An der Wärmepumpe führt kein Weg vorbei

Einsatzmöglichkeiten der Wärmepumpe bei der Sanierung von Wohngebäuden.

Ein Außengerät einer Wärmepumpe in einer Hausauffahrt.
Quelle: Daikin
Ölheizung raus, Luft/Wasser-Wärmepumpe rein: Das 1988 erbaute Haus von Ehepaar Maurer wird seit Januar 2020 mit einer "Daikin-Altherma 3 H HT" (16 kW) beheizt. Im Bild: das Außengerät, das in der Auffahrt des Hauses steht.

Im Neubau hat sich die Wärmepumpe als Standardtechnologie längst etabliert, laut Statistischem Bundesamt lag ihr Anteil 2018 bei über 40 Prozent. Will Deutschland seine Klimaschutzziele erreichen, muss sich die Wärmepumpe aber auch im Bestand durchsetzen. Ein großer Anteil der Heizungsfachfirmen verbaut nach heutigem Stand noch keine Wärmepumpen in Bestandsgebäuden. Laut Umweltbundesamt sind diese jedoch die Schlüsseltechnologie der Zukunft1, um die CO2-Reduktionsziele der Bundesregierung zu erreichen. Dafür werden bis 2050 sieben bis 14 Millionen Wärmepumpen benötigt, so aktuelle Prognosen der Denkfabrik Agora Energiewende und des Bundesverbandes der Deutschen Industrie. Das Potential im Bestand ist also hoch: Wie einfach die Umrüstung auf moderne Wärmepumpentechnologie ist, zeigt zum Beispiel der Austausch einer Ölheizung in der Nähe von Stuttgart.

Über 14 Millionen Heizungsanlagen in Deutschland gelten als veraltet und müssen in den kommenden Jahren ausgetauscht werden. Auch die Zahlen der "Querschiesser Trendstudie" belegen, dass für den Einsatz von Wärmepumpen im Bestand noch viel Luft nach oben ist: Lediglich 34 Prozent der Installateure setzten Wärmepumpen in der Renovierung ein. Laut der Studie seien vielen Installateuren die Einsatzmöglichkeiten in der Renovierung noch nicht bekannt.

Dies verdeutlicht, dass die Heizungsfachbetriebe von Seiten der Hersteller noch besser informiert und unterstützt werden müssen, um das Marktpotential im Bestand auszuschöpfen. Denn dass Wärmepumpen in bestehenden Gebäuden effizient arbeiten können – in einzelnen Fällen auch ohne weitere Sanierung –, zeigen Feldtests des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE2 der letzten zwölf Jahre.

Voraussetzungen für den Einsatz von Wärmepumpen im Bestand

Viele Endkunden suchen nach Alternativen zu fossilen Energieträgern, sind sich aber unsicher, ob der Einsatz einer Wärmepumpe im Bestand energetisch und wirtschaftlich sinnvoll ist. Um dies herauszufinden, muss zunächst das Heizsystem betrachtet werden, um die richtige Systemtemperatur für die Auslegung der Wärmepumpe zu bestimmen.

Auch das Nutzerverhalten spielt eine wichtige Rolle: Wie viele Personen leben im Haushalt und wie sind ihre Komfortbedürfnisse bezüglich Raum- und Brauchwarmwassertemperatur? Weitere Aspekte, die berücksichtigt werden sollten, sind, ob weitere Sanierungsmaßnahmen am Haus geplant bzw. erforderlich sind und diese im Zuge der Heizungsmodernisierung umgesetzt werden oder zu einem späteren Zeitpunkt geplant sind? Auch die mögliche Integration eines Kaminofens mit Wassertasche oder einer Solaranlage in das bestehende Heizsystem sowie eine eventuelle Erneuerung der Wärmeverteiler sind zu beachten.

Einfach lassen sich Luft/Wasser-Wärmepumpen im Bestand nachrüsten: Die Luft/Wasser-Wärmepumpe "Daikin-Altherma 3 H HT" ist mit Vorlauftemperaturen von bis zu 70 °C bei -15 °C Außentemperatur eine praxisgerechte Lösung für Bestandsgebäude. Sie eignet sich besonders für den Austausch bestehender Öl- und Gas-Heizgeräte und verfügt außerdem über eine Kühlfunktion. Die Wärmepumpe nutzt das Kältemittel R-32 und ist in drei Leistungsgrößen (14, 16 und 18 kW) erhältlich. Ein weiteres Einsatzgebiet ist der Neubau größerer Ein- und Zweifamilienhäuser mit hohen Heizungsanforderungen ebenso wie kleinere Wohnanlagen.

Beispiel aus der Praxis: Ölheizung raus – Wärmepumpe rein

Bei Ehepaar Maurer in der Nähe von Stuttgart wurde im Januar 2020 eine der ersten "Daikin-Altherma 3 H HT" (16 kW) in Deutschland installiert. Das 1988 erbaute Haus von Britta und Peter Maurer hat eine Wohnfläche von 230 m2 plus 60 m2 Nutzfläche und wurde bisher mit einer Ölheizung beheizt. Aufgrund des Alters der Anlage, des voraussichtlich in Zukunft stark ansteigenden Ölpreises, aber vor allem auch aus ökologischen Gründen, entschieden sich die Eigentümer, ihr Heizsystem zu modernisieren. "Als unser Heizungsinstallateur von der neuen Wärmepumpe, die sowohl niedrige als auch hohe Systemtemperaturen abdecken kann, berichtet hat, war für uns sofort entschieden, dass wir die alte Ölheizung »rausschmeißen« und die »Daikin-Altherma 3 H HT« einbauen lassen", so Peter Maurer.

Weiterführende Informationen: https://www.daikin-heiztechnik.de/

Dienstag, 25.08.2020

Von Matthias Elsasser
Leiter Produktmanagement Rotex Heating Systems GmbH