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Bei Abgasanalysegeräten zählt Zuverlässigkeit

Führende Hersteller berichten aus dem Bereich der Messtechnik

In der Heiztechnik stehen seit Jahren die Themen Energieeffizienz und Umweltschutz im Vordergrund. Bei der Bewertung des optimalen feuerungstechnischen Zustands eines Wärmeerzeugers kommen Messgeräte zur Abgasanalyse zum Einsatz. Für die Auswahl des passenden Gerätes spielen Faktoren wie hohe Messqualität, Zuverlässigkeit und Robustheit, einfache intuitive Bedienung oder ein ausgewogenes Preis-Leistungs-Verhältnis eine Rolle. Auch dürfen der Service und die Schulung nicht vergessen werden.

Eine Einschätzung der aktuellen Lage im Bereich der Abgasanalysegeräte gaben dem HeizungsJournal:

Jörg Koppel, Geschäftsführer von Dräger MSI Christoph Weiland, Vertriebsleiter von rbr Messtechnik Michael Willmann, Produktmanager Abgas bei Testo Christian Beyerstedt, Bereichsleiter Produktmanagement Marketing bei Wöhler Messgeräte Kehrgeräte

Ob für Heizungsbauer, Service-Techniker oder Schornsteinfeger – welche Qualitätskriterien sind Ihrer Meinung nach ausschlaggebend bei der Wahl eines Abgasanalysegerätes?

Koppel (Dräger MSI):

Jörg Koppel
Quelle: Dräger MSI
Jörg Koppel, Geschäftsführer von Dräger MSI.

Zunächst einmal möchte ich betonen, dass die Abgasanalyse zwar eine bedeutsame Aufgabe unserer Kunden darstellt, aber nur eine von vielen in ihrem täglichen Arbeitsablauf. Eine einfache intuitive Bedienung ist deshalb Grundvoraussetzung für ein Abgasanalysegerät. Generell achten unsere Kunden auf ein ausgewogenes Preis-Leistungs-Verhältnis, zudem werden gerade im Handwerk Robustheit und Langlebigkeit vorausgesetzt. Unsere Kunden erwarten darüber hinaus, dass unabhängig von der jeweiligen Messaufgabe die Genauigkeit und Wiederholbarkeit der Messwerte gleich gut bleibt.

Einer Dokumentation und Archivierung dieser Messwerte wird auch mehr und mehr Bedeutung beigemessen. Große Datenspeicher sind bekanntermaßen heute Standard und unsere Kunden aus dem Heizungsbau und dem Service wünschen sich daher eine einfach zu bedienende Kunden- und Messdatenverwaltung nicht nur für den PC, sondern auch im Messgerät.

Neben den beschriebenen grundlegenden Anforderungen an das Gerät zählt sicherlich ein schneller flächendeckender Service mit fairen Preisen und planbaren Kosten auch zu den Auswahlkriterien. Unter Service verstehen wir auch, unseren Kunden Komplettangebote, Softwareupdates (beispielsweise bei Änderung der gesetzlichen Vorschriften) und deutliche Garantieverlängerungen anbieten zu können.

Weiland (rbr Messtechnik):

Christoph Weiland, Vertriebsleiter von rbr Messtechnik.
Quelle: rbr Messtechnik
Christoph Weiland, Vertriebsleiter von rbr Mess technik.

Das Preis-Leistungs-Verhältnis sollte ausschlaggebend sein. Das „günstigste“ Gerät für einen Kunden ist in der Regel nicht das „billigste“. Neben der Anzahl der Messungen kommt es auf die Beanspruchung an. Das Messgerät spiegelt häufig nur einen kleinen Teil der Leistung wider: Welches Zubehör/Verbrauchsmaterial ist im Lieferumfang enthalten? Wie lange sind Ersatzteile verfügbar oder kann die Geräte-Software an neue Normen angepasst werden?

Die Geräte müssen zuverlässig ihren Zweck erfüllen und einsatzbereit sein; die eigentlichen „Qualitätskriterien“ liegen neben einem Top-Messgerät in den Zusatz-Leistungen: Druckerpapier, Filter, Apps und PC-Software oder die Programmierung des Geräteausdrucks mit den Kundendaten – alles kostenlos.

Dazu kommt, dass wir einen besonderen Wert auf hochwertige Materialien legen (Gehäuse, Koffer, Schläuche, Kabel, Thermoelemente etc.). Ein Beispiel, das Hochwertigkeit und Lieferumfang vereint: Bei meinem Reisegepäck ist vor ein paar Jahren der Schultergurt gerissen. Jetzt verwende ich denselben Schultergurt, der zum Lieferumfang eines normalen ecom-EN2 gehört. Der wird nicht reißen und ich genieße den Tragekomfort.

