Inhaltsverzeichnis

Der Maßstab für Warmwasserspeicher ist Energieeffizienzklasse A+

Ein umfassender Überblick zum Thema Energieeffizienzklassen für Warmwasserspeicher.

Energielabel A+ für einen energieeffizienten Warmwasserspeicher.
Quelle: OEG
Endverbraucher haben sich beim Kauf von Waschmaschinen, Glühbirnen, Fernsehern und anderen Haushaltsgeräten schon längst an Energielabel gewöhnt Seit September 2015 müssen auch Hersteller von Heizkesseln, Wärmepumpen, Blockheizkraftwerken, Warmwasserbereitern und Warmwasserspeichern sowie Kombiheizgeräten ihre Produkte labeln. Im Bild: Label A+ für einen energieeffizienten Warmwasserspeicher.

Im September 2017 wurde die Energieeffizienzklasse A+ für Warmwasserspeicher eingeführt und ist seitdem das Zeichen für die geringsten Wärmeverluste. Doch warum wurden überhaupt Energieeffizienzklassen für Warmwasserspeicher eingeführt und was sagen sie aus? Wie lassen sich Warmwasserspeicher anhand der Energieeffizienzklasse vergleichen und zu welchen Vergleichen ist die Klassifizierung nicht geeignet? Und schließlich: Was ist der Mehrwert einer besseren Energieeffizienzklasse für Umwelt und Verbraucher?

Man stelle sich vor: Ein 500 l Warmwasserspeicher, der, durchgeheizt auf 65 °C, bei einer Umgebungstemperatur von 20 °C weniger Wärmeverluste aufweist als eine Glühbirne. Das war vor ein paar Jahren noch nicht denkbar.

Doch seit der Einführung der Energielabel haben sich die Dämmungen sprunghaft verbessert. So haben beispielsweise die 500 l Warmwasserspeicher der OEG GmbH, die alle Serienspeicher bis 2.000 l ausschließlich in Energieeffizienzklasse A+ anbietet, gerade noch einen Warmhalteverlust von 43 W.

Zum Hintergrund: Durch die Veröffentlichung der Verordnung (EU) "Nr. 812/2013 zur Ergänzung der Richtlinie 2010/30/EU im Hinblick auf die Energieeffizienzkennzeichnung von Warmwasserbereitern, Warmwasserspeichern und Verbundanlagen aus Warmwasserbereitern und Solareinrichtungen" müssen Warmwasserspeicher und Warmwasserbereiter (sog. Energy related Products = ErP) seit September 2015 in die von anderen Produkten, wie zum Beispiel Kühlschränken, bekannten Energieeffizienzklassen eingeteilt und mit einem entsprechenden Produktlabel gekennzeichnet werden.

Das Label soll Verbraucher zu einer Energieeffizienz-orientierten Kaufentscheidung bewegen. Dadurch will die EU bis 2020 eine jährliche Energieeinsparung von etwa 450 Petajoule erreichen. Das entspricht etwa 11 Mio. Tonnen Rohöl bzw. 26 Mio. Tonnen an CO2-Emissionen.

Wie wird eine Energieeffizienzklasse für Warmwasserspeicher ermittelt?

Die Einteilung in Energieeffizienzklassen erfolgt anhand von Grenzwerten.

Die Tabelle erläutert die Energieeffizienzklassen von Warmwasserspeichern.
Quelle: OEG
Energieeffizienzklassen von Warmwasserspeichern.

Maßgeblich sind der Warm-halteverlust "S", der die Verlustleistung eines Warmwasserspeichers bei einer bestimmten Wasser- und Umgebungstemperatur in W angibt, sowie das Speichervolumen "V". Grafisch lassen sich die Grenzwerte wesentlich übersichtlicher darstellen.

Die Grafik zeigt die Grenzen der Energieeffizienzklassen für Warmwasserspeicher.
Quelle: OEG
Grenzen der Energieeffizienzklassen für Warmwasserspeicher: Maßgeblich sind der Warmhalteverlust sowie das Speichervolumen.

Die Bauart des Speichers (z.B. Puffer- oder Trinkwasserspeicher) sowie die Art und der Aufwand der Einbauten (z.B. Wärmeübertrager, Emaillierung) bleiben hingegen völlig unberücksichtigt. Vereinfacht ausgedrückt, ist die Energieeffizienzklasse damit ausschließlich ein Maß für die Qualität der Dämmung.

Der Warmhalteverlust "S" kann nach DIN EN 12977, DIN EN 15332 oder – üblicherweise – nach DIN EN 12897, deren Leistungsbereich in der Version 2016 dafür von 1.000 auf 2.000 l erweitert wurde, ermittelt werden.

Wie wird geprüft?

Der Warmwasserspeicher wird zur Prüfung befüllt und von einem elektrischen Heizstab auf 65 °C durchgeheizt. Über den Prüfzeitraum wird dann der Stromverbrauch ermittelt, der benötigt wird, um den Warmwasserspeicher bei einer konstanten Umgebungstemperatur von 20 °C mittels Heizstab auf 65 °C zu halten. Die Leitungen und Anschlüsse des Speichers sind dabei der Vergleichbarkeit halber während der Messung nach Vorgabe gedämmt. Die ermittelte Energie in Wh wird nach der Messung durch den Prüfzeitraum geteilt, um auf die auf den Energielabeln abzubildenden Warmhalteverluste in W zu kommen. Um die – ehemals übliche – Angabe der Wärmeverluste in "Wh pro Tag" zu ermitteln, muss man den Wert auf dem Energielabel entsprechend mit 24 h multiplizieren.

Mittwoch, 05.12.2018

Von Maik Berger
Geschäftsfeldmanager Solar- und Speichertechni, OEG GmbH