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Der Check für Pelletsheizungen

Fertigentwicklung des Pellets-Checks

Im Feldversuch erforderte ein Pellets-Check mit dem Prototyp einen durchschnittlichen Aufwand von 106 Minuten, inkl. An- und Abfahrt. Heizungsbauer nannten im arithmetischen Mittel einen angemessenen Preis (ohne Mwst.) von 133 Euro, Schornsteinfeger von 118 Euro. Neben im Feldversuch gefundenen Fehlern im Verfahren und der Software war es ein zentrales Anliegen, den Pellets-Check "schlanker" zu machen.

Auf der Basis der Erfahrungen des Feldversuchs wurde das Pellets-Check-Verfahren überarbeitet und ist nun einsatzbereit. Durch Verbesserungen im Ablauf des Pellets-Checks wird der Aufwand jetzt etwa zehn Minuten geringer sein.

Noch nicht wirklich perfekt ist die Software für Pellets-Checks: Sie funktioniert gut, jedoch ist bei der Datenerfassung noch der Umweg über "Papier und Eintippen" erforderlich, es sei denn, man nimmt einen Laptop mit zur Datenerfassung. Eine entsprechende App für Tablets oder Smartphones würde die Datenerfassung, -übertragung und -auswertung deutlich einfacher machen. Bisher fehlt jedoch noch eine Finanzierung für eine solche App. Die Verbände des Heizungsbauhandwerks, des Schornsteinfegerhandwerks und der Pelletsbranche sind hier gefordert, etwas für ihre Mitgliedsbetriebe auf die Beine zu stellen.

Zum Spektrum der Aufgaben im geförderten Projekt gehörte auch, Schulungen zum fertiggestellten Pellets-Check durchzuführen. Dafür wurden Lehrpläne und Unterrichtsmaterialien entwickelt. Im Februar und März 2019 fanden bereits erste Schulungen mit etwa 40 Teilnehmern statt und zwar in der Handwerkskammer in Kaiserslautern sowie im Technologie- und Förderzentrum im Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe (TFZ) in Straubing. Dabei ging es unter anderem um Grundlagen der Pelletsheiztechnik, die Herstellung von Pellets, Baurechtliches, moderne Lagertechnik und um den Pellets-Check bzw. den Umgang mit der Software.

Fazit und Aussichten

Viele klagen, dass die Klimaschutzziele für 2020 und 2030 nicht erreicht werden. Der Pellets-Check ist jedoch ein gutes Instrument, um insbesondere bei der Substitution alter Heizölheizungen zu helfen, viel CO2 einzusparen. Bei einem Einfamilienhaus mit einem Verbrauch von 3.500 l Heizöl pro Jahr reduziert eine Pelletsheizung die CO2-Emissionen für Raumwärme um mehr als 90 Prozent bzw. mehr als zehn Tonnen pro Jahr.

Um viele Hauseigentümer zu einem solchen Check zu motivieren, ist es hilfreich, wenn der Bund, die Länder, Kommunen oder andere solche Checks fördern. Hierfür wurde ein Muster-Förderprogramm erarbeitet. Mit Vertretern aus Umweltministerien von zwei Bundesländern wurden Gespräche bezüglich einer Förderung geführt, in Bayern ist dies geplant. Etwa 40 Kommunen wurden angeschrieben, die zum Teil bereits zusätzlich zum MAP-Programm Holzfeuerungen fördern. Die kommunalpolitischen Vereinigungen der Parteien wurden informiert, damit sie ihre Parteivertreter in kommunalen Gremien im Hinblick auf eine kommunale Förderung von Pellets-Checks aufmerksam machen können. Gerade bei der Umsetzung von kommunalen Klimaschutzplänen können Pellets-Checks ein wirksames Werkzeug sein.

All dies geschah, um die Nachfrage nach Pellets-Checks anzuregen. Es ist aber nun auch eine Aufgabe des Heizungsbauhandwerks, sich auf einen "anderen Wärmemarkt" einzustellen. Sowohl in der Meisterausbildung als auch in der späteren Berufspraxis sollten weitere Dienstleistungen (wie zum Beispiel der Pellets-Check) eine stärkere Rolle spielen. Und es schadet auch nicht, wenn Heizungsbauer ihre Berufsexpertise in kommunale Anstrengungen hinsichtlich einer drastischen CO2-Einsparung bis 2050 einbringen.

Auf www.heicepece.de sind Materialien und die Software zum Pellets-Check kostenlos erhältlich. Für die geschützten Bereiche benötigt man jedoch Login-Daten: Diese erhalten Heizungsbaufachbetriebe vorläufig beim Autor dieses Beitrags (klaus-dieter.clausnitzer@ifam.fraunhofer.de) bzw. beim ZVSHK (per Mail an: m.wagnitz@zvshk.de). Auch Schulungen zum Pellets-Check sind möglich und können über den Autor vermittelt werden.

Donnerstag, 20.06.2019

Von Klaus-Dieter Clausnitzer
Projektleiter Energiesystemanalyse, Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM