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HeizungsJournal-Expertentreff zum Thema "Integrierte Energiesysteme"

Nach Expertentreffs zu den Themen „Wohnraumlüftung“, „Software für Gebäudetechnik“, „Heizungswasseraufbereitung“, „Software für das SHK-Fachhandwerk“, „Hydraulischer Abgleich“, „Digitale Heizung“, „Hallenheizung“, „Wärmepumpen- und Klimatechnik“, „Kraft-Wärme-Kopplung“ und „Digitaler SHK-Handwerker“ fand Anfang Oktober 2020 der nunmehr schon elfte Expertentreff des HeizungsJournals statt. Bei dieser Auflage – unter „Corona-Bedingungen“ – galt es, ein wirklich „dickes Brett“ zu bohren! So diskutierten die teilnehmenden Experten intensiv zu der bestimmenden Frage, wie Energiesysteme (in und außerhalb von Gebäuden) schon heute ausgerichtet und gestaltet werden müssen, damit sie in Zukunft auch bestehen können?

Spinnennetz mit Tautropfen in Nahaufnahme
Quelle: Annika/Unsplash
Vorbild Natur: Ein Spinnennetz spannt sich spielerisch leicht zwischen Halmen, Ästen und Zweigen auf, bleibt dabei äußerst flexibel und kann sogar größere Distanzen problemlos überwinden. Ein integriertes Energiesystem muss ähnliche Attribute erfüllen, muss verschiedene Disziplinen und Branchen miteinander verbinden und dabei zu jeder Zeit belastbar sein.

In „Corona-Zeiten“ Veranstaltungen zu organisieren, hat mittlerweile bekanntlich einen ganz eigenen „Reiz“. Denn als Veranstalter und Organisator hat man es (aktuell sowieso und vermutlich auch noch eine ganze Weile) nicht gerade selbst in der Hand, wie und ob das geplante Format konkret und überhaupt ablaufen wird. Zu viele Parameter und Variablen schwirren da in der Luft – respektive im Aerosol – herum.

Ein gutes Quäntchen „Enthusiasmus“ muss man also schon mitbringen, wenn man vorhat, echte Menschen in einer realen Situation „physisch“ zusammenzubringen. Im Falle des HeizungsJournal-Expertentreffs „Integrierte Energiesysteme“, welcher für Anfang Oktober 2020 angesetzt war, kam weiterhin ein Quäntchen „Glück“ hinzu. Denn nur ein paar Tage nach der Veranstaltung wurden die „Corona-Regeln“ in Sachen Treffen, Versammlungen sowie beruflicher und privater Mobilität wieder deutlich verschärft, zogen die ersten Vorboten des „Lockdowns light“ durch die Lande.

So oder so: Ein Format, wie der Expertentreff, „lebt“ von den Diskussionen am runden Tisch. Denn ein wichtiger Ansatz und ein wichtiges Ziel ist es doch, in diesem Kontext Personen zu vernetzen, welche sich unter normalen Umständen nicht oder wahrscheinlich nie begegnen würden. Das bereichert die fachlichen Gespräche ungemein, regt zu frischen Ideen an, zwingt aber auch zum Umdenken, zum Perspektivenwechsel, führt teilweise sogar zu neuen Seilschaften und Kooperationen. Vor allem die Expertentreffen zu den Themen „Digitale Heizung“ (2017) und „Digitaler SHK-Handwerker“ (2019) waren hierfür sehr gute Beispiele.

So war auch der jüngste Expertentreff mit dem – zugegeben – sperrigen und vielleicht sogar etwas abschreckenden Titel „Integrierte Energiesysteme“ personell bunt gemischt: Sieben Teilnehmer folgten der Einladung. Sieben Teilnehmer aus ziemlich unterschiedlichen „Ecken“ der Branche, aus recht verschiedenen Unternehmen bzw. Institutionen. Es war also technologische Vielfalt und Offenheit angesagt! Alles andere würde dem Thema ja auch in keiner Weise gerecht werden.

Folgende Experten diskutierten zum Thema:

• Jörg Gamperling, HeizungsJournal-Chefredakteur

• Alexander Bourgett, Leiter Software Entwicklung, eSystems MTG GmbH

• Bastian Kreusing, Leiter Marketing und Kommunikation, SOLIDpower GmbH

• Steffen Bauknecht, Verkaufsleiter Heiztechnik Deutschland, Living Environment Systems, Mitsubishi Electric Europe B.V.

• Wendelin Heinzelmann, Bereichsleiter Vertrieb, Paradigma – Ritter Energie- und Umwelttechnik GmbH & Co. KG

• Marcel Pfeil, RESOL – Elektronische Regelungen GmbH

• Dieter Kehren, Abteilungsleiter Forum Digitale Heizung, Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie e.V.

Gruppenbild mit Chefredakteur Jörg Gamperling, HeizungsJournal
Quelle: R. Otter
Alexander Bourgett, eSystems, Bastian Kreusing, SOLIDpower, Steffen Bauknecht, Mitsubishi Electric, Wendelin Heinzelmann, Paradigma, Steffen Hornung, Theben, Marcel Pfeil, RESOL, Dieter Kehren, BDH, Jörg Gamperling, HeizungsJournal

Oder sind Sie, liebe Leserin, lieber Leser, etwa der Meinung, dass die Energie- und Gebäudetechnik sowie die Energiesysteme von heute und morgen „Monokulturen“ sind? Die heutige Realität und zukünftige Lebenswirklichkeit für Fachplaner und ausführende Fachbetriebe ist doch viel eher eine waschechte „Mischkultur“ – als Koexistenz diverser Komponenten, Produkte, Lösungen und Systeme. Jedoch: Die höheren Ziele sind, im Grunde genommen, dieselben; so unterschiedlich die technologischen Stoßrichtungen auf den ersten Blick auch erscheinen mögen. Die Begrenzung der Erderwärmung, die schnellstmögliche Reduzierung von Treibhausgas-Emissionen, der globale Kampf gegen den Klimawandel – das ist doch das Meta-Ziel schlechthin. Und gleichzeitig ein gigantischer gemeinsamer Nenner, eine Aufgabe für Generationen – Energiewende eben!

Gemeinsames Ziel

Der HeizungsJournal-Expertentreff war jedenfalls geprägt vom gemeinsamen Verständnis der Teilnehmer, dass integrierte Energiesysteme primär auf der Basis von dekarbonisierten/ defossilisierten Energietechnologien fußen müssen. Die jeweiligen Technologien wiederum entfalten gerade am Ort des Bedarfs bzw. Verbrauchs – sprich dezentral – ihre größte Wirkung und bedienen sich, wie selbstverständlich, an den permanent wachsenden Möglichkeiten der Digitalisierung. Mit diesem gemeinsamen Verständnis ist es in der Theorie wie in der Praxis (!) möglich, bisher isolierte Teilsysteme erfolgreich zu verschmelzen und sie interdisziplinär arbeiten zu lassen.

Freitag, 07.05.2021

Von Jörg Gamperling
Chefredaktion HeizungsJournal
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