Abgasanalyse mit dem ecom EN2.
Quelle: rbr Messtechnik
Das Preis-Leistungs-Verhältnis sollte bei einem Abgasanalysegerät ausschlaggebend sein.

Willmann (Testo):

Michael Willmann, Produktmanager Abgas bei Testo.
Quelle: Testo
Michael Willmann, Produktmanager Abgas bei Testo.

In erster Linie muss ein Abgasmessgerät verlässlich sein, was vor allem eine hohe technische Qualität und ein robustes Gehäuse voraussetzt.

Zudem sollte die Technik im Messgerät zwingend für alle Brennstoffe und Extrembedingungen geeignet sein und die Schutzmechanismen sollten sich automatisch aktivieren. Das passiert beispielsweise bei der Verdünnung bei hohen CO-Werten im Abgas-Analysegerät testo 330-2 LL. Dadurch werden die Sensoren geschützt und müssen folglich seltener gewechselt werden. Wenn der Wechsel ansteht, sollte dieser so erfolgen können, dass sich keine kostspieligen Ausfallzeiten für den Kunden ergeben. Dies kann zum Beispiel durch wechselbare Sensoren verhindert werden, die direkt vor Ort – und ohne großen Aufwand – getauscht werden können. Weitere Kriterien sind neben der Messtechnik das Preis-Leistungs-Verhältnis, eine intuitive und einfache Bedienung oder auch eine vielseitige und adäquate Ausstattung.

Beyerstedt (Wöhler Messgeräte Kehrgeräte):

Christian Beyerstedt, Bereichsleiter Produktmanagement Marketing bei Wöhler Messgeräte Kehrgeräte.
Quelle: Wöhler Messgeräte Kehrgeräte
Christian Beyerstedt, Bereichsleiter Produktmanagement Marketing bei Wöhler Messgeräte Kehrgeräte.

Handwerker brauchen robuste und verlässliche Technik! Das gilt auch und vor allem für das Abgasanalysegerät, das vorwiegend in staubigen Heizungskellern zum Einsatz kommt. Ein robustes Gehäuse muss das „High-Tech-Innenleben“ des Gerätes perfekt schützen und auch schon mal einen Schlag oder Sturz überstehen. Denn nichts stört den Handwerker im Einsatz mehr, als wenn er vor Ort beim Kunden feststellen muss, dass eine geplante Messung nicht durchgeführt werden kann, weil das Messgerät nicht einsatzfähig ist.

Apropos Heizkeller: Ein großes und helles Display erleichtert das Ablesen des Messergebnisses in dunkler Umgebung. Bei den vielen Stunden, die der Handwerker täglich beim Kunden verbringt, ist dieser Faktor nicht zu vernachlässigen, denn eine gut lesbare Datenanzeige erspart Zeit, verhindert Fehler und beugt Ermüdung vor.

Ein wichtiges Indiz für ein hochwertiges Abgasanalysegerät ist ferner eine lange Garantiezeit. Kein Hersteller kann es sich leisten, vier Jahre Garantie für sein Gerät einzuräumen, wenn er nicht genau weiß, wie robust seine Technik tatsächlich ist. Vor allem, wenn die Garantie an keinen Wartungsvertrag gebunden ist.

Möglichst viele Sensoren im Messgerät ermöglichen ein breites Einsatzspektrum. Alle Messungen nach 1. BImSchV sowie KÜO sollten genauso selbstverständlich sein wie Differenzdruckmessungen am Gasgebläsebrenner.

Das Abgasanalysegerät EM200plus von Dräger.
Quelle: Dräger MSI
Das Handwerk setzt bei Abgasanalysegeräten Robustheit und Langlebigkeit voraus.

Mit welchen Qualitätsmerkmalen kann man sich als Hersteller vom Wettbewerb unterscheiden? Und welche Rolle nimmt das Thema Service dabei ein?

Koppel (Dräger MSI):

Gerade für Nutzer, die nicht tagtäglich mit dem Abgasanalysegerät arbeiten, ist eine einfache Bedienung wichtig. Sollte die intuitive „Schritt für Schritt“ Bedienerführung im Messgerät dennoch einmal nicht ausreichen, ist die vollständige Bedienungsanleitung im Gerät (beispielsweise Dräger FG4200 oder Dräger EM200plus) integriert.

Mit der PC-Software lassen sich darüber hinaus Checklisten konfigurieren, die dann wie eine Arbeitsanweisung im Gerät über das Touchscreen-Farbdisplay abgearbeitet werden können.

