Einbau der Systemlösung "indiControl" vor. Entscheidend dabei ist, dass das Einrohrheizsystem ganzheitlich betrachtet wird. Durch jede individuelle Anlagenanalyse ergeben sich auch weitere Optimierungspotentiale zum Beispiel bei den Heizungspumpen, bei den Einstellungen oder auch bei den Fernwärmeübergabestationen. Für viele Unternehmen erweist es sich als Vorteil, dass ein Gebäudetechnikspezialist gemeinsam mit dem Heizungsbauer des Vertrauens die Anlage in einen optimierten Modus bringt. So seien große Einsparpotentiale möglich.

In vielen Gesprächen mit Wohnungsunternehmen, speziell in den neuen Bundesländern, kristallisiert sich ein weiterer Knackpunkt des Einrohrheizsystems heraus. Die Rücklauftemperatur aus den Gebäuden ohne relevante Regelungstechnik ist vielen Energieversorgern zu hoch und im Extremfall werden Strafen erhoben.

"indiControl" entschärft auch diesen Konflikt, da die Systemlösung minutiös den Volumenstrom regelt, um immer den voreingestellten Referenzwert der optimalen Temperaturdifferenz zu erreichen.

Des Weiteren führt – nach Einbau von "indiControl" – der durch die Heizungszuleitungen reduziert fließende Volumenstrom zu einer Verlagerung der Wärmeabgabe auf die Heizkörper. Die bei vielen Bewohnern durchgehend geschlossenen Thermostatventile an den Heizkörpern werden nun verstärkt aktiviert, um die gewünschte Raumtemperatur zu erreichen.

Erfolgte die Wärmeübergabe vormals schwerpunktmäßig durch Abstrahlung der Heizungszuleitungen und nur zu einem geringen Anteil über die Heizkörper, so kehrt sich das Verhältnis mit Hilfe von "indiControl" um. Die ungeregelt abgegebene Wärme der Heizungszuleitungen sinkt deutlich und hat zur Folge, dass der Anteil der Wärmeabgabe über die Heizkörper steigt.

Der Vermieter profitiert von höheren Erfassungsraten und die Mieter profitieren neben den reinen Einspareffekten durch die Effizienzsteigerung des Heizungssystems auch von der Komfortsteigerung durch die Möglichkeit, am Bedarf orientiert zu heizen.

Fazit

"indiControl" ermöglicht auch eine genauere Verbrauchsabrechnung. Ungerechtigkeiten in der Nebenkostenabrechnung durch die Verteilung und Berechnung nicht benötigter Wärmezufuhr werden so vermieden. Früher gab es in den Liegenschaften der GWG immer mal wieder den einen oder anderen Mieter, der sich übervorteilt sah. Seitdem dort "indiControl" eingesetzt wird, kann das Unternehmen dort viel besser nach dem tatsächlichen Verbrauch abrechnen.

Weiterführende Informationen: https://indicontrol.de/

Mittwoch, 03.04.2019