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Das breite Anwendungsspektrum moderner Kompressordruckhaltung

Lange wurde die Kompressordruckhaltung v.a. im hohen Leistungsbereich genutzt. Nun kommt sie immer öfter auch in kleineren Anlagen zum Einsatz.

Dementsprechend sind im Markt zahlreiche Geräte für verschiedene Anwendungsfälle verfügbar. Moderne, hochwertige Systeme bieten dabei durch intelligente Steuerungen, Schnittstellen zur Gebäudeleittechnik und leise Kompressoren einen deutlichen Mehrwert.

Ein Manometer.
Quelle: Tobias-Zw / https://pixabay.com
Je größer und komplexer eine Anlage ist, desto sinnvoller ist der Einsatz moderner Druckhaltestationen mit umfangreichen Kommunikationseinheiten.

Druckhaltung spielt eine wichtige Rolle in allen Heizungsanlagen, denn nur durch konstante, stabile Druckverhältnisse können sowohl Unterdruck und Kavitation als auch eine Überschreitung des maximal zulässigen Drucks verhindert werden. In kleinen und mittleren Leistungsbereichen kommen dabei sehr oft statische Ausdehnungsgefäße zum Einsatz, sogenannte Membrandruckausdehnungsgefäße (MAG), die eine bestimmte Menge Wasser aufnehmen können. Die dynamische Druckhaltung über Pumpen oder Kompressoren hingegen wird vor allem in größeren Anlagen genutzt, wo ein MAG aufgrund der begrenzten Aufnahmekapazität nicht genügt. Doch das Anwendungsfeld der dynamischen Druckhaltung erweitert sich in Richtung kleinerer Leistungsbereiche, da es dort ebenfalls zahlreiche Situationen gibt, in denen die Technologie sinnvoll eingesetzt werden kann. Dafür eignet sich vor allem die Kompressordruckhaltung, die sich durch Kompaktheit und Präzision auszeichnet.

Funktionsweise einer Druckhaltestation.
Quelle: IMI Hydronic Engineering
Aufgrund der natürlichen Elastizität des Luftpolsters können kompressorgesteuerte Druckhaltestationen den Anlagendruck bis auf ± 0,1 bar konstant halten.

Konstant und zuverlässig

So benötigt ein System mit Kompressor kleinere Ausdehnungsgefäße. Das ist besonders bei beengten Platzverhältnissen von Vorteil, wenn keine Möglichkeit vorhanden ist, große Ausdehnungsgefäße zu platzieren oder die entsprechenden Einbringmaße im Gebäude nicht gegeben sind. In Konstellationen, in denen eine volle Kontrolle über den Anlagendruck erforderlich ist, bietet sich die Technologie ebenfalls an, denn dieser kann aufgrund der natürlichen Elastizität des Luftpolsters bis auf ± 0,1 bar konstant gehalten werden. Darüber hinaus sind die präzise Druckhaltung und die Kontrollmöglichkeit der Kompressorsysteme eine gute Alternative bei Heizungsanlagen mit Solarunterstützung oder Biomasse-Wärmeerzeugern, in denen meist Pufferspeicher und somit häufig auch größere Ausdehnungsgefäße zum Einsatz kommen. Ein Höchstmaß an Sicherheit bieten Geräte mit einer Butyl-Kautschuk-Blase im Ausdehnungsgefäß. Diese schützt das Anlagenwasser zuverlässig gegen Sauerstoffdiffusion und entkräftet damit einen der häufigsten Kritikpunkte an der Kompressordruckhaltung: Die Befürchtung ist, dass die Luft wegen des Drucks durch die Blase in das Ausdehnungswasser gelangen könnte.

Ein weiterer, entscheidender Vorteil der Kompressordruckhaltung zeigt sich bei einer Unterbrechung der Stromversorgung. Fällt die Spannung ab, weil kein Strom mehr zur Verfügung steht oder zum Beispiel eine technische Störung der Regelung oder am Kompressormagnetventil vorliegt, bleibt im Kompressorgefäß dennoch ein sogenannter Vordruck erhalten. Das Kompressorgefäß arbeitet in dem Moment vorübergehend quasi wie ein statisches Ausdehnungsgefäß. Es kann zwar nicht die komplette Druckhaltung, aber zumindest den Anlagenbetrieb übergangsweise sicherstellen. Das Gefäß kann weiterhin Wasser aufnehmen oder über den noch vorhandenen Vordruck der Anlage wieder Wasser zuführen. Es bleibt also in Betrieb, selbst wenn die großen Schwankungen durch den Kompressor nicht mehr ausgeglichen werden.

Kompaktgeräte im kleinen bis mittleren Leistungsbereich

IMI Hydronic Engineering bietet unter der Marke "IMI Pneumatex" kompressorgesteuerte Druckhaltestationen für kleine und mittlere Leistungsbereiche an. Diese eignen sich zum Beispiel für Anlagen in Mehrfamilienhäusern oder kleineren gewerblich genutzten Immobilien. Die Geräte ermöglichen mit integrierter Plug & Play-Steuerung, die Systemparameter automatisch erkennt und den Inbetriebnahmeprozess selbstständig durchführt, eine schnelle und einfache Montage. Darüber hinaus verfügen moderne Druckhaltestationen über Verbindungsschnittstellen, die eine Kommunikation mit Gebäudeleitsystemen sowie die Fernsteuerung des Druckhaltungssystems über das Internet ermöglichen.

Bei stark begrenzten Platzverhältnissen empfiehlt sich der Einsatz kompakter, modular aufgebauter Systeme, zu denen beispielsweise der "Simply Compresso" gehört. Die Neuentwicklung zeichnet sich durch hohe Flexibilität aus, da ihr Nennvolumen mit einem zusätzlichen Ausdehnungsgefäß verdoppelt werden kann. Außerdem ist die Druckhaltestation mit einem der leisesten Kompressoren am Markt ausgestattet und lässt sich somit auch in Technikräumen installieren, die an Aufenthaltsbereiche angrenzen.

Eine Druckhaltestation
Quelle: IMI Hydronic Engineering
Aufgrund seiner kompakten Maße sowie der Flexibilität durch den modularen Aufbau eignet sich der "Simply Compresso" besonders für eine Montage bei sehr beengten Platzverhältnissen.

Weiterführende Informationen: https://www.imi-hydronic.com

Dienstag, 20.08.2019

Von Meinolf Rath
Leiter Anwendungstechnik IMI Hydronic Engineering Deutschland