Neben der Produktqualität ist ein ausgereiftes Servicekonzept entscheidend. Wir als Dräger MSI halten den technischen Support für sehr wichtig, um dem Kunden bei eventuell auftretenden Problemen schnellstens helfen zu können; bei Bedarf begleiten wir unsere Kunden auch telefonisch bei der Problembehebung. Ein Servicekonzept bedeutet aber auch, sicherzustellen, dass unsere Kunden bei einem planmäßigen oder außerplanmäßigen Werkstattaufenthalt des Gerätes ihre Arbeit schnellstmöglich fortsetzen können oder bei Anforderung eines Leihgerätes erst gar nicht unterbrechen müssen.

Weiland (rbr Messtechnik):

Man kann sich vom Wettbewerb unterscheiden, indem man keine „Kompromisse“ macht. Abgasanalysegeräte sollten unter anderem exakt messen, robust und gegen Einflüsse von außen geschützt sein – wie zum Beispiel Feuchtigkeit oder hohe CO-Konzentrationen.

Wir sind davon überzeugt, dass ultraleichte Aluminiumgehäuse und Aluminium-Rahmenkoffer bestens für den täglichen Einsatz geeignet sind. Das Gerät ist gegen Stöße geschützt und darf auch um- bzw. hinfallen. Longlife-Sensoren, eine Kondensat-Überwachung, die das Gerät vor dem Eindringen von Feuchtigkeit schützt oder ein CO-Sensor, der sich bei einer Überlastung automatisch abschaltet und – ohne Messunterbrechung – freigespült wird, bringen zwei Resultate: Betriebssicherheit und geringere Servicekosten.

Zum Thema Service: Neben einem Kundendienst, der nach Kostenvoranschlag innerhalb von fünf Tagen das reparierte Gerät inklusive offiziellem Prüfprotokoll zurückliefert, können wir viele Dienstleistungs-Wünsche unserer Kunden erfüllen: Die Einweisung und Beratung vor Ort, verschiedene Möglichkeiten des Geräteleasings, das Angebot von Full-Service-Verträgen oder kostenlose Updates der Geräte-Software sind hier nur einige Beispiele. Wo bekommt ein Kunde sonst ein neues Messgerät, in dem Firmenname, Adresse und Kontaktdaten bereits im Ausdruck hinterlegt sind?

Willmann (Testo):

Ein wichtiges Qualitätsmerkmal ist, neben gutem Service, die Zuverlässigkeit des Gerätes. Schließlich handelt es sich bei den Geräten um das tägliche Werkzeug unserer Kunden. Zum Beispiel haben unsere Kunden bei dem testo 330-2 LL vier Jahre Garantie auf die Sensoren. Kurz bevor die Sensoren verbraucht sind, meldet sich das 330-2 LL automatisch, so dass der Kunde genügend Zeit hat, sich Ersatzsensoren zu besorgen. Der Austausch kann dann direkt vor Ort vom Anwender selbst ausgeführt werden. Wenn er dabei Hilfe benötigt, steht ihm neben der Service-Hotline und dem Service vor Ort, an sechs Servicestellen deutschlandweit, zusätzlich unter anderem unser Blitz-Service (Reparaturservice innerhalb von sechs Stunden) und unser 24-Stunden-Ersatzteil-Service zur Verfügung. Testo ist es sehr wichtig, auch nach dem Kauf stets für unsere Kunden da zu sein. Zufriedene Kunden stehen für uns an erster Stelle.

Das Abgas-Messgerät testo 330 im Einsatz.
Quelle: Testo
Wichtige Qualitätsmerkmale sind Service und Zuverlässigkeit.

Beyerstedt (Wöhler Messgeräte Kehrgeräte):

Zum einen natürlich, indem man ein Gerät anbietet, das genau die oben genannten Anforderungen an die Robustheit und an ein großes Display erfüllt. Ein ergonomisch perfektes Gerät, das gut in der Hand liegt, wird der Handwerker, der den ganzen Tag damit arbeiten muss, zu schätzen wissen. Natürlich kommt besonders dem Service bei der Abgrenzung vom Wettbewerb eine besondere Bedeutung zu. Und der beginnt bereits bei der Beratung. Hat der Handwerker vor Ort beim Einsatz seines Messgerätes eine Frage, so muss er direkt am Telefon eine kompetente Antwort darauf erhalten. Und nicht erst am nächsten Tag, wenn das Thema sich erledigt hat. Unsere Außendienst-Mitarbeiter besuchen den Kunden vor Ort, um Fragen zu klären.

Neben dem Servicegedanken spielt natürlich auch der Service im eigentlichen Sinne eine wichtige Rolle. Im Notfall muss es auch möglich sein, ein Gerät innerhalb eines Werktages gewartet oder repariert zu bekommen. Denn gerade in der Saison kann niemand tagelang darauf verzichten.

