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BWP zeigt Wärmepumpen im Praxis-Alltag

Die Wärmepumpe gilt in der Branche als Allround-Talent. Das bestätigt sich auch (theoretisch), wenn man sich näher mit ihren Anwendungsmöglichkeiten beschäftigt. Ganz praktisch hat man das aber zum Beispiel auf der Pressefahrt des Bundesverbands Wärmepumpe (BWP) e.V. im Raum Koblenz, in der Eifel, an der Mosel und im Hunsrück erfahren. Die HeizungsJournal-Online-Redaktion war mit von der Partie!

In allen vorgestellten Objekten finden sich innovative Wärmepumpen-Lösungen – egal ob im Privathaus, Hotel oder gewerblichen Gebäuden. Mit von der Partie waren auch die jeweils zuständigen Fachleute, die mit viel Einsatz dafür sorgten, die Wärmepumpentechnik als selbstverständliche und umweltfreundliche Alternative zu etablieren.

Blick auf die Mosel oberhalb von Beilstein.
Quelle: cocoparisienne / https://pixabay.com
Auf der Pressefahrt des Bundesverbands Wärmepumpe (BWP) e.V. gab es Wärmepumpen-Projekte im Raum Koblenz, in der Eifel, an der Mosel und im Hunsrück zu sehen.

Für Neubau und Sanierung gleichermaßen

Dass Wärmepumpen durchaus im Einfamilienhaus angekommen und hier nicht nur im Neubau einsetzbar sind, beweist ein 1980 errichtetes Gebäude in Kehrig in der Eifel. Die Bewohner wollten bei einer Sanierung die ineffizienten Elektrospeicherheizungen gegen ein komplett neues Heizungssystem austauschen. Nun sorgt eine Luft/Wasser-Wärmepumpe der neuesten Generation von Stiebel Eltron für die Warmwasserbereitung und Wärmeversorgung der 195 m2 Nutzfläche. Die Heizleistung von 10 kW deckt die Wärmepumpe monovalent mühelos ab – ausgereizt wird sie dabei aber nicht, denn energetisch wird viel durch die neue Dämmung des Gebäudes erreicht.

Wärmepumpe von Stiebel Eltron in einem Heizungskeller.
Quelle: HeizungsJournal/Pakosch
Auch der Einbau der Wärmepumpe war für die Experten trotz der ausgesprochen beengten Verhältnisse im Altbau, in dem ursprünglich kein Heiztechnikraum vorgesehen war, kein Hindernis.

Ein Einbau einer Fußbodenheizung war für dieses Konzept nicht nötig – statt Nachtspeichern sorgen jetzt schlanke Heizkörper für gleichmäßig verteilte Wärme. So bleibt auch mehr Platz in den Zimmern. Die Familie ist hochzufrieden: "Unser Stromverbrauch ist natürlich deutlich nach unten gegangen, denn die Nachspeicheröfen haben ja ein Vielfaches an Energie verbraucht".

Auch im Neubau ergeben sich spannende Möglichkeiten, Wärmepumpen-Systeme umzusetzen, wie im Einfamilienhaus von Peter Massmann im Hunsrück deutlich wird. Der Geschäftsführer eines Handwerksunternehmens, das auf Heizungsbau und den Sanitärbereich spezialisiert ist, vertritt nicht nur geschäftlich die regenerative Heiztechnik.

Seit 2017 setzt er zudem in der eigenen Immobilie auf eine Erd-Wärmepumpe von Weishaupt in Kombination mit einer PV-Anlage auf dem Hausdach. Bei einer Heizlast von 25 kW und beheizten Nutzfläche von 277 m2 erreicht die Wärmepumpe eine Jahresarbeitszahl von 5,01.

Wärmepumpe von Weishaupt.
Quelle: BWP
Die Wärmepumpe im Haus der Massmanns wird mit einer PV-Anlage ergänzt.

Behaglichkeit für Feriengäste

Aber auch für größere Gebäude eignet sich die Wärmepumpe optimal, wie zwei weitere vorgestellte Objekte demonstrieren.

Das Hotel "Villa Melsheimer", idyllisch am Ufer der Mosel gelegen, besteht aus drei Gebäudeteilen – dem "Stammhaus", der "Villa" und dem im 16. Jahrhundert eigentlich als Gefängnis erbauten "Müllehaus". Die Eigentümerfamilie Melsheimer entschied sich bei der Renovierung für ein modernes Heizsystem mit zwei Luft/Wasser-Wärmepumpen von Novelan mit 14 bzw. 31 kW Heizleistung. Mit ihnen sollten vor allem die Heizkosten gesenkt werden – allein das Haupthaus verbrauchte 15.000 Liter Heizöl pro Jahr. Heute versorgen die kleinere Luft/Wasser-Wärmepumpe und ein Trennpufferspeicher für die Fußbodenheizung 180 m² des 800 m² umfassenden Hotels. Die Warmwasserbereitung und der Jacuzzi werden von einem Trennpufferspeicher in Verbindung mit dezentralen Frischwasserstationen bedient.

Die größere Luft/Wasser-Wärmepumpe und zwei weitere Trennpufferspeicher beliefern die neue Fußbodenheizung im Gastronomiebereich, acht Hotelzimmer sowie die Frischwasserstation für die Warmwasserbereitung in Küche und WC-Anlage.

Eine Ölheizung als Reserve gibt es zwar immer noch, allerdings kommt sie so selten zum Einsatz, dass im Jahr nur noch etwa 1.000 Liter benötigt werden.

Dass es hier keine "08/15"-Lösung gab, sondern die Fachleute vor Ort flexibel sein mussten, um alles der individuellen Umgebung anzupassen, zeigt auch der Standort des Außengeräts der Wärmepumpe am "Müllehaus": Möglichst weit oben, damit das – immer mal wieder auftretende – Mosel-Hochwasser sie nicht sofort erreicht!

Außengerät einer Wärmepumpe von Novelan.
Quelle: HeizungsJournal/Pakosch
Hochwasserschutz "live in action": Eine der Luft/Wasser-Wärmepumpen vor dem "Müllehaus".

Diese Gefahr besteht beim Ferienhaus im malerischen Eifelort Nickenich am Laacher See nicht, aber auch hier wird konsequent auf eine Wärmepumpen-Lösung gesetzt: In den zwei Ferienwohnungen von Frank Börsch sorgt eine Luft/Wasser-Wärmepumpe von Mitsubishi Electric in Verbindung mit Flächenheizungen mit Einzelraumregelung, einer Klimaanlage mit Zonenregelung und einer kontrollierten Wohnraumlüftung für ein immer angenehmes Raumklima – egal ob im Sommer oder Winter.

Dienstag, 25.09.2018

Von Jennifer Pakosch
Online-Redakteurin, Heizungs-Journal Verlags-GmbH