Das Abgasanalysegerät A 550 von Wöhler.
Quelle: Wöhler Messgeräte Kehrgeräte
Handwerker brauchen verlässliche Technik.

Die Anschaffungskosten der Messgeräte sind nur ein Aspekt für Ihre Kunden. Welche Bedeutung nehmen die laufenden Service- und Wartungskosten ein?

Koppel (Dräger MSI):

Unsere Kunden betrachten mehr und mehr die Gesamtkosten des Geräts über die Einsatzzeit. Neben einem attraktiven Anschaffungspreis müssen demnach heutzutage auch die Servicekosten ein kalkulierbarer und transparenter Kostenfaktor sein, um wirtschaftlich arbeiten zu können. Der Kunde muss wissen, mit welchen Kosten er in den nächsten Jahren zu rechnen hat. Außerdem müssen die Servicekosten in einem vernünftigen Verhältnis zu den Anschaffungskosten stehen. Das lässt sich unserer Meinung nach nur mit Servicepauschalen verwirklichen. Unser neues Servicekonzept ist darauf ausgerichtet, dass normale Servicearbeiten durch Pauschalen abgedeckt sind und daher die Servicekosten schon bei der Anschaffung des Abgasanalysegerätes mit einkalkuliert werden können.

Weiland (rbr Messtechnik):

Die Servicekosten eines Gerätes übersteigen bereits nach wenigen Jahren den Anschaffungspreis. Das ist vielen irgendwo bewusst, spielt beim Kauf aber nicht immer eine Rolle. 100 Euro, die man einspart, können schnell über höhere Wartungskosten wieder ausgegeben werden. Hier ist vielen Kunden eine Planungssicherheit bezogen auf die Betriebskosten wichtig: Wer möchte, kann bei uns einen Full-Service-Vertrag abschließen. Das heißt: Alle Leistungen sind bis hin zu den Versandkosten bis zu sieben Jahre abgedeckt. Es gibt keine weiteren Servicerechnungen und bei Bedarf ein kostenloses Leihgerät. Hohe Servicerechnungen gehören der Vergangenheit an. In der Regel reden wir hier nicht mehr über 200 Euro pro Jahr an laufenden Kosten. Jeder Kunde kann mit einem solchen „Rundum-Sorglos-Paket“ die Betriebskosten und damit seine Messpauschale perfekt kalkulieren.

Willmann (Testo):

Die laufenden Kosten müssen natürlich schon beim Kauf mitbedacht werden. Wir legen jedoch großen Wert darauf, die laufenden Service- und Wartungskosten so gering wie möglich zu halten und dem Kunden größtmögliche Sicherheit zu geben.

So setzen wir etwa bei testo 330-2 LL spezielle Longlife-Sensoren ein, die eine verlängerte Lebensdauer von bis zu sechs Jahren besitzen. Durch diese Technik entfällt mindestens ein Sensorwechsel während der typischen Nutzungsdauer.

Andere Verschleißteile können schnell und ohne Aufwand selbst getauscht werden oder in Kontakt mit den Servicecentern. Insgesamt stehen Testo Abgasmessgeräte für Stabilität und Sicherheit.

Beyerstedt (Wöhler Messgeräte Kehrgeräte):

Für den unternehmerisch denkenden Handwerker sind die laufenden Kosten im Grunde höher zu bewerten als die einmaligen Anschaffungskosten. Zum einen fallen sie gerade dann, wenn man sich für ein langlebiges Messgerät entschieden hat, über viele Jahre an. Zum anderen sind sie nicht so klar zu kalkulieren wie die Anschaffungskosten und können so „aus dem Ruder laufen“. Den besten Schutz vor unangenehmen Überraschungen bietet hier eine erweiterte Garantie. Während dieser Zeit entfallen die Reparaturkosten völlig. Außerdem, wie schon oben erwähnt, würde der Hersteller sie nicht geben, wenn er sich nicht auf seine Technik verlassen könnte.

Zu beachten sind ferner die durchschnittlichen Wartungszeiten, die ein Messgerät in der Serviceabteilung eines Messgeräteherstellers verbringt. Eine kurze Verweildauer garantiert eine schnelle Verfügbarkeit des Gerätes, so dass kein Ersatzgerät benötigt wird. Und das spart Kosten.

Außerdem sollte vor der Anschaffung des Messgerätes Filtern und anderen Verbrauchsmaterialien Beachtung geschenkt werden, um hier die laufenden Kosten so gering wie möglich zu halten.

Montag, 19.09.2016

Von Robert Donnerbauer
Redaktion, Heizungs-Journal Verlags-GmbH